Cyclospora-Ausbruch: 10.000 Infektionen, erste Todesfälle – USA kämpfen gegen Durchfallwelle

In den USA nehmen Fälle der Magen-Darm-Erkrankung Cyclosporiasis kein Ende. Bereits Hunderte Krankenhausaufenthalte hat der Parasit verursacht. Zwei Menschen sind bereits gestorben. Im Verdacht steht ein unscheinbares Lebensmittel.

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Ein unsichtbarer Parasit sorgt für Durchfall-Alarm in den USA: Mehr als 10.000 Menschen haben sich mit Cyclospora infiziert. (Foto) Suche
Ein unsichtbarer Parasit sorgt für Durchfall-Alarm in den USA: Mehr als 10.000 Menschen haben sich mit Cyclospora infiziert. Bild: AdobeStock / larisikstefania
  • Die CDC meldet inzwischen 10.468 bestätigte Cyclospora-Infektionen in den USA – Tendenz weiter steigend
  • Ein Eisbergsalat des Herstellers Taylor Farms aus Mexiko steht als mögliche Ursache im Fokus
  • 517 Menschen mussten bislang ins Krankenhaus, zwei vorerkrankte Personen starben in Michigan

Eine Durchfallwelle in den USA nimmt dramatische Ausmaße an. Die Zahl der bestätigten Cyclospora-Infektionen steigt rasant. Die Gesundheitsbehörden rechnen mit weiteren Fällen. Besonders brisant: Ein alltägliches Lebensmittel könnte der Auslöser des Krankheitsausbruchs sein.

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Cyclospora-Ausbruch in den USA: Mehr als 10.000 Infektionen gemeldet

Nach den jüngsten Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC sind mittlerweile 10.468 Infektionen mit dem Parasiten Cyclospora laborbestätigt (Stand: 04.08.2026). Noch kurz zuvor lag die Zahl bei 6.707 bestätigten Fällen. Der rasante Anstieg zeigt, wie schnell sich die Krankheit verbreitet. Darüber hinaus sind der Behörde mehr als 12.255 weitere Verdachtsfälle bekannt, die noch nicht im Labor bestätigt wurden oder weiterer Analyse bedürfen. Ein Großteil dieser zusätzlichen Meldungen stammt aus dem Bundesstaat Michigan. Insgesamt mussten bislang 517 Erkrankte im Krankenhaus behandelt werden. Zwei Menschen sind im Zusammenhang mit der Infektion gestorben – beide ebenfalls in Michigan. Als mögliche Quelle des Ausbruchs steht weiterhin Eisbergsalat eines mexikanischen Lieferanten im Fokus der Ermittlungen.

Erste Todesfälle – beide Opfer schwer vorerkrankt

Bei den zwei Verstorbenen in Michigan handelte es sich um Personen mit gravierenden gesundheitlichen Vorbelastungen. Laut dem Gesundheitsministerium des Bundesstaates "litten beide Personen an erheblichen Vorerkrankungen, die durch Cyclosporiasis und Dehydration verschlimmert worden sein könnten". Die Behörde ordnete die Todesfälle zugleich als Ausnahmeerscheinung ein. "Todesfälle durch Cyclosporiasis sind in den Vereinigten Staaten selten", stellte das Ministerium klar. Grundsätzlich handele es sich bei einer Cyclospora-Infektion nicht um eine lebensbedrohliche Erkrankung.

Dass gerade Michigan besonders betroffen ist, zeigt sich auch bei den unbestätigten Fällen: Ein erheblicher Anteil der mehr als 12.255 Verdachtsmeldungen geht auf diesen Bundesstaat zurück. Die CDC arbeitet nach eigenen Angaben eng mit den einzelnen Bundesstaaten zusammen, um die Überwachungsdaten laufend zu aktualisieren.

Eisbergsalat aus Mexiko bleibt im Visier der Ermittler

Am 17. Juli 2026 rief das Unternehmen Taylor Farms Eisbergsalat zurück, der aus Zentralmexiko stammte. Betroffen waren sowohl im Einzelhandel verkaufte Produkte als auch Lieferungen an Restaurants und Gastronomiebetriebe. Die Ermittlungen rund um den Salat verliefen allerdings nicht ohne Komplikationen. Eine Probe von Taylor Farms war zunächst positiv auf den Cyclospora-Parasiten getestet worden – stellte sich jedoch als Fehlresultat heraus. Die US-Lebensmittelbehörde FDA entschuldigte sich laut Unternehmensangaben für den falsch positiven Befund.

Trotz dieses Rückschlags sieht die FDA den geschnittenen Eisbergsalat von Taylor Farms weiterhin als wahrscheinlichen Auslöser. Rückverfolgungsuntersuchungen deuteten nach wie vor auf das Unternehmen als Quelle hin. Die Behörde kündigte an, die Untersuchungen fortzuführen und sicherzustellen, dass betroffene Produkte aus dem Verkehr gezogen werden.

Fast alle US-Bundesstaaten betroffen – weiterer Anstieg erwartet

Inzwischen melden 47 der 50 Bundesstaaten Cyclospora-Fälle. Die Erkrankten sind zwischen einem und 98 Jahre alt, das Durchschnittsalter liegt bei 45 Jahren. Mehr als die Hälfte der Betroffenen – 56 Prozent – sind weiblich. Der mittlere Zeitpunkt des Krankheitsbeginns war laut CDC der 4. Juli 2026, wobei die Spanne von Anfang Mai bis Ende Juli reicht. Zahlreiche Verwaltungsbezirke verzeichnen deutlich mehr Fälle als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die tatsächliche Zahl der Erkrankten dürfte noch erheblich höher liegen als die offiziellen Statistiken. Zum einen genesen manche Betroffene ohne ärztliche Behandlung und werden nie auf den Parasiten getestet. Zum anderen rechnet die CDC mit einem Meldeverzug von rund sechs Wochen zwischen Erkrankungsbeginn und Erfassung – die Fallzahlen werden daher voraussichtlich weiter steigen.

So gelangt der Parasit in den Körper

Cyclospora ist ein mikroskopisch kleiner Parasit, der über kontaminierte Nahrungsmittel oder verunreinigtes Wasser in den menschlichen Organismus gelangt. Die Verunreinigung erfolgt dabei durch Fäkalien – eine direkte Übertragung von Person zu Person findet laut CDC in der Regel nicht statt. Der Erreger nistet sich im Dünndarm ein und löst dort wässrigen Durchfall aus, der mit häufigem und teilweise sehr heftigem Stuhlgang einhergeht. Ausbrüche dieser Art häufen sich typischerweise in den Sommermonaten. Die offizielle Saison für Cyclosporiasis erstreckt sich in den USA vom 1. Mai bis zum 31. August. Besonders häufig wird der Parasit mit dem Verzehr von frischem Obst und Gemüse in Verbindung gebracht. Zu den Risikoprodukten zählen unter anderem Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Basilikum, Koriander, Zuckererbsen sowie verschiedene Salatsorten.

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