Simon Andriesz ist tot: Er packte über Epstein und Trump-Minister aus - Whistleblower (57) tot aufgefunden
Er prangerte Verbindungen zwischen Donald Trumps US-Handelsminister und Jeffrey Epstein an, erlitt einen Herzinfarkt und kämpfte jahrelang gegen den finanziellen Ruin. Jetzt ist der britische Whistleblower Simon Andriesz mit 57 Jahren tot aufgefunden worden.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Simon Andriesz ist tot
- Whistleblower im Jeffrey-Epstein-Skandal mit 57 Jahren gestorben
- Britischer Ex-Banker leblos in Thailand aufgefunden - Angehörige sprechen über mutmaßliche Todesursache
Der britische Ex-Banker und Epstein-Whistleblower Simon Andriesz ist tot. Nach Angaben seiner Familie nahm sich der 57-Jährige am 23. September 2026 in Thailand das Leben. Die Angehörigen betonten, dass es keinerlei Anzeichen für ein Fremdverschulden gebe, wie "Newsweek"und die "Bild" berichten.
Simon Andriesz ist tot - Epstein-Whistleblower wurde nur 57 Jahre alt
Inzwischen wurde eine Überprüfung eingeleitet, wie die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA mit den Whistleblower-Beschwerden von Andriesz umgegangen ist. Mehrere britische Parlamentsabgeordnete hatten zuvor Bedenken über die Behandlung des Hinweisgebers durch die Behörde geäußert und einen stärkeren Schutz für Whistleblower gefordert.
Epstein-Whistleblower enthüllte Verbindungen von Trump-Minister Lutnick zu Sexualverbrecher
Simon Andriesz hatte jahrelang mutmaßliches Fehlverhalten beim Finanzdienstleister BGC Partners angeprangert und geschäftliche Verbindungen zwischen dem heutigen US-Handelsminister Howard Lutnick und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein öffentlich gemacht. Im Frühjahr 2026 hatte Andriesz brisante E-Mail-Korrespondenz aus dem Jahr 2018 ans Licht gebracht. Die Nachrichten legten nahe, dass Trumps Minister Lutnick und Epstein über ein gemeinsames Engagement bei dem digitalen Werbeunternehmen Adfin im Austausch standen – obwohl der heutige US-Handelsminister zuvor erklärt hatte, den Kontakt zu Epstein schon lange vorher abgebrochen zu haben.
Vor dem Haushaltsausschuss des Senats musste Lutnick schließlich einräumen, 2012 mit seiner Familie auf Epsteins Privatinsel zu Mittag gegessen zu haben: "Meine Frau war dabei, ebenso meine vier Kinder und Kindermädchen ... Wir haben auf der Insel zu Mittag gegessen. Das stimmt. Eine Stunde lang."
Darüber hinaus untersuchte Simon Andriesz finanzielle Verflechtungen rund um die Investmentbank Cantor Fitzgerald sowie Zusammenhänge, in die auch Sarah Ferguson und Prinz Andrew verwickelt gewesen sein sollen. Seine Erkenntnisse legte er sowohl dem FBI als auch dem Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses vor.
Whistleblower Andriesz warf britischer Aufsicht Versagen im Fall Epstein vor
Der Whistleblower erhob schwere Vorwürfe gegen die britische Finanzaufsicht FCA. Nach der Ausstrahlung einer BBC-Dokumentation über seinen Fall im Juli 2026 prangerte er bei einer Veranstaltung der "Transparency Task Force" den mangelhaften Umgang der Behörde mit Hinweisgebern an. "Die Behörde ergriff keine wirksamen Maßnahmen zu meinem Schutz. Die Folgen haben meine Karriere, meine Gesundheit, meine Finanzen und mein Familienleben zerstört", erklärte Andriesz damals. Eine Aufsichtsbehörde, die auf Whistleblower angewiesen sei, dürfe diese nicht im Stich lassen.
Die Konsequenzen seiner Enthüllungen waren gravierend. Bei der BGC Group erlitt Simon Andriesz einen stressbedingten Herzinfarkt und musste mehrfach stationär behandelt werden. Diese gesundheitlichen Probleme führte er auf Vergeltungsmaßnahmen wegen seiner Whistleblower-Tätigkeit zurück. Hinzu kamen jahrelange Rechtsstreitigkeiten, die ihn tief in die Verschuldung trieben – zuletzt drohte sogar der Verlust seines Eigenheims.
Britische Abgeordnete verlangen nach Whistleblower-Tod besseren Schutz für Hinweisgeber
Nach dem Tod von Andriesz haben britische Parlamentsabgeordnete Alarm geschlagen. Sie forderten eine genauere Überprüfung der Schutzmechanismen, die Whistleblowern im Finanzsektor zur Verfügung stehen. Laut "Newsweek" drängten mehrere MPs auf strengere Sicherheitsvorkehrungen für Personen, die mutmaßliches Fehlverhalten in der Branche melden.
Auch in den USA sorgte der Todesfall für Aufsehen. Der republikanische Kongressabgeordnete Thomas Massie aus Kentucky bestätigte Andriesz' Tod öffentlich auf der Plattform X. Er verwies darauf, dass der britische Banker E-Mails aus dem Jahr 2018 aufgedeckt habe, die Lutnick mit Epsteins Investition in das Unternehmen Adfin in Verbindung brachten. Diese Unterlagen habe Andriesz dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses vorgelegt. "Lutnick gab später zu, die Insel besucht zu haben, nicht aber die Geschäftsbeziehungen", schrieb Massie.
Simon Andriesz, the whistleblower who exposed links between Epstein & Howard Lutnick, died by suicide. He was a former senior employee of BGC Partners - a firm founded & run by Lutnick before his appointment by Trump. British MPs want an investigation. https://t.co/j3wGdswo31
— Thomas Massie (@RepThomasMassie) October 6, 2026
BGC bestritt Vorwürfe – doch US-Behörde verhängte Millionenstrafe
Das Unternehmen BGC wies sämtliche Anschuldigungen von Andriesz als "kategorisch falsch" zurück. Interne und externe Untersuchungen in mehreren Ländern hätten seine Behauptungen nicht bestätigt, erklärte die Firma gegenüber der BBC. Auch eine Vergeltung gegen den Whistleblower stritt BGC ab.
Dennoch ordnete die US-Aufsichtsbehörde CFTC im November 2019 eine Strafzahlung von drei Millionen Dollar gegen BGC Financial an – wegen Verstößen bei Aufsicht, Berichterstattung und Dokumentation. Laut BBC trugen einige von Andriesz' Hinweisen zu diesem Verfahren bei. Er selbst erhielt eine Whistleblower-Prämie von 420.000 Dollar von der CFTC. Diese Regulierungsmaßnahmen betrafen allerdings die Unternehmensführung, nicht die späteren Epstein-Enthüllungen. Die nun eingeleitete Überprüfung der FCA soll klären, ob die britische Finanzaufsicht ihren Pflichten gegenüber Andriesz als Hinweisgeber nachgekommen ist.
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loc/news.de/stg
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