Kriminalität: Messerattacke in Seniorenheim: Haftbefehl erlassen
Was brachte einen 72-Jährigen im Rollstuhl mutmaßlich dazu, in einem Seniorenheim mit einem Messer auf Mitbewohnerinnen loszugehen? Eine Frau starb. Im Ort wird für die Opfer gebetet.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Der 72-Jährige, der in dem Seniorenheim lebte, soll am Freitagabend mit einem Messer auf mehrere Frauen in der Einrichtung eingestochen haben. Eine 86 Jahre alte Heimbewohnerin starb noch am Tatort, zwei weitere Frauen im Alter von 81 und 83 Jahren wurden schwer verletzt. Eine der beiden schwebte vorübergehend in Lebensgefahr. Am Samstag wurde ihr Zustand als vorerst stabilisiert beschrieben.
Unklar waren zunächst das Motiv und die Beziehung des Tatverdächtigen zu den drei Frauen. Die "Bild"-Zeitung berichtete, der Mann habe sich gemobbt gefühlt und an seinen Mitbewohnerinnen rächen wollen. Polizei und Staatsanwaltschaft machten dazu zunächst keine offiziellen Angaben. Eine Mordkommission ermittle.
Die Untersuchungshaft werde der Mann voraussichtlich in einem Justizvollzugskrankenhaus antreten, teilten die Ermittler mit. Als Tatort nannten die Ermittler die Cafeteria des Seniorenheims. Die Polizei nahm den Deutschen den Angaben zufolge widerstandslos fest. Die "Bild"-Zeitung schrieb, er sei nach der Tat in sein Zimmer gerollt.
Polizei mit Großaufgebot
Nach dem Angriff am Freitagabend waren auch am Tag danach noch Polizeibeamte in dem Seniorenheim. Mehrere Dienstwagen standen vor der Einrichtung, Angehörige von Bewohnern wurden über einen anderen Zugang ins Gebäude gebracht. Die Jalousien der Cafeteria waren heruntergelassen. Eine ruhige, bedrückte Stimmung lag über dem Gelände.
Ein Pfarrheim in unmittelbarer Nähe zu dem Seniorenheim wurde zur Anlaufstelle für betroffene Angehörige. "Die Menschen in Olfen sind geschockt und betroffen", sagte Pfarrer Ulrich Franke von der katholischen Pfarrei St. Vitus in Olfen der Deutschen Presse-Agentur. In den Sonntagsmessen sollte für die Opfer und Betroffenen gebetet werden. Auch das Bistum Münster zeigte sich auf Instagram erschüttert: "Wir beten für alle, für die das Heute nicht mehr ist wie das Gestern."
Ein Fall, der für sich steht
In einer bundesweiten Studie hätten mehr als 60 Prozent der Heimleitungen angegeben, dass es in den letzten zwölf Monaten mindestens einen Gewaltvorfall zwischen Bewohnern gegeben habe. "Ursachen können beispielsweise Demenzerkrankungen, eingeschränkte Impulskontrolle oder Konflikte um persönliche Nähe und Raum sein", sagte er.
Zahlen zu dem Phänomen bezögen sich aber häufig auf beobachtete Vorfälle, die von Mitarbeitenden oder Heimleitungen gemeldet worden seien. Wie viele Bewohner tatsächlich betroffen sind, sei unbekannt. Es bestehe eine "erhebliche Forschungslücke". "Es ist an der Zeit, Licht ins Dunkle zu bringen", sagte Brysch. "Der Gesundheitsminister ist gefordert."
Ein Fall wie in Olfen sei ihm jedoch bislang nicht bekannt, betonte Brysch. "In gewisser Weise steht er für sich."
In dem Seniorenzentrum leben nach Betreiberangaben 77 pflegebedürftige Senioren. Es seien "Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, die durch gesundheitliche Beeinträchtigungen der Unterstützung und Pflege bedürfen". Träger des Seniorenzentrums ist die Stadt Olfen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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