Kultur darf kosten: Kölner Dom kostet bald 12 Euro Eintritt - längst überfällig?
Zwölf Euro für den Besuch des Kölner Doms? Für viele mag das wie die Kommerzialisierung eines heiligen Ortes klingen - doch muss ein jahrhundertealtes Bauwerk von Weltrang wirklich kostenlos sein? Ein Kommentar.
Von news.de-Redakteur Felix Schneider - Uhr
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- 12 Euro für den Kölner Dom sorgen für Kritik - doch ist die Aufregung berechtigt?
- Viele Argumente sprechen dafür, dass die Besucher für den Erhalt des Doms aufkommen
- Zwischen Gotteshaus und Touristenmagnet: Die Debatte wirft grundsätzliche Fragen auf
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Schon seit seiner Vollendung im 19. Jahrhundert gilt der Kölner Dom als eines der spektakulärsten Bauwerke der Welt - das man die längste Zeit sogar kostenlos besuchen konnte. Nun soll Schluss damit sein: Pro Kopf verlangen die Kirchenverantwortlichen nun 12 Euro für den Eintritt. Die Aufregung um den neuen Eintrittspreis ist groß - doch ist der Preis nicht gerechtfertigt?
Erhalt des Doms kostet 44.000 Euro pro Tag
Zuerst einmal: Woher kommt überhaupt die Erwartungshaltung, dass ein UNESCO-Welterbe kostenlos sein sollte? Für Museen, Schlösser, Stadien oder Aussichtsplattformen zahlen Besucher schon seit Ewigkeiten selbstverständlich Eintritt. Zudem zieht der Dom Millionen von Besuchern an - und das bei laufenden Kosten für Erhalt, Sicherheit und Restaurierung. "Der Dom kostet Geld, der Dom braucht viel Geld", erklärt auch Domrendant Clemens van de Ven. Pro Tag fallen rund 44.000 Euro an.
Wer soll für den Kölner Dom bezahlen?
Was wäre die Alternative? Den Dom aus Kirchensteuern, öffentlichen Zuschüssen - also Steuergeldern - oder doch einfach Spenden zu finanzieren? In diesem Fall würden die Kosten stärker auf die Allgemeinheit umgelegt - obwohl der Dom jedes Jahr von Millionen Touristen genutzt wird.Bei jährlich mehr als 6 Millionen Besuchern könnten die Einnahmen zumindest einen erheblichen Beitrag zum Erhalt des Doms leisten.
Ein wichtiger und richtiger Einwand: Ein Dom ist nicht nur eine Sehenswürdigkeit, sondern letztlich auch ein Gotteshaus. Ist es in Ordnung, dessen Nutzung dann trotzdem zu kommerzialisieren? Für diesen Einwand haben die Verantwortlichen allerdings bereits vorgesorgt. Wer den Gottesdienst besuchen, zum persönlichen Gebet in den Dom oder eine Kerze anzünden möchte, soll das weiterhin kostenfrei tun können. Dafür werden bereits spezielle Zugangsbereiche geplant.
Das Ende einer Selbstverständlichkeit
Die Debatte um den Kölner Dom zeigt vor allem eines: Nicht der Eintrittspreis sorgt für Irritationen, sondern dass wir schlichtweg von kostenlosen Angeboten geradezu verwöhnt sind. Der Erhalt des monumentalen Bauwerks kostet Geld - und grundsätzlich darf für Kultur auch mal ein gewisser (und mit 12 Euro auch noch immer gut verdaulicher!) Preis erhoben werden.
Viele der bekanntesten Kathedralen Europas verlangen seit Jahren Eintritt. Vielleicht ist die eigentliche Überraschung nicht, dass der Kölner Dom diesen Schritt nun ebenfalls geht - sondern dass er so lange darauf verzichtet hat. Wenn Touristen künftig einen Beitrag zum Erhalt des Kölner Doms leisten sollen, dann ist das keineswegs ein Skandal, sondern absolut nachvollziehbar.
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