Feuer-Inferno in Südeuropa: Waldbrände außer Kontrolle – Zehntausende fliehen vor den Flammen
Südeuropa erlebt einen Feuer-Sommer der Extreme: Eine brutale Hitzewelle, trockene Böden und starke Winde verwandeln ganze Regionen in Brandherde. In Frankreich müssen Tausende Menschen fliehen, Portugal meldet eines der größten Feuer des Jahres und Experten warnen vor einer dramatischen Entwicklung.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- In Südfrankreich mussten 10.000 Menschen wegen eines Großbrands ihre Häuser verlassen
- Die EU unterstützt Frankreich mit zusätzlichen Löschflugzeugen aus Schweden und Zypern
- Rekordhitze und Trockenheit sorgen in mehreren Ländern für eine außergewöhnliche Waldbrandsaison
Eine extreme Hitzewelle und die damit einhergehende Trockenheit halten Südeuropa in Atem. Von Portugal und Spanien über Frankreich bis nach Griechenland kämpfen Tausende Feuerwehrleute gegen verheerende Waldbrände. Temperaturen von teilweise deutlich über 40 Grad, ausgetrocknete Vegetation und kräftige Winde schaffen ideale Bedingungen für eine rasante Ausbreitung der Flammen.
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Waldbrände wüten in Südfrankreich: 10.000 Menschen fliehen vor Inferno
Am schwersten betroffen ist derzeit Südfrankreich. In einem Gebirgsmassiv westlich von Perpignan mussten 10.000 Bewohner aus 26 Ortschaften ihre Häuser verlassen. Seit Samstag hat das Feuer eine Fläche von 4.600 Hektar vernichtet. Die Präfektur des Departements Pyrénées-Orientales nennt mehrere Faktoren für die rasante Ausbreitung: starke Winde, extreme Hitze und eine ungewöhnlich niedrige Luftfeuchtigkeit begünstigen die Flammen. Bei dem Großbrand erlitten ein Feuerwehrmann und ein Anwohner schwere Verletzungen. Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, sämtliche Straßen für Einsatzkräfte freizuhalten. Auch die Rückkehr in evakuierte Häuser zur Rettung von Besitztümern wurde untersagt.
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Europa steht zusammen: Löschflugzeuge aus dem Norden und Süden
Angesichts der dramatischen Situation hat Frankreich am Sonntag das EU-Katastrophenschutzverfahren aktiviert. Die Europäische Kommission reagierte umgehend auf den Hilferuf. Vier Löschflugzeuge aus Schweden und Zypern sollten im Laufe des Montags in der betroffenen Region eintreffen. EU-Kommissarin Hadja Lahbib betonte die Geschlossenheit der Gemeinschaft: "Angesichts dieser verheerenden Brände steht Europa zusammen. Wir sind vereint in unserer Entschlossenheit, Leben, Gemeinden, Lebensgrundlagen und unsere natürliche Umwelt zu schützen." Vor Ort kämpfen die Einsatzkräfte unter schwierigsten Bedingungen gegen die Flammen. Der staatliche Wetterdienst Météo France hat für sieben Departements im Südosten die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. In 41 weiteren Departements gilt ebenfalls erhöhte Waldbrandgefahr.
Tour de France muss ohne Zuschauer auskommen
Der verheerende Brand hat auch Auswirkungen auf das wichtigste Radsportereignis des Jahres. Die dritte Etappe der Tour de France führte durch die betroffene Region und musste ohne Zuschauer sowie ohne die traditionelle Werbekarawane stattfinden. Die Präfektur begründete die drastische Maßnahme damit, dass sämtliche Sicherheitskräfte für den Kampf gegen das Feuer benötigt werden. Präfekt Pierre Regnault de la Mothe stellte klar: "Mein wichtigstes Ziel heute ist, die Menschen zu unterstützen, die evakuiert wurden." Kein einziger Feuerwehrmann solle für die Absicherung des Radrennens abgestellt werden. Wer sich nicht an die verhängten Einschränkungen hält, muss mit einem Bußgeld rechnen. Auch der regionale Bahnverkehr wurde durch den Großbrand beeinträchtigt.
Mega-Feuer in Portugal
Nicht nur Frankreich kämpft gegen die Flammen. In Portugal hat sich der Waldbrand bei Vouzela, etwa 80 Kilometer südöstlich von Porto, zum bislang größten Feuer Europas in diesem Jahr entwickelt. Rund 13.000 Hektar Vegetation wurden dort zerstört – eine Fläche größer als die Insel Sylt. Nach drei Tagen intensiver Löscharbeiten konnten die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle bringen. Wegen der Gefahr eines erneuten Aufflammens bleiben jedoch mehr als 1.100 Feuerwehrleute mit fast 400 Fahrzeugen und drei Löschflugzeugen vor Ort.
Auch Spanien und Griechenland sind betroffen. Nahe der Costa Brava zerstörte ein Brand etwa 2.200 Hektar Vegetation. Bei Thessaloniki warnten Behörden wegen giftigen Rauchs aus einer brennenden Recyclinganlage die Bevölkerung.
Sommer 2026 sprengt alle Rekorde
Die Waldbrände in Südeuropa sind Teil einer besorgniserregenden Entwicklung. Nach Angaben des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (EFFIS) liegt die Zahl der Feuer in diesem Jahr deutlich über dem langjährigen Mittel.
Bis Anfang Juli wurden in der Europäischen Union bereits rund 118.700 Hektar Land durch Flammen vernichtet. Das entspricht einer Fläche von fast 166.000 Fußballfeldern. Im Vergleich dazu waren in den vergangenen Jahren zum gleichen Zeitpunkt durchschnittlich nur 90.000 bis 100.000 Hektar betroffen.
Eine extreme Hitzewelle mit Temperaturen von teilweise deutlich über 40 Grad verschärft die Situation zusätzlich. Ausgetrocknete Vegetation und kräftige Winde schaffen ideale Bedingungen für eine schnelle Ausbreitung der Flammen.
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bua/sba/news.de/dpa/stg
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