Donald Trump: Wirbel um Trump-Befehl - Iran-Schlag in 24 Stunden möglich

Während Hunderte US-Soldaten den wichtigsten amerikanischen Militärstützpunkt im Nahen Osten verlassen, warnen europäische Diplomaten vor einem möglichen Militärschlag gegen den Iran innerhalb der nächsten 24 Stunden.

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Donald Trump könnte den Iran angreifen. (Foto) Suche
Donald Trump könnte den Iran angreifen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Ryan Sun
  • Donald Trump mit Iran-Militärschlag in 24 Stunden
  • Befiehlt Donald Trump den Iran-Angriff?
  • Blutige Bilanz der Iran-Proteste: Über 3.400 Tote und 18.000 Verhaftungen
  • Teheran droht mit Vergeltung gegen regionale US-Stützpunkte
  • Vom Wirtschaftsprotest zur politischen Rebellion
  • Experten zweifeln an Erfolgsaussichten militärischer Intervention

Die Vereinigten Staaten haben mit dem Abzug Hunderter Militärangehöriger vom Stützpunkt Al-Udeid nahe Doha begonnen. Der Luftwaffenstützpunkt in Katar gilt als wichtigste amerikanische Militärbasis im Nahen Osten und würde bei einem Konflikt mit dem Iran eine zentrale Rolle einnehmen. Washington bezeichnet die Maßnahme als Vorsichtsschritt angesichts der angespannten Lage.

Donald Trump mit Iran-Militärschlag in 24 Stunden

Diplomatische Kreise zeigen sich alarmiert. Zwei europäische Regierungsvertreter halten laut "Daily Mail"-Bericht eine amerikanische Militäraktion gegen den Iran für wahrscheinlich - einer rechnet damit innerhalb der kommenden 24 Stunden. Ein israelischer Beamter äußerte sich ähnlich und deutete an, Präsident Trump habe bereits eine Entscheidung für ein militärisches Vorgehen getroffen. Details zu Zeitpunkt und Umfang eines möglichen Angriffs blieben jedoch unklar. Die US-Botschaft in Doha empfahl unterdessen, unnötige Besuche auf dem Militärstützpunkt zu unterlassen.

Befiehlt Donald Trump den Iran-Angriff?

Eine überraschende Kehrtwende zeichnete sich derweil im Weißen Haus ab. Donald Trump verkündete, Washington habe Informationen erhalten, wonach Teheran keine Exekutionen plane. Er fügte hinzu, es existierten keine Absichten für Hinrichtungen und drückte seine Hoffnung aus, diese Angaben mögen zutreffen. Teherans Chefdiplomat Abbas Araghtschi bekräftigte diese Darstellung gegenüber dem amerikanischen Fernsehsender Fox News. Exekutionspläne existierten nicht, betonte der Außenminister.

Die Stellungnahmen des US-Präsidenten reduzierten die Wahrscheinlichkeit eines sofortigen amerikanischen Schlags gegen iranische Ziele deutlich. Noch zuvor hatte Trump massive Vergeltung angedroht, sollte Teheran inhaftierte Demonstranten töten. Allerdings erfolgten bereits die amerikanischen Luftschläge gegen iranische Atomanlagen im Vorjahr völlig unerwartet - nur wenige Stunden nachdem der Präsident noch Gespräche mit Teheran erwähnt hatte.

Blutige Bilanz der Iran-Proteste: Über 3.400 Tote und 18.000 Verhaftungen

Menschenrechtsorganisationen dokumentieren ein erschreckendes Ausmaß staatlicher Gewalt gegen die Protestbewegung. Die in Oslo ansässige Organisation Iran Human Rights beziffert die Opferzahl unter Demonstranten auf 3.428 Menschen - möglicherweise liegt die reale Zahl noch höher. Die amerikanische Menschenrechtsgruppe HRANA meldet 18.137 Verhaftungen seit Beginn der Unruhen.

Teherans offizielle Stellen schweigen zu konkreten Opferzahlen. Chefdiplomat Araghtschi räumte lediglich Hunderte Todesopfer ein. Staatliche Medien berichten von mindestens 121 getöteten Sicherheitskräften und Polizisten.

Justizminister Amin-Hussein Rahimi bezeichnete die Ereignisse als "vollumfänglichen inneren Krieg" statt bloßer Demonstrationen. Die Justizbehörden hatten bereits vergangene Woche angekündigt, mit "maximaler Härte" gegen Verhaftete vorzugehen.

Teheran droht mit Vergeltung gegen regionale US-Stützpunkte

Der Iran warnte Nachbarstaaten eindringlich vor den Konsequenzen eines amerikanischen Militärschlags. Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter erklärte, Teheran habe Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei darüber informiert, dass amerikanische Militäreinrichtungen in diesen Ländern zum Ziel iranischer Vergeltungsschläge würden, sollte Washington angreifen.

Vom Wirtschaftsprotest zur politischen Rebellion

Eine schwere ökonomische Krise löste Ende Dezember die Protestwelle aus, die sich rasch zur größten Herausforderung für das Iran-Regime seit der Revolution 1979 entwickelte. Anfangs signalisierte die Führung in Teheran noch Gesprächsbereitschaft. Doch die Demonstrationen wandelten sich schnell zu einem Aufstand gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik.

Den Höhepunkt erreichten die Unruhen am vergangenen Donnerstag und Freitag mit landesweiten Massenprotesten. Reza Pahlavi, Sohn des 1979 entmachteten Schahs, hatte aus dem Exil zu den Demonstrationen im ganzen Land mobilisiert.

Mittlerweile sind die Proteste merklich abgeflaut - eine Folge der brutalen Repression und angedrohter drakonischer Strafen. Seit über einer Woche ist die iranische Bevölkerung vom globalen Internet abgetrennt. Erst seit Dienstag funktionieren wieder Auslandstelefonate, während Anrufe nach Iran weiterhin blockiert bleiben.

Experten zweifeln an Erfolgsaussichten militärischer Intervention

Fachleute diskutieren verschiedene Optionen für ein amerikanisches Vorgehen gegen Teheran. Die Denkfabrik Chatham House hält neben konventionellen Luftschlägen auch digitale Angriffe für möglich. Gezielte Attacken auf iranische Offiziere oder paramilitärische Verbände könnten ebenfalls erwogen werden.

Eine ehemalige Iran-Spezialistin des State Department sieht Cyberangriffe, verstärkten diplomatischen Druck und verschärfte Sanktionen gegen den Ölsektor - Irans wirtschaftliche Hauptschlagader - als wahrscheinliche Maßnahmen.

Skeptisch zeigt sich Ali Vaez von der International Crisis Group bezüglich der Chancen eines Systemwechsels. "Ein erfolgreicher Machtwechsel erfordert Spaltungen in der Führungsriege und eine belastbare Opposition als Alternative", erklärte der Analyst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Momentan seien beide Voraussetzungen nicht erfüllt. Ob punktuelle amerikanische Bombardements tatsächlich zum Sturz der iranischen Führung führen könnten, bezweifeln Beobachter stark.

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