Donald Trump: Venezuelas Vizepräsidentin übernimmt Regierung nach US-Angriff

Donald Trump hat US-Medien zufolge einen Angriff auf Venezuela angeordnet. Auf Bildern und Videos sind Feuer und Rauchwolken in der Hauptstadt Caracas zu sehen. Zudem wurde Machthaber Maduro festgenommen. Alle aktuellen News zum US-Angriff hier.

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Donald Trump hat bestätigt, dass die USA Venezuela-Machthaber Maduro festgenommen haben. (Foto) Suche
Donald Trump hat bestätigt, dass die USA Venezuela-Machthaber Maduro festgenommen haben. Bild: picture alliance:dpa:AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Donald Trump ordnete Angriff auf Venezuela an
  • Bilder und Videos zeigen Explosionen in Hauptstadt Caracas
  • Trump bestätigt Angriff und Festnahme von Machthaber Maduro

Die Spannungen zwischen Venezuela und den Vereinigten Staaten sind eskaliert. Donald Trump hat einen Angriff auf die venezolanischen Hauptstadt Caracas angeordnet. Videos und Fotos in den sozialen Netzwerken zeigen Explosionen und Rauchwolken. Mehrere davon sollen sich im Gebiet La Carlota ereignet haben, wo ein Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe liegt.

Weitere Nachrichten zu Donald Trump und der US-Politik finden Sie am Ende dieses Artikels.

Donald Trump ordnete Angriff auf Venezuela an laut US-Sender

Journalistin Jennifer Jacobs, CBS-Korrespondentin im Weißen Haus, schrieb beim Kurznachrichtendienst X: "Präsident Trump hat laut Angaben von US-Beamten Angriffe auf Ziele in Venezuela, darunter auch militärische Einrichtungen, angeordnet, nachdem die Regierung am frühen Samstagmorgen ihre Kampagne gegen das Regime von Präsident Nicolás Maduro verschärft hatte".

Venezuela wirft USA militärische Aggression vor

Auf einem Video des Senders VPItv war zu sehen, wie mehrere Hubschrauber über die nächtliche Stadt fliegen. Die venezolanische Regierung hat bereits auf die Angriffe reagiert und wirft den Vereinigten Staaten eine militärische Aggression gegen zivile und militärische Ziele vor. Dies stelle eine Verletzung der UN-Charta dar, hieß es in einer Mitteilung der venezolanischen Regierung.

Alle aktuellen Nachrichten nach US-Angriff auf Venezuela im News-Ticker:

+++ Maduro kommt in New Yorker Haftanstalt an +++

Nach seiner Festnahme bei einem US-Militäreinsatz ist der venezolanische Präsident Nicolás Maduro in einer Haftanstalt in New York angekommen. Ein vom Weißen Haus auf der Plattform X verbreitetes Video zeigte, wie Maduro in Handschellen und umrahmt von Beamten der US-Drogenpolizei DEA in einem Gang des Gebäudes abgeführt wird. US-Medienberichten zufolge soll er für die Zeit seiner Untersuchungshaft im Stadtteil Brooklyn im Metropolitan Detention Center untergebracht werden, einer Haftanstalt der Bundesbehörden.

Zuvor war Maduro übereinstimmenden Medienberichten zufolge mit einem Flugzeug der Bundesbehörden auf einem Flughafen im US-Bundesstaat New York gelandet und von dort per Hubschrauber in die Nähe der Haftanstalt in der Ostküstenmetropole gebracht worden. Das US-Militär hatte ihn am Samstag bei einem großen Militäreinsatz in Venezuela festgenommen.

Maduro muss sich in New York vor Gericht verantworten. Dem entmachteten autoritären Staatschef und seiner bei dem Militäreinsatz ebenfalls festgenommenen Frau Cilia Flores werden unter anderem "Verschwörung zum Drogenterrorismus" sowie "Verschwörung zum Kokainimport" vorgeworfen.

