Feuer in Behörde gelegt: Angriff in Jugendamt löst Debatte um Schutz aus
Nach dem Angriff in einem Jugendamt in Brandenburg wächst die Sorge um die Sicherheit von Behörden-Mitarbeitern. Politiker und Gewerkschafter beklagen mehr Aggressionen. Muss der Schutz erhöht werden?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Der Angriff in einem Jugendamt im Süden Brandenburgs hat große Besorgnis und eine Debatte über die Gefährdung von Behörden-Mitarbeitern ausgelöst. Laut Gewerkschaft Verdi nehmen Übergriffe auf Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Deutschland seit Jahren zu.
Die CDU Brandenburg hält es für notwendig, die Sicherheitskonzepte für öffentliche Verwaltungen und Behörden kritisch zu überprüfen und anzupassen. "Beschäftigte im öffentlichen Dienst müssen ihrer Arbeit nachgehen können, ohne Angst vor Gewalt oder Einschüchterung haben zu müssen", hieß es.
Die Landrätin der Uckermark, Karina Dörk (CDU), berät angesichts wachsender Aggressionen darüber, ob künftig ein Wachschutz engagiert wird, wie sie der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Wir müssen uns neu überlegen, wie wir die Mitarbeiter schützen. Es ist erschreckend."
Interne Alarmrufe im Jugendamt
In ihrer Verwaltung könnten Jugendamts-Mitarbeiter bislang in brenzligen Situationen über bestimmte Nottasten am Telefon - eine Art stiller Alarm - Unterstützung von Kollegen rufen. "Da wissen alle, die aufgeschaltet sind, hier ist in dem Büro ein Problem, und wir müssen helfen." Wie oft das vorkommt, konnte sie jedoch nicht sagen.
Im Jugendamt in Finsterwalde - eine Außenstelle der Kreisverwaltung - bedrohte ein Mann am Montag eine Mitarbeiterin und legte Feuer in ihrem Büro. Als Verdächtiger wurde ein 35 Jahre alter Deutscher dann außerhalb des Gebäudes gefasst. Ein Polizeisprecher sagte, es werde wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt. Die Ermittlungen zum Motiv dauern an.
Verdi: Verbesserte Schutzkonzepte nötig
Ein Verdi-Sprecher sagte: "Die Übergriffe gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst, bei Rettungsdiensten, in Notaufnahmen von Kliniken und gegen Fahrpersonal nehmen seit Jahren zu." Dies belegten nicht nur die Nachrichten der letzten Wochen und Monate, sondern auch einschlägige Studien. "Wir fordern seit langem verbesserte Schutzkonzepte, wirksame Prävention und eine ausreichende Personalausstattung. Leider ist eine nachhaltige Besserung bislang nicht in Sicht."
Landrätin: Mehr Hausverbote
Landrätin Dörk aus der Uckermark schilderte, verbale Übergriffe hätten drastisch zugenommen. Das betreffe das Jugendamt mit oft besonders emotionalen Fällen, das Jobcenter, den sozialpsychiatrischen Dienst und Amtstierärzte. Sie erteile auch mehr Hausverbote, und es würden Anzeigen erstattet. Zahlen dazu konnten sie aber nicht nennen.
Die jüngsten Angriffe auf Jugendamts-Mitarbeiter belasteten auch die Beschäftigten ihrer Verwaltung psychisch, meinte Dörk. Die CDU-Politikerin ist Präsidentin des Landkreistages Brandenburg. Sie betonte aber, sie beziehe ihre Einschätzung auf Erfahrungen aus ihrer Kreisverwaltung. Allerdings werde sich auch der kommunale Spitzenverband darüber austauschen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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