Berlin: Zwei neue Frauenhäuser: Mehr Schutz für Opfer von Gewalt
Mehr als 13.000 Gewaltopfer in Partnerschaften – Berlin reagiert darauf mit mehr Schutzplätzen und mobilen Beratungsstellen für betroffene Frauen und Kinder.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Berlin baut seine sicheren Plätze für Frauen mit Gewalterfahrung weiter aus. In diesem Sommer eröffnen nach Angaben des Senats das zehnte und elfte Frauenhaus. Dadurch kommen 27 Familienplätze mit 70 Betten für Frauen und Kinder zu dem bisherigen Angebot dazu.
Insgesamt verfügt Berlin dann über Platz für 430 Familien, das sind 945 Betten für Frauen und Kinder. Seit 2020 verdoppelte sich damit die Zahl der Familienplätze in den Frauenhäusern. Die Adressen dieser Häuser werden nicht genannt, um die Sicherheit der Frauen nicht zu gefährden und gewalttätige Männer fernzuhalten.
Zudem gibt es neue Beratungsstellen, die auch mobil unterwegs und Frauen vor Ort besonders in den Randbezirken helfen können.
Der Bedarf ist groß
"Gewalt gegen Frauen ist kein Randphänomen", betonte Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD). Die aktuellen Zahlen zeigten, dass Schutz und Beratungen weiter ausgebaut werden müssten. "Jede Frau, die von Gewalt betroffen ist, muss schnell und verlässlich Hilfe bekommen."
Wenn betroffene Frauen bei Frauenhäusern oder Beratungsstellen anrufen, muss es oft schnell gehen. Das Zeitfenster, in dem sie sich Hilfe holen können, sei meistens klein, sagt Leyla Arslan, Leiterin eines Berliner Frauenhauses. "Manchmal schaffen sie es mit ein paar mehr Sachen zu uns zu kommen. Manchmal mit einer Handtasche", sagt sie.
Und das auch nur, wenn gerade ein Platz frei ist: Allein in dem Frauenhaus von Leyla Arslan klingelt bis zu 15 Mal pro Tag das Telefon. Der Bedarf ist also groß: "Bei uns ist es so, dass, wenn wir etwas frei melden, es innerhalb von 30 Minuten auf jeden Fall eine Anfrage gibt."
Mehr als 13.000 Opfer von Gewalt in Partnerschaften
Nach Angaben der Polizei und des Senats gab es 2025 mehr als 13.000 Opfer von Gewalt in Partnerschaften. 8.652 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden erfasst und fast 1.400 Vergewaltigungen. Die Polizei geht dabei von einer hohen Dunkelziffer aus, weil viele Frauen, die Gewalt von Ehemännern oder Partnern erleben, sich nicht melden und auf Anzeigen verzichten.
Mehr als 45 Millionen Euro gibt Berlin in diesem Jahr für Gewaltschutz und zur Unterstützung von Frauen aus. 2027 sollen es 53,5 Millionen Euro sein, 10 Millionen Euro davon kommen vom Bund. Eines der neuen Frauenhäuser mit etwa 50 Betten kostet pro Jahr rund 1,5 Millionen Euro.
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