Satellitentechnik: Bessere Unwetterwarnung für Europa: Neuer Satellit im All

Präzisere und häufigere Bilder aus dem All sollen den Katastrophenschutz verbessern. Dafür hebt nun ein neuer Satellit ab. Was macht ihn aus?

Erstellt von - Uhr

Wie wird das Wetter? (Foto) Suche
Wie wird das Wetter? Bild: Adobe Stock / by-studio

Er soll Warnungen vor Stürmen und Sturzfluten verbessern und bei der Überwachung aktiver Waldbrände helfen: Dafür ist der neue europäische Wettersatellit "Meteosat Third Generation Imager-2" (MTG-I2) ins All gestartet. Der Satellit hob am späten Abend an Bord einer Ariane-6-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana ab, wie der Raketenbetreiber Arianespace auf der Plattform X mitteilte. Bis er seinen Zielorbit erreicht, wird es etwa zehn Tage dauern.

Viele Aufnahmen gezielt von Europa

Für den 3,8 Tonnen schweren Satelliten hat auch der Technologiekonzern OHB in Bremen entscheidende Teile gebaut. Der Satellit gehört zu einer neuen Generation von Wettersatelliten. Teil der Reihe sind Imager-Satelliten mit abbildenden Instrumenten sowie Sounder-Satelliten mit spektroskopischer Ausrüstung. MTG-I2 vervollständigt eine Konstellation in 36.000 Kilometern Höhe, die bereits aus einem ersten Imager- und einem Sounder-Satelliten besteht.

Während der erste Imager die gesamte Erde in den Blick nimmt, macht MTG-I2 ein Bild nur von Europa und Nordafrika. Der Satellit erstellt alle zweieinhalb Minuten eine neue Aufnahme und damit deutlich häufiger als seine Vorgänger. Zusammen können die drei Satelliten rasch entstehende Phänomene sichtbar machen - etwa Gewitterwolken, Waldbrand-Hotspots oder vulkanische Aschewolken. Das soll die kurzfristige Vorhersage und damit auch die Warnung etwa vor Hagel, Sturzfluten und Starkwind verbessern. Auch Waldbrände sollen sie schneller erkennen und so die aktive Überwachung unterstützen.

Gewitter früher erkennen

Die Daten der Satelliten kommen den nationalen Wetterdiensten zugute, auch dem Deutschen Wetterdienst (DWD). Ulrich Blahak vom DWD erklärt, Gewitter entwickelten sich sehr schnell. Mit dem neuen Satelliten ergebe sich quasi ein Film davon. Das sei besser als nur alle zehn Minuten ein Schnappschuss. Weil die Satelliten häufiger und detailreichere Bilder liefern, könne man die Entwicklung von Gewittern eine Viertelstunde früher erkennen.

Der Satellit wurde von der europäischen Raumfahrtbehörde Esa im Auftrag des europäischen Wettersatelliten-Betreibers Eumetsat entwickelt. Seine Lebensdauer beträgt mehr als zehn Jahre.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere aktuelle News im Ressort "Panorama":

/roj/news.de

Themen:

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.