Donald Trump: Verteidigungsexperte sicher - "The Don" schaltet die Nato von innen aus

Ein hochrangiger dänischer Parlamentarier erklärt offen, was viele in Europa befürchten: Die Nato wird die nächsten drei Jahre unter Donald Trump nicht in ihrer bisherigen Form überstehen. Der Grund ist so beispiellos wie brisant.

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Könnte Donald Trump das Ende der Nato herbeiführen? (Foto) Suche
Könnte Donald Trump das Ende der Nato herbeiführen? Bild: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci
  • Donald Trump könnte das Nato-Ende besiegeln
  • "Wir sind unaufhaltsam" - Trumps Grönland-Drohungen
  • "Europa kann sich nicht mehr auf Amerika verlassen"
  • Das undenkbare Szenario: Nato-Mitglied greift Nato-Mitglied an

Die Nordatlantische Allianz (Nato) wird die kommenden drei Jahre unter Donald Trump in ihrer gegenwärtigen Form nicht überstehen. Zu dieser dramatischen Einschätzung kommt Rasmus Jarlov, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im dänischen Parlament und Mitglied der oppositionellen konservativen Partei.

Donald Trump könnte das Nato-Ende besiegeln

Auf die Frage, ob das Bündnis Trumps zweite Amtszeit überdauern werde, antwortete er gegenüber "Newsweek" mit einem klaren Nein. Der Grund für diese düstere Prognose liegt in Trumps aggressivem Vorstoß bezüglich Grönlands. Der US-Präsident und seine Regierung haben mit ihren territorialen Ansprüchen auf das arktische Gebiet die Grundfesten der transatlantischen Allianz ins Wanken gebracht - man könnte überspitzt sogar von einem Inside Job sprechen. Trump rechtfertigt sein Interesse mit amerikanischen Sicherheitsinteressen und will verhindern, dass Russland oder China künftig Einfluss auf das strategisch bedeutsame Territorium ausüben.

"Wir sind unaufhaltsam" - Trumps Grönland-Drohungen

Zunächst hatte das Weiße Haus militärische Schritte zur Aneignung Grönlands nicht ausgeschlossen, was bei den Nato-Partnern Alarmstimmung auslöste. Bei seiner Rede vor Staats- und Regierungschefs im schweizerischen Davos ruderte Trump jedoch zurück. Er versicherte, die Vereinigten Staaten würden ihr Militär nicht einsetzen, um die größtenteils von Eis bedeckte Landmasse zu erobern, was internationales Recht verletzen würde.

  • Gleichzeitig bezeichnete der US-Präsident die Insel als "Teil Nordamerikas" und "unser Territorium". Zudem betonte er, die USA seien "ehrlich gesagt unaufhaltsam" und forderte sofortige Verhandlungen über den Erwerb Grönlands.
  • Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen sowie dänische Vertreter haben wiederholt klargestellt, dass das Territorium weder zum Verkauf steht noch unter amerikanische Kontrolle geraten möchte.
  • Nielsen mahnte, Grönland müsse sich auf alle Szenarien vorbereiten, auch auf einen bewaffneten Angriff der USA.

"Europa kann sich nicht mehr auf Amerika verlassen"

Das lässt Jarlov zu der Prognose kommen: Die Nato werde zwar weiter existieren, Europa sich aber nicht mehr auf sie verlassen. Das Bündnis werde zu einer "netten Zusatzoption" degradiert. Bis zum Ende von Trumps Amtszeit Anfang 2029 dürfte die Allianz dem Namen nach bestehen bleiben, doch die europäischen Staaten würden sich verstärkt kontinentalen Partnerschaften zuwenden und engere Beziehungen zu Kanada aufbauen.

  • "Es ist schön, die Nato zu haben, sodass man an einem guten Tag hoffen kann, dass die Amerikaner kommen und helfen, wenn Europa angegriffen wird, aber wir können uns dessen nicht sicher sein", erklärte der dänische Parlamentarier.
  • Die Allianz werde niemals zu ihrer früheren Form zurückkehren. Eine offizielle Auflösung erwartet er nicht, das Bündnis sei jedoch bereits erheblich geschwächt.
  • Die aktuelle Situation führe den Dänen die Realität vor Augen: "Wir können jetzt sehen, dass Dänemark angegriffen wird, und wir sehen, dass unsere Sicherheitsgarantie nicht die Nato ist. Es sind unsere Freunde in Europa."

Das undenkbare Szenario: Nato-Mitglied greift Nato-Mitglied an

Das Fundament der Nordatlantischen Allianz basiert auf dem Prinzip der kollektiven Verteidigung: Ein Angriff gegen ein Mitgliedsland gilt als Angriff gegen alle, worauf die Bündnispartner in angemessener Weise reagieren müssen. Dass ausgerechnet die USA - das einflussreichste und militärisch stärkste Mitglied - Territorium eines anderen Mitgliedsstaates attackieren könnten, galt bislang als undenkbar.

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