Frankfurt/Main: Sommerbaustellen in Hessen - wo wird es eng?
Verengte Fahrbahnen auf der Autobahn, gesperrte Gleise bei der Bahn: Warum gerade jetzt so viel gebaut wird und wie Reisende trotzdem entspannt ankommen können.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Baustellen über Baustellen, ausgerechnet zur Hauptreisezeit: Urlauber müssen auf dem Weg in die Ferien am Ende der Woche damit rechnen, dass es wegen gesperrter Spuren zu Staus kommt. Auch bei der Bahn ist wegen Baustellen nicht mit einem reibungslosen Verkehr zu rechnen. Warum das so ist und wie man sich darauf vorbereiten kann.
Wo muss mit Engstellen gerechnet werden?
Auf fast allen Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet wird gebaut. Der ADAC führt unter anderem die A3 auf, die zwischen Mönchhof-Dreieck und Wiesbadener Kreuz eine neue Fahrbahn erhält. Baustellen gibt es unter anderem auch auf der A60 und der A66.
Insbesondere zum Ferienstart drohen hier Staus, wenn der Pendlerverkehr mit dem einsetzenden Reiseverkehr zusammenfällt, heißt es vom ADAC. Damit müsse man ab diesem Donnerstagnachmittag rechnen - und zwar in Richtung Süden und in Richtung Norden.
Die A7, eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen in Deutschland, wird auf mehreren Abschnitten von Baustellen beengt. In Osthessen ist die A4 zwischen Friedewald und Kirchheimer Dreieck nur eingeschränkt befahrbar, gleiches gilt für die A45, unter anderem zwischen Wetzlar-Ost und Wetzlarer Kreuz.
Hinzu kommen aktuell rund 45 Baustellen auf Bundesstraßen und rund 70 auf Landesstraßen, heißt es von der Verkehrsbehörde Hessen Mobil. In den Sommerferien kommen insgesamt 45 hinzu.
Kräftig gebaut wird auch auf kommunaler Ebene, dazu gibt es allerdings keine landesweiten Zahlen. Hessen Mobil arbeitet daran, einen Überblick zu erstellen. Dieser befinde sich noch in der Testversion und noch sind nicht alle Kommunen dabei, wie eine Sprecherin der Behörde sagt.
Wird mehr gebaut als in den Vorjahren?
Die Bautätigkeit ist seit Jahren sehr hoch, wie ADAC-Verkehrsexperte Wolfgang Herda sagt - und das sei auch nötig: "Die Fahrbahnen sind marode, die Brücken sind marode, es ist dringend, hier was zu machen."
Früher seien Bauarbeiten vor den Ferien beendet worden, doch nun ließen sich die Arbeiten nicht verschieben. Herda verweist auf Fälle, in denen Brücken ganz gesperrt werden mussten, wie es aktuell in Bonn der Fall ist. Jahrzehntelang seien Reparaturen aufgeschoben worden, dies sei nun das Ergebnis.
Auf was muss man sich bei der Bahn einstellen?
Auch auf den Schienen wird weiter viel gebaut, unter anderem geht es um neue Weichen und neue elektronische Stellwerke. Fahrgäste auf folgenden Strecken sind in den Ferien zeitweise betroffen: Lahn-Kinzig-Bahn, Bahnstrecken Fulda-Bebra und Bensheim-Bürstadt sowie die linke Rhein-Strecke Köln-Mainz, hier wird die Korridorsanierung auf der rechten Rheinseite vorbereitet. Am 10. Juli beginnt dort die große Sanierung, die eine fünfmonatige Vollsperrung nötig macht.
Weiter gehen die Arbeiten am Knoten Mainz. Von Baumaßnahmen betroffen sind in den kommenden Wochen zeitweise auch S- und Regionalbahnen, die durch Frankfurt-Höchst fahren.
Ab 10. Juli sind auch Gleis- und Weichenerneuerungen zwischen dem Frankfurter Hauptbahnhof und Frankfurt-Niederrad geplant. Dabei komme es zu Einschränkungen im Regional- und S-Bahn-Verkehr.
Warum ausgerechnet in den Ferien?
In der Regel werde versucht, die Termine in die Sommerzeit zu legen, weil es dann weniger Verkehr gibt, heißt es von Hessen Mobil. Da viele Menschen Urlaub haben, gibt es weniger Berufspendler.
Das ist auch die Begründung, wenn es Sperrungen bei der Deutschen Bahn gibt - diese werden meist in die Ferienzeit gelegt, weil dann weniger Menschen darauf angewiesen sind, täglich zur Arbeit oder zur Schule zu fahren. "Wir müssen die Infrastruktur modernisieren und es wird keinen perfekten Zeitpunkt dafür geben", sagt eine Bahnsprecherin.
Was können Reisende tun?
Der ADAC empfiehlt Autofahrern, ihre Urlaubsfahrt nach Möglichkeit am Sonntag oder am Montag zu starten. Neben Hessen beginnen die Ferien auch im Saarland und in Rheinland-Pfalz - damit liegen die Termine immerhin günstiger als in manchen Vorjahren, denn kein weiteres Bundesland hat gleichzeitig Ferienbeginn.
Als Vorbereitung für einen potenziellen Stau rät der ADAC, den Tank ausreichend zu füllen beziehungsweise das Auto ausreichend zu laden und Getränke mitzunehmen. Klimaanlagen sorgten für trockene Luft, dies müsse über das Trinken ausgeglichen werden, sagt Experte Herda. Wer in einen Stau gerate, solle gelassen bleiben. Umfahren solle man ihn nur, wenn man sich sehr gut auskenne.
Die Bahn verweist auf ihr Informationsangebot im Internet oder in Apps wie dem DB-Navigator. Baumaßnahmen, Umleitungen und das Angebot an Ersatzbussen sind dort hinterlegt.
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