Karoline Leavitt: "Verklagen euch bis aufs Letzte" - Trump-Sprecherin droht nach Interview 

Karoline Leavitt, Donald Trumps Pressesprecherin im Weißen Haus, fällt erneut unangenehm auf. Nach einem Interview mit dem Präsidenten drohte sie einem Fernsehteam mit Klage, falls dieses ihre Anweisungen nicht befolgt.

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Eine Tonaufnahme enthüllt schockierende Äußerungen von Trump-Sprecherin Karoline Leavitt. (Foto) Suche
Eine Tonaufnahme enthüllt schockierende Äußerungen von Trump-Sprecherin Karoline Leavitt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci
  • Karoline Leavitt wollte, dass CBS ein Interview mit Donald Trump ungekürzt sendet
  • Sprecherin des Weißen Hauses drohte mit Klage, falls Anweisungen nicht Folge geleistet wird
  • Tonaufnahme belegt Auseinandersetzung zwischen Leavitt und dem Fernsehteam

Erneuter Angriff auf die freie Berichterstattung durch das Weiße Haus: Donald Trumps Sprecherin Karoline Leavitt wurde dabei aufgezeichnet, wie sie eine unmissverständliche Drohung gegenüber Journalisten des US-Senders CBS aussprach.

Karoline Leavitt droht CBS nach Interview mit Donald Trump

Der Verbalangriff erfolgte nach einem rund 13-minütigen Interview mit dem US-Präsidenten für die "CBS Evening News". In einer Audioaufnahme, die von der "New York Times" veröffentlicht wurde, ist zu hören, wie Leavitt mit dem Fernsehteam spricht. Sie sagte zunächst:

  • "Er (Trump) sagte: Stellt sicher, dass ihr das Band nicht schneidet, stellt sicher, dass das Interview vollständig veröffentlicht wird."

Moderator Tony Dokoupil versicherte daraufhin: "Ja, das machen wir, ja." Doch für Leavitt war dies offenbar nicht genug. Sie stellte klar:

  • "Er (Trump) sagte: Wenn es nicht vollständig veröffentlicht wird, verklagen wir euch bis aufs Letzte."

Eine anwesende Produzentin reagierte mit einem knappen "Oh, großartig, okay". Dokoupil versuchte offenbar, die Situation aufzulockern: "Das sagt er (Trump) immer."

US-Sender lieferte sich bereits einen Rechtsstreit mit dem Präsidenten

Bereits im vergangenen Jahr hatte Trump den Sender verklagt – wegen eines bearbeiteten Interviews mit seiner damaligen Konkurrentin Kamala Harris vor der Präsidentschaftswahl 2024. Der Vorwurf: Die Schnitte sollten das Publikum "verwirren und täuschen". CBS argumentierte laut "The Guardian", die Kürzungen seien lediglich aus Zeitgründen erfolgt – eine gängige Praxis im Fernsehen. Dennoch einigte man sich auf eine Zahlung von rund 16 Millionen Dollar, die an Trumps künftige Präsidentenbibliothek fließen soll.

Das aktuelle Interview strahlte CBS am Dienstagabend vollständig aus. Der Sender betonte, dies sei von Anfang an so vorgesehen gewesen: "Sobald wir dieses Interview gebucht hatten, trafen wir die eigenständige Entscheidung, es ungeschnitten und vollständig auszustrahlen."

Trump-Sprecherin Karoline Leavitt empört mit schockierenden Aussagen

Die "New York Times" kommentierte: "Vor nicht allzu langer Zeit wäre es noch schockierend gewesen, wenn die Pressesprecherin des Weißen Hauses einem Journalisten beiläufig mit einer Klage gedroht hätte, falls dieser ihren Anweisungen nicht Folge leisten."

Beschwichtigende Worte aus dem Weißen Haus kamen jedoch nicht. Stattdessen betonte Karoline Leavitt auf Anfrage der "New York Times" zu dem Vorfall noch einmal:

  • "Die Amerikaner haben ein Recht darauf, die vollständigen Interviews von Präsident Trump ungeschnitten und ohne Schnitte zu sehen.Und wissen Sie was? Das Interview wurde vollständig ausgestrahlt."

Donald Trump geht gegen kritische Journalisten vor

Die US-Regierung übt seit Monaten Druck auf die freie Presse aus. Der Präsident beschimpfte Journalistinnen und Journalisten mehrfach vor laufenden Kameras oder auf Truth Social, wenn ihm kritische Fragen gestellt wurden oder negativ über ihn berichtet wurde. 

Laut "n-tv" ließ das US-Justizministerium am vergangenen Mittwoch die Wohnung einer Reporterin der "Washington Post" durchsuchen und beschlagnahmte Laptops sowie weitere Geräte. Das Pentagon verwehrt kritischen Journalisten mittlerweile den Zutritt, und das Verteidigungsministerium kündigte an, die bislang redaktionell unabhängige Militärzeitung "Stars and Stripes" unter eigene Kontrolle zu bringen.

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