Wladimir Putin: Kremlchef lässt Kinder Drohnen bauen - in der Schule

In russischen Klassenzimmern lernen Kinder künftig Drohnen zu bauen und zu steuern. Währenddessen montieren Studenten echte Kampfdrohnen, die später gegen die Ukraine eingesetzt werden.

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Wladimir Putin lässt Kinder jetzt Drohnen in der Schule bauen. (Foto) Suche
Wladimir Putin lässt Kinder jetzt Drohnen in der Schule bauen. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Mikhail Metzel
  • Wladimir Putin lässt Kinder Drohnen bauen
  • 16-Jährige konstruieren Kriegswaffen für Wladimir Putin
  • Putin-Behörden fordern: Exmatrikulation oder Militärdienst

Das dürfte Wladimir Putin zusagen: In Russland wurde ein neuer staatlicher Lehrplan veröffentlicht, der Militärtechnik ins Klassenzimmer bringt. Jugendliche ab der achten Klasse - etwa 13 Jahre alt - müssen künftig lernen, wie unbemannte Fluggeräte konstruiert, programmiert und ferngesteuert werden. Das neue Pflichtfach trägt die unverdächtige Bezeichnung "Grundlagen der Sicherheit und des Schutzes des Heimatlandes", verschleiert jedoch seinen wahren Charakter.

Wladimir Putin lässt Kinder Drohnen bauen

Wie das Online-Portal "Echo" (vom früheren unabhängigen russischen Sender "Echo Moskwy") unter Berufung auf russische Staatsmedien berichtet, wird der Unterricht an einigen Bildungseinrichtungen sogar bereits ab der fünften Klasse angeboten. Offiziell begründet die Regierung das neue Fach mit der Förderung technischer und digitaler Kompetenzen. Die Vermittlung militärrelevanter Fähigkeiten steht jedoch im Mittelpunkt.

  • Die Bildungseinrichtungen werden für den neuen Unterricht mit spezieller Ausrüstung versorgt. Neben Trainingsdrohnen erhalten sie Flugsimulatoren und Montage-Sets, mit denen die Jugendlichen arbeiten sollen.
  • Die praktische Ausbildung umfasst den Zusammenbau einfacher Modelle sowie deren Bedienung via Fernsteuerung oder Mobiltelefon.
  • Zusätzlich stehen Grundkenntnisse in Programmierung und Navigation auf dem Stundenplan.
  • Unklar bleibt bislang, ab welchem Lebensalter die Heranwachsenden tatsächlich echte Fluggeräte steuern dürfen.

16-Jährige konstruieren Kriegswaffen für Wladimir Putin

Die Ausbildung endet nicht im Klassenzimmer. In der Sonderwirtschaftszone Alabuga in Tatarstan, östlich der Hauptstadt Moskau gelegen, findet die praktische Umsetzung statt. Dort werden Shahed-Drohnen zusammengebaut, die unter der Bezeichnung "Geran-2" bekannt sind.

  • Öffentlich zugängliche Informationen belegen laut "Bild", dass Studierende technischer Hochschulen bei der Montage und Programmierung dieser Kampfdrohnen mitwirken.
  • Einige dieser Helfer sind gerade einmal 16 oder 17 Jahre alt - technisch gesehen noch minderjährig. Sie arbeiten an Waffen, die später im Kriegsgebiet zum Einsatz kommen.

Die Ukraine wurde bereits mit diesen Drohnen attackiert, was deren militärischen Zweck eindeutig belegt. Die Grenze zwischen ziviler Ausbildung und militärischer Produktion verschwimmt vollständig.

Putin-Behörden fordern: Exmatrikulation oder Militärdienst

An russischen Hochschulen greift die Militarisierung dem Bericht zufolge besonders drastisch um sich. An der Nationalen Forschungsuniversität "Hochschule für Wirtschaft" wurden Studierende, denen die Zwangsexmatrikulation drohte, vor eine harte Entscheidung gestellt. Entweder sie verlassen die Universität oder leisten zwölf Monate Dienst in militärischen Drohnen-Einheiten.

Nach Ablauf dieser einjährigen Verpflichtung dürfen die Betroffenen ihr Studium fortsetzen. Bislang ist dieser Fall offiziell nur für die genannte Hochschule dokumentiert. Unabhängige Quellen vermuten jedoch, dass vergleichbare Zwangsmaßnahmen auch an weiteren russischen Universitäten praktiziert werden.

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