+++ Medien: Venezuelas Vizepräsidentin übernimmt Regierung +++

Nach der gewaltsamen Entmachtung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro übernimmt Vizepräsidentin Delcy Rodríguez örtlichen Medienberichten zufolge geschäftsführend die Führung des Landes. Das habe das Oberste Gerichtshof in Venezuela angeordnet.

+++ Trump-Ministerin Bondi: Maduro in New York angeklagt +++

Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores sind nach Angaben von US-Justizministerin Pam Bondi in New York angeklagt worden. Maduro würden unter anderem Verbrechen in Zusammenhang mit Drogenhandel vorgeworfen, teilte Bondi auf der Plattform X mit. US-Eliteeinheiten hatten den autoritären Staatschef und seine Ehefrau in der Nacht zum Samstag bei einem Angriff auf Venezuela festgenommen und außer Landes gebracht.

+++ Krisenstab zu Venezuela in Deutschland +++

Nach dem US-Angriff auf Venezuela verfolgt die Bundesregierung in Deutschland die Entwicklung "mit größter Sorge". Der Krisenstab der Bundesregierung berate im Auswärtigen Amt über die Situation, verlautete von dort. Zuerst hatte "Bild" darüber berichtet.

"Wir beobachten die Lage in Venezuela sehr aufmerksam", hieß es. Das Auswärtige Amt stehe im engen Kontakt mit der Botschaft in Caracas. Die Lage sei derzeit noch in Teilen unübersichtlich. "Wir stimmen uns eng mit unseren Partnern ab."

Die USA hatten bei einem Angriff auf Venezuela Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau gefasst und außer Landes gebracht. Das teilte US-Präsident Donald Trump auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social mit.

+++ Milei feiert Maduros Festsetzung durch die USA +++

Argentiniens Präsident Javier Milei feiert die von den USA verkündete Festsetzung von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro. "DIE FREIHEIT SCHREITET VORAN, ES LEBE DIE FREIHEIT VERDAMMT NOCHMAL", schrieb der ultraliberale Politiker auf X in Versalien zu einem Nachrichtenbericht, den er auf der Plattform teilte. Milei ist ein vehementer Gegner der bisherigen venezolanischen Führung unter Maduro. Argentinien hatte dessen umstrittene Wiederwahl 2024 nicht anerkannt.

+++ Russland verurteilt "bewaffnete Aggression" gegen Venezuela +++

Russland hat als Verbündeter Venezuelas die "bewaffnete Aggression" der USA gegen das Land verurteilt. "Die Vorwände, die zur Rechtfertigung solcher Aktionen angeführt werden, sind unhaltbar", teilte das Außenministerium in Moskau mit. Statt pragmatischer Handlungen habe eine "ideologisierte Abneigung" gegen die Führung in Venezuela Oberhand gewonnen. Wichtig sei jetzt, eine weitere Eskalation zu verhindern und den Dialog zu suchen. Russland sei zur Unterstützung bereit.

"Lateinamerika sollte eine Friedenszone bleiben", hieß es in der Mitteilung weiter. Venezuela habe das Recht, "seine eigene Zukunft ohne destruktive, geschweige denn militärische Einmischung von außen zu bestimmen". Russland unterstütze Venezuelas Behörden auch bei der Forderung, unverzüglich eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates einzuberufen.

"Die russische Botschaft in Caracas arbeitet unter Berücksichtigung der Situation normal", teilte das Ministerium mit. Russische Staatsbürger seien nicht betroffen. Kremlchef Wladimir Putin hatte dem autoritären venezolanischen Staatschef, Nicolás Maduro, im Dezember angesichts wachsender Spannungen mit den USA seine Unterstützung zugesichert.

