Kriminalität: Schüsse in Krakau - was wir wissen und was nicht

Ein Mann schießt in der polnischen Stadt Krakau aus einem Auto wahllos auf Passanten. Sechs Menschen sterben, viele weitere verletzt. Der Täter ist festgenommen, sein Motiv unklar.

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Ein Mann hat im polnischen Krakau aus einem Auto auf Passanten geschossen und sechs Menschen getötet. 15 Personen und der Täter werden verletzt, viele schweben in Lebensgefahr. Im Elternhaus des Täters findet die Polizei zudem die Leichen seiner Mutter, seines Vaters und seiner Schwester. Was bislang bekannt ist.

Tatorte und Opfer

Gegen 15.00 Uhr begann ein Mann am Samstag, aus einem Auto heraus wahllos auf Passanten zu schießen.

Die Schüsse fielen im Zentrum Krakaus, auf dem Großen Ring, dem Hauptplatz.

Nach Angaben der Polizei wurden vier Frauen und zwei Männer getötet. Vier der sechs Todesopfer stammen aus Polen, ein Opfer aus Großbritannien, eine Frau kam ebenfalls aus dem Ausland. Das Alter der Toten lag nach Angaben der Woiwodschaft Kleinpolen zwischen 32 und 61 Jahren.

Insgesamt gibt es 16 Verletzte. Dazu zählen der Täter und zwei Polizisten. Darunter sind nach Polizeiangaben laut der polnischen Nachrichtenagentur PAP auch fünf Personen aus Deutschland, Großbritannien, Portugal, Österreich und Russland. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, man könne bestätigen, dass bei dem Angriff eine Person mit deutscher Staatsangehörigkeit verletzt worden sei.

Mehrere Droschkenkutscher wurden schwer verletzt. Zwei von ihnen kämpfen laut dem Verein Krakauer Kutscher um ihr Leben.

Nach der Tat in Krakau werden im Elternhaus des Täters in der Stadt Ostrowiec Swietokrzyski etwa zwei Autostunden nordöstlich von Krakau seine Eltern und seine Schwester tot aufgefunden. Sie wiesen Schussverletzungen auf. "Das Beweismaterial deutet darauf hin, dass diese Taten von derselben Person begangen wurden", hieß es.

Täter und Festnahme

Der Täter ist laut Polizei polnischer Staatsbürger, 24 Jahre alt und stammt aus der Woiwodschaft Heiligkreuz im Südosten des Landes.

Im Auto des Schützen wurden zahlreiche Waffen sowie Munition gefunden. "Der Mann trug militärähnliche Kleidung und benutzte eine Langwaffe militärischer Bauart, möglicherweise ein halbautomatisches Sturmgewehr vom Typ AR-15", sagte eine Polizeisprecherin dem Sender TVN24.

Der Täter wurde laut Polizei von Beamten angeschossen und in ein Krankenhaus gebracht. Die Nachrichtenagentur PAP berichtete unter Berufung auf einen Fotoreporter, dass er auf seiner Flucht an einer Kreuzung mit einem anderen Auto zusammengestoßen sei. Er sei daraufhin aus seinem Fahrzeug gesprungen und habe auf die Einsatzkräfte geschossen. Diese hätten das Feuer erwidert.

Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft in Polen stuft die tödlichen Schüsse auf dem Marktplatz von Krakau als terroristische Straftat ein. Ermittelt werde wegen der Tötung von sechs Personen sowie des versuchten Mordes an zahlreichen weiteren Personen, darunter Polizeibeamte, "wobei diese Tat einen terroristischen Charakter aufwies". Die Ermittler sprachen nicht ausdrücklich von einem politischen Motiv.

Zugleich werde wegen der Tötung der Eltern und der Schwester in der Stadt Ostrowiec Swietokrzyski ermittelt.

Was wir nicht wissen

Das genaue Motiv des Täters war zunächst nicht klar. Die Polizei untersucht die Hintergründe und alle Umstände des Vorfalls. Der Schütze soll nach ersten Erkenntnissen "sehr radikale Ansichten" vertreten haben. Der polnische Innenminister Marcin Kierwinski sagte, es gebe Anzeichen dafür, dass er von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen sei, auch wenn dies noch näher überprüft werden müsse.

Der Zeitpunkt des Todes der drei Familienmitglieder und das Motiv.

Die Nationalität des sechsten Todesopfers.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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