Prozess (Gericht): Leiche in der Kühltruhe: Elf Jahre Haft für Angeklagten

Die Leiche einer 28-Jährigen steckte in der Kühltruhe – neben Pizza-Kartons. Wie ihr Bruder den grausigen Fund machte und was der angeklagte Ex-Freund der Frau vor Gericht in Bielefeld sagte.

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Eine Polizeiabsperrung vor einem Streifenwagen (Symbolbild). (Foto) Suche
Eine Polizeiabsperrung vor einem Streifenwagen (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / DABLJU (Symbolbild)

Im Prozess um eine Frauenleiche in der Gefriertruhe ist ein 33-jähriger Bielefelder wegen Totschlags zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Der Ex-Freund der Toten erwürgte die 28-jährige Frau nach Überzeugung des Gerichts Anfang April dieses Jahres in ihrer Bielefelder Wohnung nach einem heftigen Streit und lagerte die Leiche in der Gefriertruhe.

Im Prozess hatte der Angeklagte über seine Anwältin bereits ein Geständnis verlesen lassen. Er habe aus Notwehr gehandelt und seine Freundin nicht töten wollen. Er habe Todesangst empfunden, weil sie ihn in dem Streit mit einem Glaskrug geschlagen und mit einem Messer am Arm verletzt habe. An den genauen Tatablauf könne er sich nicht erinnern.

Erwürgen dauert eine Minute

Dem folgte das Gericht nicht. Der Vorsitzende verwies auf Aussagen des Sachverständigen, nach denen das Erwürgen eines Menschen bis zum Eintreten des Todes rund eine Minute dauere. Es sei nicht glaubhaft, dass der Angeklagte das komplett vergessen haben wolle.

Er habe die Leiche in die Gefriertruhe gebracht und dort später auch noch Pizza-Kartons gelagert. "Das muss man erst mal bringen", sagte der Vorsitzende Sven-Helge Kleine.

Die tiefgefrorene Leiche hatte die Ermittler vor besondere Herausforderungen gestellt: Um Spuren zu erhalten, musste die Leiche über mehrere Tage behutsam aufgetaut werden, bevor sie obduziert werden konnte, wie die Polizei mitgeteilt hatte.

Falsche Handynachrichten: Opfer "im Urlaub"

Strafverschärfend wirkte aus Sicht des Gerichts auch, dass der Mann nach der Tat falsche Handynachrichten an den Bruder der Getöteten geschickt haben soll. Darin behauptete der Täter laut Gericht, die Frau sei im Urlaub an der Ostsee, also nicht in der Wohnung.

Der Bruder hatte die Leiche der Frau Mitte April in der Kühltruhe gefunden und die Polizei gerufen. Nach dem Ex-Freund wurde gesucht, Ende April wurde er in Frankfurt/Main festgenommen und er saß seitdem in Untersuchungshaft.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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