+++ Soldaten und Zivilisten bei US-Angriff auf Venezuela getötet +++

Bei dem US-Angriff auf Ziele in Venezuela sind nach Regierungsangaben Soldaten und Zivilisten getötet worden. "Wir verurteilen diesen Angriff auf unser Volk, der Beamten, Soldaten, Unschuldigen und Zivilisten das Leben gekostet hat", sagte Vizepräsidentin Delcy Rodríguez im Staatsfernsehen.

+++ US-Vize-Außenminister: Maduro wird zur Rechenschaft gezogen +++

Der von US-Streitkräften gefasste venezolanische Staatschef Nicolás Maduro wird nach Angaben von US-Vize-Außenminister Christopher Landau für seine «Verbrechen» zur Rechenschaft gezogen. "Der Tyrann ist gestürzt", schrieb Landau auf X.

+++ Venezuelas Verteidigungsminister ruft zum Widerstand auf +++

Nach den US-Angriffen auf Venezuela hat der Verteidigungsminister des südamerikanischen Landes zum Widerstand aufgerufen. "Sie haben uns angegriffen, aber sie werden uns nicht brechen", sagte Vladimir Padrino in einer Videobotschaft. "Vereint bilden Soldaten und das Volk eine unzerstörbare Mauer des Widerstands." Alle Truppen würden zur Landesverteidigung eingesetzt.

Die Luftschläge richteten sich Berichten zufolge vor allem gegen Militärstützpunkte, Flugplätze, Kommunikationsanlagen und Häfen. Unter anderem soll die Fuerte Tiuna - die wichtigste Militärbasis des Landes - in Caracas angegriffen worden sein.

+++ CBS News: Maduro wurde von US-Eliteeinheit gefasst +++

Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro ist laut einem Medienbericht von einer US-Elite-Spezialeinheit gefangen genommen worden. Am frühen Samstagmorgen sei Maduro von Einheiten der Delta Force in Gewahrsam genommen worden, berichtete der US-Sender CBS News unter Berufung auf US-Beamte.

Die Einheit der US-Armee kam auch 2019 zum Einsatz, bei der der Anführer des Islamischen Staates (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, getötet wurde.

+++ US-Senator zu Venezuela: "Dieser Krieg ist illegal" +++

Nach dem Angriff der USA auf Venezuela haben mehrere US-Parlamentarier Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vorgehens geäußert. Der demokratische Senator von Arizona, Ruben Gallego schrieb im Kurznachrichtendienst X: "Dieser Krieg ist illegal. Es ist beschämend, dass wir uns vom Weltpolizisten zum Weltmobber entwickelt haben. Es gibt keinen Grund, warum wir mit Venezuela im Krieg sein sollten".

Auch ein Parteifreund von US-Präsident Donald Trump, der republikanische Senator Mike Lee von Utah, meldete Zweifel an: "Ich bin gespannt darauf zu erfahren, was - falls überhaupt etwas - diese Handlung verfassungsrechtlich rechtfertigen könnte, angesichts des Fehlens einer Kriegserklärung oder einer Genehmigung zum Einsatz militärischer Gewalt."

Neben Zweifeln an der Vereinbarkeit des Vorgehens mit der US-Verfassung dürfte auch das Fehlen einer völkerrechtlichen Grundlage Anlass zur Sorge geben. Schon die US-Angriffe auf angebliche Boote von Drogenschmugglern in der Karibik in den vergangenen Monaten wurden von Rechtsexperten als Verstoß gegen internationales Recht bezeichnet.

+++ Bericht: Venezuela ruft Ausnahmezustand aus +++

Nach den US-Angriffen auf Venezuela hat die Regierung in Caracas einen landesweiten Ausnahmezustand ausgerufen. "Präsident Nicolás Maduro hat die Umsetzung des Dekrets unterzeichnet, das den Ausnahmezustand im gesamten Staatsgebiet ausruft", heißt es in einer von dem venezolanischen Sender TeleSUR TV verbreiteten Erklärung der Regierung Venezuelas.

