Ukraine-Krieg: Rückschlag für Wladimir Putin - Kremlchef büßt den nächsten Tanker ein

Nächster Rückschlag für die Kriegskasse von Wladimir Putin. Mit 730.000 Barrel russischem Rohöl an Bord verlor ein sanktionierter Tanker der Kreml-Schattenflotte offenbar die Kontrolle und driftete manövrierunfähig durchs Mittelmeer.

Erstellt von - Uhr

Wladimir Putins Schattenflotte muss einen weiteren Rückschlag hinnehmen. (Foto) Suche
Wladimir Putins Schattenflotte muss einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Bild: picture alliance/dpa/TASS via ZUMA Press | Alexander Kazakov
  • Wladimir Putin verliert nächsten Tanker
  • Verdächtiger Putin-Tanker wechselte mehrmals den Namen
  • Westliche Länder verstärken Druck auf Putins Schattenflotte

Ein unter westlichen Sanktionen stehender Öltanker der russischen Schattenflotte trieb offenbar nach einem mechanischen Defekt im Mittelmeer. Der Tanker namens "Progress" transportierte ungefähr 730.000 Barrel russisches Urals-Rohöl, wie "Bloomberg" berichtete.

Das Schiff der LR2-Klasse war entlang der nordafrikanischen Küste in Richtung Suezkanal unterwegs, als es Anfang des 21. Januar Algier passierte und dann plötzlich nach Norden abdrehte. Dabei verließ es die reguläre Schifffahrtsroute. Der Vorfall verdeutlicht die wachsenden Schwierigkeiten der alternden Flotte, mit der Russland Ölsanktionen zu umgehen versucht.

Wladimir Putin verliert nächsten Tanker

Am frühen Morgen des 22. Januar stellte der Tanker seinen Navigationsstatus auf "nicht unter Kommando" um. Seine Fahrtgeschwindigkeit sank gleichzeitig drastisch auf nur noch ein Knoten ab. Verfolgungsdaten dokumentierten, dass das Schiff auch am darauffolgenden Tag weiterhin mit dieser minimalen Geschwindigkeit in östlicher Richtung trieb.

Die Kombination aus dem Abweichen von den üblichen Schifffahrtsrouten, der Statusänderung und dem massiven Geschwindigkeitsrückgang weist laut Bloomberg auf ein mögliches mechanisches Problem hin. Das Verlassen der regulären Route vor der algerischen Küste erfolgte unmittelbar nach dem Passieren von Algier.

Verdächtiger Putin-Tanker wechselte mehrmals den Namen

Die "Progress" wurde wegen ihrer Beteiligung am russischen Ölgeschäft mit westlichen Sanktionen belegt. Diese Einnahmen aus dem Ölexport bilden eine zentrale Finanzierungsquelle für Wladimir Putins anhaltenden Krieg in der Ukraine. Seit der Verhängung der Strafmaßnahmen soll der Tanker bereits zweimal seinen Namen gewechselt, heißt es.

In jüngerer Zeit nahm das Schiff auch einen Flaggenwechsel zur russischen Flagge vor. Im November des vergangenen Jahres erfolgte zusätzlich die Aufnahme in das russische Schiffsregister.

Westliche Länder verstärken Druck auf Putins Schattenflotte

Die westlichen Regierungen haben ihre Überwachung der sogenannten russischen Schattenflotte in den vergangenen Wochen deutlich intensiviert. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk betagter Tankschiffe, die häufig unter verschleierten Eigentumsverhältnissen oder unter falscher Flagge operieren. Moskau setzt diese Flotte gezielt ein, um die westlichen Sanktionen gegen seine Ölexporte zu unterlaufen.

Mehrere europäische Staaten ergriffen zuletzt konkrete Schritte gegen unter Sanktionen stehende Schiffe mit russischer Verbindung. Frankreich führte Kontrollen an Bord eines Öltankers der Schattenflotte durch. Deutschland wies einen verdächtigen Tanker aus der Ostsee ab. Italien nahm ein Schiff fest, das russisches Metall transportierte und im Verdacht steht, gegen EU-Sanktionen verstoßen zu haben. Die koordinierten Maßnahmen zeigen eine zunehmend entschlossene Haltung westlicher Länder gegenüber den Umgehungsversuchen.

Lesen Sie außerdem noch diese Texte:

/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.