Kriminalität: Kranführer vor Gericht: "Ich habe drei Kollegen verloren"

Ein gerissenes Seil, drei Tote: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Kranführer fahrlässige Tötung vor. Warum er gegen den Strafbefehl Einspruch eingelegt hat.

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Nach einem tödlichen Unfall auf einer Brückenbaustelle im Nordschwarzwald hat der angeklagte Kranführer vor Gericht Angehörigen der drei Toten kondoliert. "Mein herzliches Beileid", sagte der 38-Jährige zu Beginn seiner Aussage. Hinterbliebene sind zwar Nebenkläger in dem Prozess, sie waren aber beim ersten Verhandlungstag nicht im Amtsgericht Horb im Landkreis Freudenstadt.

"Ich habe drei Kollegen verloren", verlas sein Rechtsanwalt dann eine Erklärung des Angeklagten. "Ich trage diesen Verlust als Mensch, nicht als Täter." Die Verantwortung für das Unglück habe die Bauleitung.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Kranführer fahrlässige Tötung vor. Er hätte aus Sicht der Behörde sorgfältiger arbeiten müssen.

Gondel stürzte in die Tiefe

Das Unglück vom Mai 2025 in Horb am Neckar hatte weit über die Region hinaus Entsetzen ausgelöst. Ein Befestigungsseil war gerissen. Drei Arbeiter stürzten mit der zuvor an einem Kran hängenden Gondel aus einer Höhe von etwa 55 Metern in die Tiefe. Die Männer im Alter von 40 bis 46 Jahren - zwei Polen und ein Deutscher - waren sofort tot.

Die Ermittler waren schon bald nach dem Absturz von menschlichem Versagen als Ursache ausgegangen. Technische Mängel könnten ausgeschlossen werden, teilte die Staatsanwaltschaft nach Abschluss der Ermittlungen mit.

Das Amtsgericht erließ gegen den Kranführer einen Strafbefehl, welcher eine Freiheitsstrafe von zwölf Monaten vorsieht - ausgesetzt zur Bewährung. Im Bewährungsbeschluss wurde dem Angeklagten eine Geldauflage in Höhe von 10.000 Euro erteilt, wie das Gericht mitteilte.

Dagegen legte der Mann Einspruch ein, daher wird jetzt verhandelt. Ein Urteil könnte das Gericht nach aktueller Planung am 26. November sprechen.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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