Unter dem Ausnahmezustand kann die Regierung Grundrechte weiter einschränken, die Streitkräfte und zivile Milizen aktivieren, die Kontrolle über Medien und die öffentliche Ordnung weiter verschärfen, sowie eine bewaffnete Verteidigung vorbereiten. Zugleich rief die Regierung die Bevölkerung auf, sich zur Verteidigung gegen "die imperialistische Aggression" zu erheben. "Das Volk Venezuelas und seine bolivarischen Streitkräfte stehen bereit, um die Souveränität und den Frieden zu sichern", hieß es weiter.

+++ Donald Trump bestätigt US-Angriff auf Venezuela und Festnahme von Maduro +++

Wenige Stunden nach dem Angriff meldete sich Donald Trump bei Truth Social zu Wort und bestätigte nicht nur den Angriff, sondern auch, dass man Machthaber Maduro festgenommen habe: "Die Vereinigten Staaten von Amerika haben erfolgreich einen groß angelegten Angriff gegen Venezuela und dessen Staatschef, Präsident Nicolas Maduro, durchgeführt, der zusammen mit seiner Frau festgenommen und aus dem Land geflogen wurde. Diese Operation wurde in Zusammenarbeit mit den US-Strafverfolgungsbehörden durchgeführt. Weitere Details folgen. Heute um 11 Uhr findet in Mar-a-Lago eine Pressekonferenz statt. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Präsident DONALD J. TRUMP."

Venezuelas autoritärer Staatschef Maduro wirft den USA schon lange vor, einen Machtwechsel in Caracas erzwingen zu wollen. Nach seiner von Betrugsvorwürfen überschatteten Wiederwahl 2024 erkannte die Regierung in Washington den Linkspolitiker nicht mehr als rechtmäßigen Staatschef an.

Außerdem werfen die USA Maduro Drogengeschäfte vor. Für Informationen, die zu seiner Festnahme führen, hatten die USA eine Belohnung von bis zu 50 Millionen Dollar (rund 43 Millionen Euro) ausgesetzt.

+++ CBS News: Angriffe in Venezuela schon Weihnachten geplant +++

US-Präsident Donald Trump hat für Angriffe auf Venezuela laut einem Medienbericht bereits vor Tagen grünes Licht erteilt. Militärvertreter hätten erwogen, die Attacken an Weihnachten durchzuführen, berichtete der US-Nachrichtensender CBS News unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Aufgrund der US-Luftschläge in Nigeria gegen Ziele des Islamischen Staates (IS) seien die Pläne dann allerdings verschoben worden.

Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. (Foto) Suche
Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. Bild: picture alliance/dpa/AP | Matias Delacroix

CBS News zufolge gab es in den Tagen nach Weihnachten weitere Zeitfenster für Angriffe - allerdings sei das Wetter ungünstig gewesen, sodass das US-Militär auf bessere Bedingungen gewartet habe.

In der Nacht zum Samstag haben die Vereinigten Staaten dann offensichtlich Ziele in Venezuela angegriffen. Die Regierung in Caracas warf Washington vor, eine militärische Aggression gegen zivile und militärische Ziele durchzuführen. Auch die US-Medien CBS News und Fox News berichteten, die USA hätten Ziele in Venezuela attackiert.

+++ US-Luftfahrtbehörde untersagt Flüge rund um Venezuela +++

Die US-Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) hat Flüge rund um Venezuela untersagt. "In Zusammenhang mit den andauernden militärischen Aktivitäten" ist der Betrieb von kommerziellen und privaten US-Flügen in bestimmten Gebieten verboten. Das geht aus einer sogenannte Notam (Notice to Airmen, Hinweise an Piloten) hervor, die die FAA bei verschiedenen Gefahrensituationen und Lagen herausgibt. Konkret handelt es sich um die venezolanische Küstenstadt Maiquetía, die Karibikinsel Curaçao, um Piarco auf der Insel Trinidad sowie um San Juan auf Puerto Rico.

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/news.de/dpa

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