Viktor Orbán: Ungarns Premier nennt EU-Treffen "Kriegsräte" und warnt vor Drittem Weltkrieg

Viktor Orbán bezeichnet EU-Treffen als "Kriegsräte" und warnt, Europa bereite sich auf einen Dritten Weltkrieg vor. Ungarn will sich demnach aus dem Ukraine-Konflikt heraushalten und weder Soldaten noch Geld schicken.

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Victor Orban: Ungarn will keine militärische oder finanzielle Unterstützung für die Ukraine leisten. (Foto) Suche
Victor Orban: Ungarn will keine militärische oder finanzielle Unterstützung für die Ukraine leisten. Bild: picture alliance/dpa/- | Marton Monus
  • Orbán kritisiert EU-Staaten: Treffen würden Strategien für einen Dritten Weltkrieg besprechen
  • Ungarn will keine militärische oder finanzielle Unterstützung für die Ukraine leisten
  • Experten sehen Aussagen vor allem als innenpolitisches Narrativ für den Wahlkampf 2026

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Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat mit einer Äußerung Aufmerksamkeit erregt. Bei einer Veranstaltung in Miskolc bezeichnete er Treffen europäischer Staats- und Regierungschefs als "Kriegsräte". Seiner Darstellung nach würden dort Strategien diskutiert, um im Falle eines Dritten Weltkriegs erfolgreich zu agieren.

Ungarn will außen vor bleiben

Orbán betonte laut "Daily Star", dass Ungarn sich aus militärischen Konflikten heraushalten wolle. Soldaten oder Finanzmittel sollten nicht in die Ukraine geschickt werden. "In einen Krieg hineingezogen zu werden, ist für Ungarn eine tägliche Gefahr", sagte der rechtsgerichtete Politiker. Für ihn sei es oberste Priorität, das Land vom eskalierenden Konflikt fernzuhalten.

Finanzielle Unterstützung für die Ukraine umstritten

Der Ministerpräsident kritisierte zudem die europäischen Hilfen für die Ukraine. Orbán erklärte, dass Geld, das an Kiew fließe, nicht zur Lösung des Konflikts beitrage, sondern Ungarn belaste. Gleichzeitig warf er anderen EU-Staaten vor, in den "Kriegsräten" Strategien zu besprechen, wie man Russland besiegen und Reparationszahlungen erzwingen könne.

Kritik und innenpolitischer Hintergrund zu Orbán

Orbáns Aussagen werden international skeptisch betrachtet. Unabhängige Beobachter sehen sie vor allem als innenpolitisches Narrativ, das seinen Wahlkampf 2026 stärken soll. Viele EU-Politiker und Beamte betonen hingegen, dass die Treffen rein defensiver Natur seien. Die Gespräche dienten der Unterstützung der Ukraine und der Stärkung europäischer Sicherheitsstrukturen, nicht der Planung eines globalen Krieges.

Orbán zwischen EU-Kritik und Allianz mit Russland

Der ungarische Ministerpräsident gilt als einer der engsten Verbündeten von Wladimir Putin innerhalb der EU. Immer wieder nutzt er Verschwörungserzählungen, um innenpolitische Unterstützung zu mobilisieren. Seine jüngsten Äußerungen über "Kriegsräte" verstärken die Kontroverse um seinen Kurs gegenüber der EU und Russland.

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