Strafprozess: Frauen wegen Serie von Giftanschlägen vor Gericht

Ein Mordkomplott mit Bohnen und Speck: Zwei Frauen sollen eine Reihe von Giftanschlägen auf den Ehemann der einen verübt haben. Nun äußert sich eine der Freundinnen vor Gericht zur mutmaßlichen Tat.

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Im Prozess um ein Mordkomplott und eine Serie von Giftanschlägen hat eine von zwei angeklagten Frauen ein Teilgeständnis abgelegt. Sie habe das Gift für ihre Freundin aus Velbert besorgt, deren Mordpläne aber für bloßes Geschwätz gehalten, ließ die 60-Jährige aus Fürth in Bayern durch ihren Verteidiger beim Prozessauftakt am Wuppertaler Landgericht erklären.

Nach Angaben der Staatsanwältin hatten die 59-Jährige aus Velbert bei Wuppertal und die 60-Jährige aus dem bayerischen Fürth mehrfach versucht, den Ehemann der 59-Jährigen mit Gift zu töten. Weil dieser sich habe scheiden lassen wollen, habe die 59-Jährige befürchtet, einen Teil ihres Lebensunterhalts zu verlieren. Nun sind beide Frauen wegen Mordversuchs aus Habgier angeklagt.

Wegen ihrer Krebserkrankung und ihres immensen Alkoholkonsums von zwei Flaschen Wein am Tag sei ihr Urteilsvermögen damals getrübt gewesen, ließ die 60-Jährige aus Fürth durch ihren Verteidiger erklären. Außerdem habe ihre Freundin schon mehrfach Dinge angekündigt, aber nicht umgesetzt: so etwa ihren Suizid oder die Absicht, die Reifen am Auto der neuen Lebensgefährtin ihres Mannes zu zerstechen.

Angeklagte bestreitet Tatmotiv

Sie habe selbst mit dem Mann ihrer Freundin im Urlaub eine Affäre gehabt und ihn wiedersehen wollen. Sie habe daher kein Motiv, ihn umzubringen. Ihre Taten bedauere sie zutiefst und sei bereit, 5.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.

Die 59-Jährige aus Velbert schwieg beim Prozessauftakt. Ihr Anwalt kündigte eine Aussage zu einem späteren Zeitpunkt an.

Ihre mitangeklagte Freundin aus Bayern soll den Plan unterstützt und bei der Beschaffung giftiger Pflanzen sowie mit Ratschlägen etwa zur Spurenbeseitigung über WhatsApp geholfen haben. Die Ermittler stellten die Chat-Kommunikation sicher.

Blauer Eisenhut im Lieblingsgericht

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte die Hauptangeklagte ihrem Mann in Velbert wiederholt und über mehrere Wochen hinweg zermahlene Pflanzensamen sowie später Bestandteile des hochgiftigen Blauen Eisenhuts in Bier und Speisen gemischte. Mehrere Giftanschläge blieben den Ermittlungen zufolge ohne Wirkung. In ein oder zwei Fällen sei es auch nur darum gegangen, ihren Mann schläfrig zu machen, um zu verhindern, dass er Sex mit seiner neuen Freundin habe.

Doch Anfang November 2025 wurde der Mann nach dem Verzehr seines Lieblingsgerichts – weiße Bohnen mit Speck – mit schweren Vergiftungserscheinungen in ein Krankenhaus gebracht. Er musste in ein künstliches Koma versetzt werden und befand sich in Lebensgefahr. Ärzte konnten ihn stabilisieren, der damals 56-Jährige überlebte knapp.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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