Unbezahlbarer Eigenanteil: Pflegeheim-Schock - mehr als 3.000 Euro pro Platz

Wer soll das eigentlich noch bezahlen? Die Kosten für Plätze in Pflegeheimen sind erneut gestiegen - und damit auch der Eigenanteil. Im bundesweiten Schnitt werden nun 3.245 Euro pro Monat berechnet.

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Die Kosten für Plätze in Pflegeheimen sind über das vergangene Jahr deutlich angestiegen. (Foto) Suche
Die Kosten für Plätze in Pflegeheimen sind über das vergangene Jahr deutlich angestiegen. Bild: picture alliance/dpa | Sebastian Kahnert
  • Plätze in Pflegeheimen werden immer teurer
  • Mittlerweile wird ein Eigenanteil von über 3.000 Euro verlangt
  • Wie viel die Plätze kosten, variiert je nach Bundesland

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Schlechte Aussichten für Pflegebedürftige und Angehörige: Die durchschnittlichen Kosten für Plätze in Pflegeheimen haben ein neues Rekordhoch erreicht. Einer aktuellen Auswertung des Verbands der Ersatzkassenzufolge müssen Heimbewohner im ersten Jahr ihres Aufenthalts durchschnittlich 3.245 Euro monatlich aus eigener Tasche bezahlen - mehr als 261 Euro mehr als Anfang vergangenen Jahres.

In Summe liegen die Kosten für einen Pflegeheimplatz damit erstmals über der 5.000-Euro-Marke. Unter Einbeziehung der Leistungen der Pflegeversicherung liegt der monatliche Betrag nun bei 5.033 Euro. Anders als die Krankenversicherung übernimmt die Pflegeversicherung dabei nur einen Teil der Gesamtkosten.

Bremen und Saarland mit höchsten Eigenanteilen

Die Kosten für einen Pflegeheimplatz variieren je nach Bundesland erheblich. Am tiefsten müssen Bewohner in Bremen in die Tasche greifen: Dort liegt der monatliche Eigenanteil im ersten Jahr bei durchschnittlich 3.637 Euro. Das Saarland folgt mit 3.601 Euro auf dem zweiten Platz, Nordrhein-Westfalen rangiert mit 3.528 Euro ebenfalls im oberen Bereich.

Die durchschnittlichen Kosten für einen Pflegeplatz je Bundesland. (Foto) Suche
Die durchschnittlichen Kosten für einen Pflegeplatz je Bundesland. Bild: KI-generiert mit ChatGPT

Deutlich günstiger ist die stationäre Pflege in Ostdeutschland und Teilen Norddeutschlands. Sachsen-Anhalt weist mit 2.720 Euro die niedrigsten Eigenanteile auf. Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen liegen mit jeweils 2.903 Euro ebenfalls unter dem Bundesdurchschnitt.

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft führt diese Unterschiede auf ein ausgeprägtes Stadt-Land-Gefälle zurück. In Regionen mit hohen Mieten seien auch die Pflegekosten höher, da Heimbetreiber den Wohnraum bereitstellen müssen. Zudem gelten regional unterschiedliche Tarifverträge.

Personalkosten treiben Eigenanteile für Pflegeplätze in die Höhe

Der Verband der Ersatzkassen identifiziert die Ausgaben für Pflegekräfte als Hauptursache für den Kostenanstieg. Der reine Pflege-Eigenanteil kletterte im Bundesschnitt auf 1.982 Euro monatlich – ein Plus von 222 Euro gegenüber Anfang 2025. Auch die sogenannten "Hotelkosten" belasten die Bewohner stärker. Für Unterkunft und Verpflegung werden mittlerweile durchschnittlich 1.046 Euro fällig, 56 Euro mehr als noch zu Jahresbeginn 2025.

Die notwendigen Tariferhöhungen für das Pflegepersonal schlagen sich unmittelbar in den Eigenanteilen nieder. "Es ist richtig, dass das Pflegepersonal gut bezahlt wird", betonte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Ersatzkassenverbands. "Aber es kann nicht sein, dass die Lohnsteigerungen zu einem großen Teil den Pflegebedürftigen aufgebürdet werden."

Krankenkassen fordern grundlegende Pflegereform

Die Chefin des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann, nimmt Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) in die Pflicht. "Im Rahmen der anstehenden Pflegereform muss an verschiedenen Schrauben gedreht werden, um die Eigenbeteiligung der Pflegebedürftigen in den vollstationären Einrichtungen wirksam zu begrenzen", sagte Reimann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Als zentrales Problem benennt sie die mangelnde Beteiligung der Bundesländer an den Investitionskosten. Würden diese ihre Verpflichtungen für Bau und Instandhaltung der Heime erfüllen, ließe sich eine spürbare Entlastung erreichen. Allein die Herausnahme der Ausbildungskosten aus den Eigenanteilen würde Betroffene um rund eine Milliarde Euro entlasten.

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