Gluthitze rollt auf Deutschland zu: Meteorologen befürchten erneut bis zu 42 Grad
Noch zeigt sich der Sommer von seiner angenehmen Seite – doch das könnte sich schon in wenigen Tagen drastisch ändern. Der Deutsche Wetterdienst erwartet ab kommender Woche verbreitet Temperaturen über 30 Grad. Ein Wettermodell berechnet für Anfang August sogar bis zu 42 Grad.
Von news.de Redakteurin Anika Bube - Uhr
Suche
- Der DWD erwartet ab kommender Woche eine neue Hitzewelle mit bis zu 35 Grad
- Ein US-Wettermodell berechnet für den 5. August regional sogar Temperaturen von bis zu 42 Grad
- Meteorologen sehen darin ein deutliches Warnsignal für die Folgen des Klimawandels
Wer sich über die aktuellen Temperaturen freut, sollte sie genießen. Nach einem noch vergleichsweise angenehmen Wochenende nimmt der Sommer in Deutschland kräftig Anlauf. Schon in der kommenden Woche steigen die Temperaturen deutlich an. Während der Deutsche Wetterdienst (DWD) verbreitet bis zu 35 Grad erwartet, rechnet ein Wettermodell für Anfang August sogar mit Extremwerten von bis zu 42 Grad.
Weitere Meldungen rund ums Wetter finden Sie am Ende dieses Artikels.
Deutschland droht die Hitzekeule: Wettermodell sieht bis zu 42 Grad
An diesem Freitag (24.07.2026) präsentiert sich das Wetter zunächst noch von seiner moderaten Seite. Im Norden liegen die Höchstwerte zwischen 20 und 23 Grad, im Osten werden bis zu 24 Grad erreicht. Im Westen steigen die Temperaturen auf bis zu 26 Grad, im Süden sind örtlich bereits 29 Grad möglich. Am Wochenende bringen Schauer und Gewitter vielerorts noch einmal etwas Abkühlung, insbesondere am Sonntag und Montag. Doch diese Wetterlage hält nicht lange an. Nach der aktuellen 10-Tage-Prognose des DWD beginnt ab Dienstag (28.08.2026) der nächste Temperaturanstieg. Während im Norden zunächst 21 bis 24 Grad erwartet werden, klettert das Thermometer im Südwesten bereits auf bis zu 31 Grad. Ab Donnerstag dominiert in weiten Teilen Deutschlands die Sonne – und die Hitze legt noch einmal deutlich zu.
Bereits am Mittwoch rechnen die Meteorologen abseits der Küsten und des äußersten Nordens mit Temperaturen zwischen 30 und 34 Grad. Besonders heiß wird es am Oberrhein. An den Küsten bleibt es mit rund 24 Grad deutlich angenehmer. Am Donnerstag verschärft sich die Lage weiter. Nach der DWD-Prognose werden im Rheintal Spitzenwerte von bis zu 35 Grad erreicht. Selbst im Nordosten steigen die Temperaturen auf rund 30 Grad. Lediglich in Küstennähe bleibt es mit 25 bis 29 Grad etwas kühler. Auch zum Ende der Woche zeichnet sich keine Entspannung ab. Nach der Trendprognose des DWD werden von Freitag bis zum darauffolgenden Sonntag bei überwiegend sonnigem Wetter vielerorts weiterhin 30 bis 35 Grad erreicht. In den Nächten kühlt es regional nur noch auf etwa 20 Grad ab.
Wettermodell berechnet bis zu 42 Grad Anfang August
Noch drastischer fällt allerdings der Blick auf die langfristigen Modellrechnungen aus. Wie Klimatologe Karsten Brandt gegenüber "Bild" erklärte, berechnet das amerikanische Wettermodell GFS für den 5. August in einigen Regionen Deutschlands sogar Temperaturen von bis zu 42 Grad. Der vorhergesagte Temperaturkorridor liegt zwischen 39 und 43 Grad. Besonders betroffen sein könnte demnach der Westen Deutschlands. Allerdings mahnen Meteorologen zur Vorsicht. Solche langfristigen Prognosen sind mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Bereits Wolken oder veränderte Windverhältnisse könnten die tatsächlichen Temperaturen deutlich beeinflussen. Im ungünstigsten Fall könnte sich jedoch eine sogenannte Hitzeglocke über Deutschland bilden. Diese Wetterlage würde die extreme Hitze über mehrere Tage festhalten. Ob eine solche Phase drei oder sogar sieben Tage andauert, lässt sich derzeit noch nicht seriös vorhersagen.
Meteorologen warnen: Klimawandel zeigt sich immer deutlicher
Für Brandt ist bereits die Modellrechnung selbst alarmierend. "Meteorologen haben so etwas wegen des Klimawandels erwartet. Aber erst in vielleicht zehn Jahren. Das ist ein Warnhinweis." Noch nie zuvor habe er derart extreme Modellberechnungen für Mitteleuropa gesehen. Auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung zeigt sich besorgt. "So viele Wetterkarten mit Temperaturen um 40 Grad, wie in diesem Jahr, habe ich noch nie gesehen." Von einzelnen Ausreißern könne keine Rede mehr sein. "Es zeigt: Es verändert sich etwas. Wir erleben den Klimawandel live in Deutschland." Beide Experten sehen in den aktuellen Prognosen ein deutliches Signal dafür, dass die Erderwärmung Deutschland schneller und heftiger trifft als bislang angenommen.
Brandt fordert deshalb einen schnellen Ausbau des Hitzeschutzes. Vor allem in Krankenhäusern, Altenheimen und Schulen fehle es vielerorts an Klimaanlagen. Auch Meteorologe Jung sieht Handlungsbedarf. Er spricht sich für zusätzliche Kühlräume in Städten sowie mehr bewässerte Grünflächen aus, um die Belastung während extremer Hitzeperioden zu reduzieren.
Droht der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen?
Sollten sich die extremen Prognosen bewahrheiten, könnte 2026 laut Experten zum heißesten Sommer seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 werden. Bislang gilt der Sommer 2003 mit einer Durchschnittstemperatur von 19,7 Grad laut DWD als Rekordhalter und ging als legendärer "Jahrhundertsommer" in die Wettergeschichte ein. Fest steht bereits jetzt: Nach der kurzen Verschnaufpause rollt auf Deutschland eine neue Hitzewelle zu. Wie extrem sie tatsächlich ausfallen wird, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen.
Weitere Meldungen rund ums Wetter finden Sie hier:
- 35 Grad im Anmarsch? Wetterexperten wagen neue Sommer-Prognose
- Droht der nächste Winter-Flop? Meteorologen wagen erste Prognose
- Hagel-Chaos in Norddeutschland – Videos zeigen überflutete Straße
- Deutschland droht "tödlicher" Sommer – Meteorologen schlagen Alarm
- Brachiale Hitze in diesem Sommer? Das prophezeit der Siebenschläfer
bua/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.