ISA-Vollversammlung: Tiefseebergbau: Staaten einigen sich nicht auf Regeln
Die Verhandlungen über Regeln für den Tiefseebergbau enden ohne Ergebnis. Umweltverbände kritisieren die Internationale Meeresbodenbehörde und fordern mehr Schutz für die Tiefsee.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Die Internationale Meeresbodenbehörde (ISA) hat ihre Jahrestagung im karibischen Inselstaat Jamaika ohne eine Einigung auf ein Regelwerk für den umstrittenen Tiefseebergbau beendet. Die 172 Mitgliedstaaten hatten bei der fünftägigen Vollversammlung über einen internationalen Regulierungsrahmen für den möglichen Abbau von Rohstoffen am Meeresgrund verhandelt. Umweltorganisationen setzten sich gegen Tiefseebergbau ein und fordern ein Moratorium.
Kritik an Vorstößen außerhalb des ISA-Systems
WWF bedauerte, dass neben dem Haushalt nur eine wesentliche Entscheidung getroffen wurde: Tiefseebergbauunternehmen erhalten vorläufigen Beobachterstatus. "Angesichts laufender Untersuchungen gegen Kontraktoren und der wachsenden Unterstützung für ein Moratorium ist das ein falsches Signal zur falschen Zeit", sagte Martin Webeler, Experte für Tiefseebergbau beim WWF Deutschland. Die Umweltorganisation kritisierte zudem die erneute Verschiebung einer seit langem überfälligen Überprüfung der Meeresbodenbehörde. Dabei soll untersucht werden, ob die ISA ihren Auftrag wirksam und zum Nutzen der gesamten Menschheit erfüllt.
Greenpeace forderte ein entschlosseneres Vorgehen gegen Unternehmen und Staaten, die den Tiefseebergbau außerhalb des internationalen Systems vorantreiben wollen. Hintergrund ist insbesondere der Versuch des Nicht-Mitgliedstaates USA, Bergbauunternehmen den Abbau von Rohstoffen am Meeresgrund einseitig zu ermöglichen. "Die ISA muss nun geschlossen gegen Länder und Unternehmen vorgehen, die im Alleingang Tiefseebergbau betreiben wollen", forderte Daniela von Schaper, Meeresexpertin von Greenpeace Deutschland.
Anstelle des sogenannten "Mining-Codes", mit dem die ISA den kommerziellen Tiefseebergbau international regulieren könnte, fordern viele Staaten und Umweltorganisationen ein Moratorium. Der Abbau soll damit so lange verhindert werden, bis die Folgen für die Meeresumwelt wissenschaftlich geklärt sind. Mit Mauritius, Mosambik und Kongo hätten sich weitere Staaten für ein Moratorium ausgesprochen, erklärte der WWF. Damit vertreten diese Position inzwischen mehr als 45 Staaten.
Rohstoffabbau in der Tiefsee
Die ISA wurde durch das 1994 in Kraft getretene UN-Seerechtsübereinkommen zur Verwaltung des Meeresbodens auf Hoher See geschaffen. Dieser gilt außerhalb nationaler Hoheitsgebiete als gemeinsames Erbe der Menschheit. Beim Tiefseebergbau geht es vor allem um den Abbau von Manganknollen. Diese entstehen über Millionen Jahre und enthalten Rohstoffe wie Mangan, Kobalt, Kupfer und Nickel. Sie könnten etwa für Batterien von Elektroautos genutzt werden. Studien warnen vor großen Gefahren für die bislang wenig erforschten Ökosysteme der Tiefsee.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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