Donald Trump: "Für wie dumm halten Sie uns eigentlich?" – Late-Night-Star geht auf Präsidenten los

Nach einer tödlichen ICE-Razzia in Minneapolis rechnet Jimmy Kimmel im US-Fernsehen mit der Trump-Regierung ab. Der Fall entfacht eine neue Debatte über Gewalt, Wahrheit und Verantwortung.

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Donald Trump: Jimmy Kimmel geht den US-Präsidenten erneut scharf an. (Foto) Suche
Donald Trump: Jimmy Kimmel geht den US-Präsidenten erneut scharf an. Bild: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci
  • Frau stirbt bei ICE-Einsatz – Regierung spricht von Notwehr
  • Donald Trump verbreitet umstrittene Darstellung des Vorfalls
  • Ex-Abgeordneter Adam Kinzinger warnt vor gefährlicher Eskalation

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Nach einer tödlichen Schießerei während eines Einsatzes der US-Einwanderungsbehörde ICE schlägt die Debatte in den USA hohe Wellen. Besonders deutlich wurde der Protest in einer Late-Night-Show: Moderator Jimmy Kimmel fand in seiner Sendung drastische Worte für die Reaktion des Weißen Hauses.

Tödlicher Einsatz in Minneapolis - Frau stirbt bei ICE-Razzia

In Minneapolis kam die 37-jährige Renee Nicole Good bei einem Einsatz von Beamten der Einwanderungsbehörde ums Leben. Nach Angaben der Behörden wurde sie während einer Razzia erschossen. Die Einsätze von ICE hatten zuletzt massiv zugenommen, nachdem die Regierung von Präsident Donald Trump tausende Bundesbeamte in die Stadt entsandt hatte. Hintergrund waren Vorwürfe des Sozialbetrugs innerhalb der somalischen Community.

Regierung von Donald Trump spricht von Notwehr - Kimmel hält Darstellung für absurd

Kurz nach dem Vorfall erklärten mehrere Regierungsvertreter, der beteiligte ICE-Beamte habe in Notwehr gehandelt. Diese Version ließ Jimmy Kimmel nicht gelten. In seinem Monolog in seiner Show "Jimmy Kimmel Live" machte er sich über politische Kommentatoren lustig, die den Einsatz verteidigten, und kritisierte die Rhetorik, mit der Migranten pauschal als Bedrohung dargestellt würden.

Besonders empört zeigte sich Kimmel über eine Falschbehauptung von Präsident Donald Trump, wonach die getötete Frau versucht habe, den Beamten zu überfahren. Diese Darstellung sei nachweislich falsch, so der Moderator.

Jimmy Kimmel: "Das ist eine Beleidigung für jeden Polizisten"

Auch die Wortwahl der Regierung sorgte für Empörung. Die US-Heimatschutzministerin Kristi Noem bezeichnete den Vorfall laut "Raw Story" als Akt des Inlandsterrorismus. Für Kimmel eine Grenzüberschreitung: Die Frau sei unbewaffnet gewesen, Mutter, religiös, ohne Vorstrafen und habe offenbar versucht, vor maskierten, bewaffneten Männern zu fliehen. Dass mehrfach durch die Windschutzscheibe ihres Autos geschossen wurde, könne unmöglich als routinemäßiges Vorgehen gelten. Kimmels Fazit fiel vernichtend aus und er stellte offen die Frage: "Für wie dumm halten Sie uns eigentlich?" Er betonte außerdem, dass solches Handeln nichts mit Ausbildung oder professioneller Polizeiarbeit zu tun hat.

Ex-Abgeordneter sieht gefährliche Entwicklung

Auch aus politischen Kreisen kommt deutliche Kritik. Der frühere republikanische Kongressabgeordnete Adam Kinzinger warnte vor den langfristigen Folgen. Sollte dieser Vorfall die Bevölkerung nicht wachrütteln, drohe eine Eskalationsspirale mit gravierenden Konsequenzen.

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