Donald Trump: Nach Grönland-Forderungen des US-Präsidenten - Nato verstärkt Präsenz

Während Donald Trump Grönland einfordert, bereiten sich Nato-Staaten hinter verschlossenen Türen auf den Ernstfall vor. Laut einem Bericht will das Militärbündnis die Sicherheit in der Arktis erhöhen.

Erstellt von - Uhr

Die Nato vertstärkt die Sicherheit in der Arktis, nachdem Donald Trump Ansprüche an Grönland geltend machte. (Foto) Suche
Die Nato vertstärkt die Sicherheit in der Arktis, nachdem Donald Trump Ansprüche an Grönland geltend machte. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Nach Donald Trumps Grönland-Forderung will die Nato ihre Präsenz in der Arktis verstärken.
  • Das westliche Verteidigungsbündnis beabsichtigt, sich mit Trump zu einigen.
  • Der US-Präsident forderte Grönland ein und begründet es mit nationaler Sicherheit.

Donald Trump zeigt Interesse an der zu Grönland gehörenden Insel Grönland. Das bereitet dem westlichen Verteidigungsbündnis Sorgen. Bei einem nicht-öffentlichen Treffen in Brüssel haben sich mehrere Nato-Mitgliedsstaaten darauf verständigt, die Präsenz der Allianz im hohen Norden deutlich auszuweiten. Das berichtet "Politico" unter Berufung auf drei Diplomaten des Bündnisses.

Trump will Grönland: Nato verstärkt Präsenz in der Arktis

Die Botschafter der Allianz erörterten bei dem Treffen am Donnerstag bereits konkrete Schritte zur Stärkung der arktischen Flanke. Zu den diskutierten Maßnahmen zählt ein verstärkter Einsatz von Geheimdiensten, um das Gebiet besser zu überwachen. Außerdem sprachen sich die Diplomaten für erhöhte Verteidigungsbudgets mit Schwerpunkt auf die Polarregion aus. Weitere Vorschläge umfassen die Verlegung von militärischem Gerät in den Norden sowie zusätzliche Manöver in der Nähe Grönlands.

Europa kämpft gegen drohenden Bündnisbruch nach Trump-Forderung

Die europäischen Verbündeten versuchen nach Angaben der Diplomaten, die Drohungen aus Washington abzumildern. Oberstes Ziel ist es, einen militärischen Einmarsch in das dänische Territorium zu verhindern. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen hat unmissverständlich klargestellt: Eine solche Aktion würde das Ende der Nato bedeuten.

Die Brisanz der Lage zeigt sich daran, dass nur wenige Tage nach den jüngsten Äußerungen des Weißen Hauses bereits neue Vorschläge auf dem Tisch lagen. Ein Vorstoß auf Grönland würde nach Einschätzung der Beteiligten ein existenzielles Risiko für die Allianz und die transatlantischen Beziehungen darstellen. Eine Einigung mit dem US-Präsidenten gilt derzeit als bevorzugter Ausweg aus der Krise.

Das Treffen der 32 Nato-Gesandten verlief ohne offene Konfrontation. Ein Diplomat beschrieb die Atmosphäre als "produktiv" und "konstruktiv". Der dänische Botschafter stufte den Konflikt als bilaterale Angelegenheit ein und verwies auf bisherige Fortschritte der Arktis-Strategie des Bündnisses.

Donald Trump begründet Grönland-Ansage mit nationaler Sicherheit

Hintergrund der Beratungen sind die zunehmend aggressiven Forderungen von US-Präsident Donald Trump (79), der Grönland unter amerikanische Kontrolle bringen will. Die Lage hat sich diese Woche weiter zugespitzt: In dem Interview der "New York Times" bekräftigte Trump, dass die USA aus seiner Sicht Grönland besitzen müssten - weil dies "psychologisch notwendig für den Erfolg" sei. Trump begründet das Interesse an Grönland mit der nationalen Sicherheit der USA sowie den Naturschätzen der Insel. Das Weiße Haus sorgte für Aufsehen mit der Feststellung, dass ihm als Oberbefehlshaber dabei der Einsatz des US-Militärs "jederzeit als Option" zur Verfügung stehe.

Trump hatte seine Ansprüche zuletzt mit angeblich bedrohlichen russischen und chinesischen Schiffen in grönländischen Gewässern begründet. Fachleute widersprechen dieser Darstellung jedoch weitgehend. Nach ihrer Einschätzung konzentrieren Moskau und Peking ihre militärischen Aktivitäten – darunter gemeinsame Patrouillen und Investitionen – vorwiegend auf die östliche Arktis.

Weitere News über die US-Politik und Donald Trump:

/bua/news.de/dpa/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.