Wetter in Saarland: "Im Notfall nicht ins Wasser springen! Hilfe rufen!"

35 Grad plus, volle Freibäder und Menschen an Flüssen und Seen: Vor den Ferien üben Jugendliche den Umgang mit Wasserrettung, Hitzenotfällen und Erste Hilfe.

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Wie wird das Wetter? Bild: Adobe Stock / by-studio

Bei der großen Hitze zieht es viele Menschen ans Wasser: Das Risiko für Badeunfälle steigt, auch Kreislaufprobleme und Hitzenotfälle gibt es vermehrt. Wie man Erste Hilfe leisten kann und was man in Notlagen tun soll? Das stand jetzt vor den Sommerferien bei Schülern an einem Aktionstag im noch neuen Blaulicht- und Zivilschutzfach der Gemeinschaftsschule Bruchwiese in Saarbrücken auf dem Programm.

Rund 30 Jugendliche an der Saar lernten praktische Grundlagen der Wasserrettung, Gefahrenprävention und Ersten Hilfe bei Hitzenotfällen. Dazu absolvierten die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 und 9 mit Kräften der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und der Berufsfeuerwehr Saarbrücken ein Stationstraining am Leinpfad nahe der Berliner Promenade.

Blaulichtfach gibt es seit rund einem Jahr

Ziel war es, Gefahren am und im Wasser zu erkennen, richtig zu handeln und eigene Risiken zu vermeiden. Im Mittelpunkt standen praktische Übungen mit Rettungsringen, Wurfleinen und Rettungsbällen. Die Aktion war Teil des neuen Blaulichtfachs, das vor rund einem Jahr gestartet wurde.

Die Jugendlichen lernten außerdem den Umgang mit Rettungswesten, die Arbeit von Einsatztauchern und die Besonderheiten von Rettungseinsätzen auf dem Wasser kennen. An weiteren Stationen wurden Erste Hilfe bei Sonnenstich, Hitzeschlag und Hitzeerschöpfung sowie die Versorgung von Verletzten mit Spineboards trainiert.

"Das wichtigste Ziel ist, dass die Jugendlichen lernen, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen", sagte Lehrerin Stephanie Lade, Initiatorin des Blaulicht- und Zivilschutzfachs. Wer nicht sicher schwimmen könne, solle im Notfall Hilfe rufen, Rettungsmittel einsetzen und professionelle Kräfte alarmieren, anstatt unüberlegt ins Wasser zu springen.

Die Inhalte knüpfen an mehrere Unterrichtswochen zum Thema Wassergefahren an. Zuvor hatten die Schüler Hochwassergefahren, Strömungsrettung und Selbstrettungstechniken kennengelernt. Im Tauchbecken der Berufsfeuerwehr übten sie zudem die sogenannte Seestern-Lage, mit der sich erschöpfte Schwimmer über Wasser halten können.

Lernen, um andere zu retten

Bildungsstaatssekretärin Jessica Heide (SPD) lobte das Fach als gelungenes Beispiel dafür, wie Schulen auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren könnten. "Ich bin unglaublich stolz darauf, dass die Gemeinschaftsschule Bruchwiese die Möglichkeiten der Gemeinschaftsschulverordnung genutzt und dieses Profilfach bedarfsgerecht entwickelt hat."

Zugleich betonte sie den praktischen Nutzen des Unterrichts. "Die Jugendlichen lernen hier nicht nur Theorie. Sie lernen, in Notfällen handlungsfähig zu sein. Ob am Wasser, bei einem Unfall oder in anderen Krisensituationen – sie können das Gelernte anwenden und damit im Ernstfall sogar dazu beitragen, Menschenleben zu retten", sagte Heide.

Für einen besonderen Praxisbezug sorgte ein Schüler der siebten Klasse: Der Jugendliche hatte nach Angaben der Schule erst vor wenigen Tagen mit seinem Schlauchboot einer Person geholfen und ein Tretboot abgeschleppt. Das zeige, wie schnell erlernte Inhalte im Alltag relevant werden könnten, sagte Lade.

Nach Einschätzung der Staatssekretärin könnte das Fach auch über das Saarland hinaus Vorbildcharakter entwickeln. "Der modulare Aufbau ist die besondere Stärke des Konzepts. Schulen können die Bausteine auswählen, die zu ihren örtlichen Gegebenheiten passen. Genau das eröffnet die Möglichkeit, das Fach perspektivisch auch in anderen Regionen und Bundesländern zu etablieren", sagte Heide.

Blaulichtfach findet bundesweit Beachtung

Die aktuellen Hitzetage verdeutlichten zusätzlich die Bedeutung des Unterrichts, hieß es von den Beteiligten. Viele Menschen suchten bei hohen Temperaturen Abkühlung an Seen, Flüssen oder in Freibädern. Gleichzeitig steige damit das Risiko von Badeunfällen, Kreislaufproblemen und hitzebedingten Notfällen.

Das Blaulicht- und Zivilschutzfach der Gemeinschaftsschule Bruchwiese gilt bundesweit als beachtetes Modellprojekt. In dem Unterrichtsangebot lernen Jugendliche gemeinsam mit Feuerwehr, THW, DLRG, Johannitern und weiteren Organisationen praxisnah den Umgang mit Krisen, Notfällen und Gefahrenlagen des Alltags.

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