Friedrich Merz: Rente, Steuer und Co. - so will der Bundeskanzler die Krise überwinden

Die deutsche Wirtschaft steckt in der Krise. Deshalb fordern Wirtschaftsverbände ein Wirtschaftswunder von der Bundesregierung. Friedrich Merz macht das Thema zu seiner Priorität. Das müsste sich bei der Rente oder Steuern ändern.

Erstellt von - Uhr

Friedrich Merz und die Bundesregierung wollen die Wirtschaft zur Priorität machen. (Foto) Suche
Friedrich Merz und die Bundesregierung wollen die Wirtschaft zur Priorität machen. Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
  • Friedrich Merz will die Krise überwinden und macht die Wirtschaft zur Priorität
  • Bundeskanzler unter Druck: Problemlösungen für die Wirtschaft in Deutschland gefordert
  • Forderungen nach Änderungen zur Rente, Steuer und Bürokratie

Die Wirtschaft bereitet Bundeskanzler Friedrich Merz zum Start ins Jahr 2026 gewaltige Sorgen. In einem Brief an die Abgeordneten von Union und SPD, der unter anderem dem ARD-Hauptstadtbüro vorliegt, schätzt der CDU-Politiker "die Lage in einigen Bereichen sehr kritisch" ein. Nicht alle bislang getroffenen Maßnahmen haben die Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Deshalb will Merzbestehende Probleme wie zu hohe Arbeitskosten, Bürokratielasten oder Energiekosten angehen. Das soll Vertrauen in die Gesellschaft fördern. Ein Plan soll die Wirtschaft wieder aus der Krise herausholen.

Merz gefordert: Bundeskanzler soll die Wirtschaft nach vorne bringen

Der Wirtschaftsplan umfasst womöglich drei zentrale Säulen, wie die "Bild"-Zeitung berichtet: den Abbau von Bürokratie, eine umfassende Steuerreform sowie die Neugestaltung des Rentensystems. Eine wichtige Rolle dabei könnte Merz' neuer Büroleiter Philipp Birkenmaier spielen, wie BVMW-Bundesgeschäftsführer Christoph Ahlhaus erklärt. Die Berufung Birkenmaiers bringe "endlich Mittelstandskompetenz" ins Kanzleramt. Für ihn steht Merz jetzt unter Zugzwang. Er fordert: "Weg mit dem Soli, günstigerer Strom und Energie für alle und ein Frontalangriff auf Bürokratie-Gaga."

Steuersenkung, Strompreis, Rente: So soll der Wirtschaftswandel in Deutschland aussehen

Für 2026 steht eine umfassende Steuerreform auf der Agenda. CSU-Chef Markus Söder macht Druck und verlangt, dass sich der gesamte Koalitionsvertrag an wirtschaftlichen Kriterien orientieren müsse. Das vorzeitige Inkrafttreten der Unternehmenssteuerreform sei dabei entscheidend. Den Vorschlag unterstützt auch CSU-Generalsekretär Martin Huber: "Deutschland braucht jetzt schnelle und konkrete Maßnahmen." Das findet auch VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Sie machte bei der CSU-Klausur in Seeon deutlich, dass Arbeitsplätze nur "mit niedrigeren Steuern und Abgaben, günstigeren Energiepreisen und echtem Bürokratieabbau" gesichert werden könnten.

Gerade die Arbeitsplatzsicherheit bereitet vielen Menschen Sorgen. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft EY, fürchteten sich 2025 16 Prozent der befragten Personen vor einem Jobverlust. Im Vergleich zum Jahr 2009 ist es der höchste Wert. Grund für diese Befürchtungen sind einige der angesprochenen Probleme wie hohe Energiekosten und Steuern. "Wir sehen klare Anzeichen für eine De-Industrialisierung", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Bei dem großen Streitthema der letzten Monate, der Rente - auch innerhalb der Union - gibt es Reformbedarf. Eine Rentenkommission soll unterstützen. Die Sozialexpertin Prof. Constanze Janda, die in der Kommission an der Spitze steht, schlägt vor, den Zeitpunkt des Renteneintritts "automatisch an den Anstieg der Lebenserwartung" zu koppeln.

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann unterstreicht die Dringlichkeit der Reformen: "Jeder weiß, dass sich was tun muss." Besonders wichtig sei es, "den Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge zu stoppen und die überbordende Bürokratie konsequent zurückzubauen". Gelinge die Rückkehr auf den Wachstumskurs, sichere dies Arbeitsplätze und Wohlstand.

Die Ideen für den Wirtschaftsaufschwung im Überblick

  • Steuersenkungen
  • Bürokratieabbau
  • Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung anknüpfen
  • Mehr Digitalisierung - Digitalminister Karsten Wildberger fordert: "Weniger Berichtspflichten, schnellere Genehmigungen und eine digitale, KI-gestützte Verwaltung."
  • Günstiger Strom

(Hinweis: Diese Maßnahmen wurden noch nicht beschlossen. Es handelt sich bislang nur um Forderungen. Inwieweit die Bundesregierung diese Vorhaben tatsächlich umsetzt, wird sich zeigen.)

Weitere News aus dem Ressort Politik:

/loc/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.