Donald Trump: Abwärtsspirale dreht sich – US-Präsident verliert weiter

Donald Trump greift hart durch – doch der Preis ist hoch. Nach der spektakulären Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro zeigen neue Umfragen: Die USA sind tief gespalten. Republikaner feiern den Coup, Demokraten schlagen Alarm – und viele Amerikaner fragen sich, ob Trump zu weit gegangen ist.

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Die Abwärtsspirale um Donald Trump dreht sich weiter. (Foto) Suche
Die Abwärtsspirale um Donald Trump dreht sich weiter. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Fast jeder zweite Amerikaner lehnt Trumps Venezuela-Operation ab
  • Republikaner unterstützen den Einsatz deutlich – Demokraten fast geschlossen dagegen
  • Mehrheit fordert Zustimmung des Kongresses – trotz Rückhalt für Maduros Strafverfolgung

Die Militäroperation gegen Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro spaltet die amerikanische Bevölkerung. Eine am 4. Januar durchgeführte YouGov-Erhebung ergab, dass 39 Prozent der Amerikaner das Vorgehen von Donald Trump in Venezuela befürworten, während 46 Prozent es ablehnen. Ähnliche Werte lieferte eine Befragung der "Washington Post". Hier standen 40 Prozent Zustimmung gegen 42 Prozent Ablehnung.

Die Umfragen wurden nach der Festnahme Maduros und seiner Ehefrau Cilia Flores am Samstag durchgeführt. Beide wurden in die USA gebracht, wo ihnen Drogenhandel und Waffendelikte vorgeworfen werden. Die plötzliche Aktion gegen den südamerikanischen Staatschef löste sowohl Lob als auch scharfe Kritik aus.

Tiefe Gräben zwischen Republikanern und Demokraten

Die Umfrageergebnisse offenbaren eine massive parteipolitische Kluft. Laut der "Washington Post"-Erhebung unterstützen 74 Prozent der republikanischen Wähler das Vorgehen des US-Präsidenten. Allerdings lehnen 76 Prozent der Demokraten die Operation ab.

Bei der YouGov-Befragung zeigt sich ein ähnliches Bild: 54 Prozent der Republikaner befürworten Trumps Handeln ausdrücklich, weitere 22 Prozent stimmen zumindest teilweise zu. Unter den Demokraten hingegen äußern 58 Prozent starke Ablehnung, während lediglich 4 Prozent die Aktion voll unterstützen.

Unabhängige Wähler tendieren eher zur Kritik. In der "Washington Post"-Umfrage sprachen sich 42 Prozent gegen die Militäraktion aus, nur 34 Prozent befürworteten sie. Auch das Alter spielt eine Rolle: Die stärkste Zustimmung kam von Bürgern über 65 Jahren, während 30- bis 44-Jährige am häufigsten ablehnend reagierten.

Mehrheit fordert Zustimmung des Kongresses

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft das Vorgehen ohne parlamentarische Genehmigung. Mehr als sechs von zehn Befragten der "Washington Post"-Umfrage gaben an, dass eine Zustimmung des Kongresses hätte eingeholt werden müssen. Diese Forderung kommt sowohl von führenden Demokraten als auch von einigen Republikanern.

"Während die Krise der Lebenshaltungskosten außer Kontrolle gerät und die Gesundheitskosten der Menschen in die Höhe schießen, macht das Vorgehen dieser Regierung in Venezuela eines deutlich: Donald Trump ist der am wenigsten 'America First' orientierte Präsident in der Geschichte unseres Landes", kritisierte der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, auf X.

Die republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene äußerte sich ebenfalls kritisch und sprach von einem "Washingtoner Drehbuch", das nicht den amerikanischen Bürgern diene, sondern Großkonzernen und Ölmanagern.

Strafverfolgung Maduros findet breite Unterstützung

Trotz der gespaltenen Meinung zur Militäroperation selbst befürwortet die Hälfte der Befragten eine strafrechtliche Verfolgung des venezolanischen Ex-Präsidenten. Laut der "Washington Post"-Umfrage sprechen sich 50 Prozent für einen Prozess wegen Drogenhandels aus. Nur 14 Prozent lehnen dies ab, während 36 Prozent unentschlossen sind.

"Der Präsident bot mehrere Auswege an, war aber während des gesamten Prozesses sehr klar: Der Drogenhandel muss aufhören. Maduro ist die neueste Person, die erfährt, dass Präsident Trump meint, was er sagt", verteidigte Vizepräsident JD Vance das Vorgehen auf X.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, wie sich die Ereignisse auf Trumps Zustimmungswerte auswirken. Diese befinden sich laut mehreren Umfragen bereits seit Anfang vergangenen Jahres im Abwärtstrend.

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