Wladimir Putin: Seine Macht bröckelt - Kremlchef lässt Verbündete im Stich

Wladimir Putin fokussiert sich auf die Ukraine und genau das wird für den Kremlchef zum Problem. Während Russland seine Kräfte im Osten Europas bündelt, zweifeln immer mehr Verbündete an Putins Macht.

Erstellt von - Uhr

Die Macht von Wladimir Putin schwindet (Foto) Suche
Die Macht von Wladimir Putin schwindet Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Mikhail Metzel
  • Russlands Fokus auf die Ukraine schwächt Putins globales Bündnisnetz
  • Venezuela, Kuba und Syrien fühlen sich von Moskau im Stich gelassen
  • Auch der Iran könnte im Ernstfall ohne russische Hilfe dastehen

Der Fokus auf den Ukraine-Krieg kostet Wladimir Putin offenbar zunehmend seinen internationalen Einfluss. Wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" berichtet, bröckelt das strategische Bündnisnetz des Kremls in besorgniserregendem Ausmaß. Länder wie Venezuela, Kuba und Syrien werfen dem Kreml vor, die versprochene militärische Rückendeckung nicht mehr leisten zu können. Die Partner fühlen sich alleingelassen – während Moskau seine Kapazitäten fast vollständig auf den Krieg in Osteuropa konzentriert.

Wladimir Putin verliert allmählich Bündnispartner: Maduro-Verhaftung entlarvt Kreml-Schwäche

Ein Schlüsselmoment für den Vertrauensverlust war die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar. Der Machthaber sitzt derzeit in New York in Haft – ein Vorgang, der in Caracas massive Zweifel an der russischen Sicherheitskooperation ausgelöst hat. Weder russische noch kubanische Geheimdienste hätten demnach die Sicherheitslücken erkannt, die den Zugriff der USA ermöglichten. Zusätzlich klagen venezolanische Stellen über fehlende Unterstützung bei Luftabwehrsystemen wie S-300 und Buk-M2 sowie bei der Abwehr von Cyberangriffen auf das Stromnetz. Die Konsequenz: Delcy Rodríguez, Maduros Nachfolgerin, lockert die Beziehungen zu Moskau und signalisiert Offenheit für eine Zusammenarbeit mit Washington.

Assads Flucht, Kubas Krise – ein wiederkehrendes Muster

Auch in Syrien zeigt sich der russische Machtverlust. Präsident Baschar al-Assad musste nach Moskau fliehen, nachdem Russland seine militärische Unterstützung nicht mehr im gewohnten Umfang aufrechterhalten konnte. In Kuba verschärft sich die Lage ebenfalls. Nach Maduros Verhaftung steht das Regime auf der Karibikinsel vor einer humanitären Krise, da die gewohnte Unterstützung ausbleibt und die Stabilität des Landes gefährdet ist. Offiziell kritisierte der Kreml das Vorgehen der USA in Venezuela als Völkerrechtsverstoß. Intern wird der Einflussverlust dort jedoch nicht als Katastrophe gewertet. Experten gehen davon aus, dass Moskau angesichts schwindender Kapazitäten alles auf seine Ukraine-Ziele setzt.

Iran: Putins größtes Risiko

Besonders heikel ist die Lage im Iran. Die militärische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Teheran ist enger als mit anderen Partnern. Dennoch gilt eine umfassende russische Unterstützung im Fall eines US-Angriffs als unwahrscheinlich. Der Iran steht nach US-Militäraktionen und internen Protesten stark unter Druck. Wegen des Ukraine-Kriegs dürfte Russland jedoch kaum bereit oder fähig sein, entscheidend einzugreifen. Der Politikwissenschaftler Felix Riefer bringt es mit Blick auf Venezuela auf den Punkt: "Russland hat Maduro eigentlich schon vorher fallen lassen." Das zuletzt engere Verhältnis zwischen Putin und Trump könnte die Zurückhaltung des Kremls zusätzlich erklären.

Weitere Meldungen rund um Wladimir Putin finden Sie hier:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.