HKU5-CoV-2: Mysteriöses Fledermaus-Virus entdeckt – Wissenschaftler warnen vor Übersprung
Ein neu entdecktes Fledermaus-Coronavirus sorgt unter Forschern für Aufmerksamkeit. Der Erreger besitzt eine molekulare Eigenschaft, die auch bei SARS-CoV-2 vorkommt. Von einer neuen Pandemie kann derzeit allerdings keine Rede sein.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Neuer Virusfund: Forscher entdeckten den Erreger in einer brasilianischen Fledermaus
- Auffällige Eigenschaft: Das Spike-Protein besitzt eine funktionelle Furin-Spaltstelle
- Keine Übertragung bekannt: Bislang gibt es keinen Nachweis, dass das Virus Menschen infiziert oder sich zwischen Menschen verbreitet
Wissenschaftler haben in brasilianischen Fledermäusen einen bislang unbekannten Coronavirus-Stamm identifiziert, der nach Einschätzung von Experten ein erhebliches Potenzial besitzt, auf den Menschen überzuspringen. Das Virus mit der Bezeichnung HKU5-CoV-2 weist beunruhigende Gemeinsamkeiten mit dem Erreger der Covid-19-Pandemie auf, wie der "Daily Star" berichtet.
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Bislang gibt es allerdings keinen einzigen dokumentierten Fall einer Übertragung auf Menschen. Dr. Gareth Nye von der Universität Salford ordnete die Lage ein: "Die unmittelbare Gefahr durch dieses Fledermaus-Coronavirus ist derzeit gering." Trotz des grundsätzlichen Risikos geben sich Fachleute zuversichtlich, dass die Forschungsarbeit der vergangenen Jahre eine schnelle Reaktion im Ernstfall ermöglichen würde.
HKU5-CoV-2: Gleiche Schlüsseleigenschaft wie der Covid-19-Erreger
Besonders alarmierend: HKU5-CoV-2 verfügt über eine sogenannte Furin-Spaltstelle auf seinen Spike-Proteinen. Genau diese molekulare Eigenschaft machte SARS-CoV-2 während der Pandemie ab 2020 so ansteckend. Der Fund widerlegt zudem nach Ansicht der Forscher die verbreitete These, dass Covid-19 in einem Labor hergestellt wurde – denn die Furin-Spaltstelle kommt offenbar auch natürlich in Fledermaus-Coronaviren vor.
In Laborversuchen zeigte sich, dass der neue Erreger menschliche Lungen- und Darmzellen auf demselben Weg befallen kann wie Covid-19. Allerdings stellte Dr. Nye klar, dass die Wirksamkeit des Virus dabei "deutlich geringer als bei Covid-19" sei. Konkrete Daten zur tatsächlichen Übertragbarkeit zwischen Menschen fehlen bislang vollständig.
Mutationsgefahr: Virus kann an zahlreiche Säugetierarten andocken
Dr. Nye warnte ausdrücklich vor dem zoonotischen Potenzial des neuen Erregers: "Die Fähigkeit, an verschiedene Säugetierarten zu binden, ist hoch – das Virus könnte mutieren und eine angepasste Variante auf den Menschen übertragen." Damit steigt das Risiko einer schrittweisen Anpassung an den menschlichen Organismus.
Auch Professor Paul Klapper, klinischer Virologe an der Universität Manchester, verwies auf die grundsätzliche Bedrohung durch solche Erreger. Mehr als die Hälfte der jüngeren viralen Pandemien sei auf genau diesem Weg entstanden – durch den Sprung von Tieren auf Menschen. Als wesentliche Treiber nannte er die wachsende Weltbevölkerung, zunehmende Kontakte zwischen Menschen und Wildtieren sowie den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf Tierpopulationen.
Schnelle Impfstoffentwicklung im Ernstfall möglich
Trotz der Warnungen gibt es auch Grund zur Zuversicht. Professor Klapper, der 2024 für seine Verdienste um die Virologie mit dem King's Birthday Honours ausgezeichnet wurde, betonte: "Unsere bisherige Arbeit zeigt, dass ein geeigneter Impfstoff schnell hergestellt und eingesetzt werden könnte, sollte das Virus beginnen, sich von Mensch zu Mensch zu übertragen."
Die Bevölkerung müsse sich wegen dieses speziellen Erregers keine akuten Sorgen machen, so der Virologe weiter. Gleichzeitig mahnte er jedoch zur Wachsamkeit: Über 50 Prozent der jüngsten viralen Pandemien hätten ihren Ursprung in genau solchen zoonotischen Übertragungswegen gehabt. Die umfangreiche Forschungsarbeit seit der Covid-19-Pandemie versetzt die Wissenschaft heute in die Lage, deutlich schneller auf neue Bedrohungen zu reagieren.
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bua/news.de/stg
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