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Corona-Schock in Sachsen: Ohne Impfung gibt es KEINEN Führerschein mehr

Seit Ende 2021 gilt in Sachsen auch für Fahrschulen 2G: Wer hier Theorie- oder Fahrstunden absolvieren will, muss geimpft oder genesen sein. Eine Tatsache, die nun für Zündstoff sorgt. Viele Jugendliche müssen die Fahrschule abbrechen oder pausieren.

Wer in Sachsen ab 16 den Führerschein machen will, muss geimpft oder genesen sein. Bild: picture alliance/dpa | Swen Pförtner

"Ungeimpfte Jugendliche dürfen keinen Führerschein machen": Mit dieser Schlagzeile sorgt die "Freie Presse" aktuell für mächtig Wirbel. Der Aufschrei in den sozialen Medien ist groß. Der Grund: Fahrschüler ab 16 Jahren müssen in Sachsen geimpft oder genesen sein. Viele ungeimpfte Jugendliche müssen deswegen ihre Fahrstunden absagen oder verzichten gar auf eine Anmeldung.

2G-Regelung in Fahrschulen: Ohne Impfung gibt es in Sachsen keinen Führerschein

Mit seiner Regel-Änderung Ende 2021 würde der Freistaat Sachsen Jugendliche indirekt zur Impfung zwingen, heißt es aktuell bei der "Freien Presse". Wer in Sachsen ab 16 den Führerschein machen will, muss geimpft oder genesen sein. Für Jüngere reicht ein negativer Test-Nachweis. Ausnahmen machen die Fahrschulen lediglich bei unaufschiebbaren beruflichen Lehrveranstaltungen, berichtet die "Freie Presse". Was genau das bedeutet? Bus- und Lkw-Fahrer jedes Alters dürfen weiterhin unter 3G-Maßnahmen ausgebildet werden. Wer jedoch einen Pkw-Schein machen will, unterliegt hingegen der 2G-Pflicht.

Wer also aktuell einen Führerschein in Sachsen machen will, kommt um eine Impfung nicht herum. Das betrifft auch diejenigen, die ihre Ausbildung bereits vor der 2G-Regel-Änderung begonnen haben. Viele Jugendliche seien von der neuen 2G-Verschärfung überrascht worden, berichtet die "Freie Presse". Zahlreiche Fahrschüler, die bereits erste Fahrstunden absolviert hatten, müssen nun pausieren.

"Regeländerung ist total sinnfrei": Fahrlehrer kritisieren 2G-Regeln in Sachsen

Das sorgt für Kritik. Viele Jugendliche würden sich nur impfen lassen, um die Fahrerlaubnis zu bekommen, erklärte ein 17-jähriger Fahrschüler im Gespräch mit der "Freien Presse". Und auch Fahrlehrer blicken der 2G-Regelung kritisch entgegen. Fahrlehrerin Diane Lorenz vom Verkehrsbildungszentrum Erzgebirge mit Sitz in Annaberg-Buchholz erklärte gegenüber der Zeitung, dass viele Jugendliche sich nur impfen lassen würden, weil sie beruflich auf den Pkw-Schein angewiesen sind. Andere Jugendliche wiederum würden mit der Ausbildung nicht weiter machen, obwohl sie im vergangenen Jahr die Theorie bereits bestanden haben, so die Fahrlehrerin. Wütend erklärt sie: "Diese Regeländerung ist total sinnfrei. Ungeimpfte Busfahrer kommen zu uns zur Weiterbildung, aber Jugendliche müssen wir vertrösten. Hier wird Druck von der Politik ausgeübt, damit sich Minderjährige impfen lassen."

Unterschiedlichen Corona-Regeln für Fahrschüler sorgen für Zündstoff

Ähnlich sieht es auch Fahrlehrer Frank-Rüdiger Wemmer. Im Gespräch mit "Freie Presse" erklärte er: "Am Gymnasium wird unter 3G unterrichtet. Für den Theorieunterricht bei uns reicht das aber nicht aus, obwohl es sich bei den Jugendlichen sogar um Klassenkameraden handelt und Schüler ohnehin regelmäßig getestet werden." Auch der sächsische Fahrlehrerverband übt öffentlich Kritik an den unterschiedlichen Corona-Regeln. "Zumal wir in Sachsen eine deutlich geringere Hospitalisierungsrate als in benachbarten Bundesländern haben, in denen die 3G-Regel besteht", sagte Vorsitzender Andreas Grünewald. Schon jetzt hätten zahlreiche Fahrschulen durch die Regel-Verschärfungen und den vergangenen Lockdown enorme Geldeinbußen.

Fahrerlaubnisprüfungen unter 3G gestattet - Unverständnis bei Sächsischem Fahrlehrerverband

"Wir glauben, dass ein ordnungsgemäß getesteter Fahrschüler wesentlich unkritischer auszubilden ist als ein nur Geimpfter oder gar vor langer Zeit Genesener. Deshalb fordern wir die Heraufsetzung des 2G-Regel-Alters auf 18", so der Verbandschef im Gespräch mit "Freie Presse". Besonders verwirrend: Die reinen Fahrerlaubnisprüfungen können unter 3G stattfinden. Eine Tatsache, die zu noch mehr Unverständnis in den Fahrschulen führt. Das sächsische Sozialministerium stellte jedoch jüngst klar, dass keine Anhebung der Altersgrenze vorgesehen sei, heißt es bei "Freie Presse".

Fahrschüler und Eltern wütend über 2G-Regel bei Fahrschulen

Im Netz sorgte die Tatsache, dass ungeimpfte Jugendliche in Sachsen keinen Führerschein machen dürfen, für Empörung. Auf der Facebook-Seite der "Freien Presse" machen sie ihrem Ärger Luft. "wie lange wollen wir uns das noch gefallen lassen es ist ja schon schlimm genug mit den ganzen druck den man so schon hat", "Meine Tochter, muss aussetzen und darf erst wieder fahren, wenn sie vollständig geimpft ist. Völliges Unverständnis und da wird sie regelmäßig getestet." und "Das ist das allerletzte ! Jede Fahrschule die das mitmacht wird wohl hinterher kaum noch Schüler haben!", poltern zahlreiche Leser.

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sba/news.de