Ermittlungen dauern an: Nach Brandserie: Kudensee kommt etwas zur Ruhe
Sechs Brände haben den kleinen Ort Kudensee am Nord-Ostsee-Kanal in Angst und Schrecken versetzt. Nach massiv verstärkten Polizeistreifen ist es nun seit drei Wochen ruhig.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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In dem kleinen Dorf Kudensee (Kreis Steinburg) kehrt nach einer Serie von Bränden allmählich wieder Normalität im Alltag ein. "Ich denke, es ist eine gewisse Beruhigung spürbar", sagte Bürgermeisterin Dagmar Pries von der Allgemeinen Wählervereinigung (AWV) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Zuletzt hatte es in der etwa 110 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Gemeinde am 2. Mai und am 5. Mai gebrannt. Seit Januar dieses Jahres hatte die Polizei nach eigenen Angaben insgesamt sechs Brände in Kudensee registriert. Bei vier der Häuser handelte es sich um reetgedeckte Gebäude. Drei Häuser sind dadurch so zerstört worden, dass sie derzeit unbewohnbar sind.
Die Brandserie hatte die Kudenseer in Angst und Schrecken versetzt. Bei der Polizeidirektion Itzehoe liefen die Ermittlungen wegen der Brandursachen weiter, sagte eine Sprecherin auf dpa-Anfrage. Man könne derzeit noch keine weiteren Aussagen dazu treffen. Allen Hinweisen werde nach wie vor konsequent nachgegangen.
Polizei lief Tag und Nacht Streife
Nach dem letzten Brand am 5. Mai hatte die Polizei ihre Präsenz in Kudensee massiv erhöht. Sie sei mit zwei Bussen angerückt und Tag und Nacht Streife im Ort gelaufen, sagte Bürgermeisterin Pries. Am 14. Mai informierte der Leiter der Polizeidirektion Itzehoe, Frank Matthiessen, in einer Bürgerversammlung über die Vorfälle. Etwa 70 Bewohnerinnen und Bewohner waren gekommen.
"Das, was hier passiert, ist sehr ungewöhnlich", hatte Matthiessen nach dem letzten Brand über die Vorfälle gesagt. "Wir können total nachvollziehen, wie sich die Einwohnerschaft hier gerade fühlt." Menschenleben waren bei der Brandserie bislang nicht in Gefahr geraten.
Auftakt der Brandserie war im Januar. Damals war ein Feuer an einem Holzunterstand ausgebrochen. Von dort aus griffen die Flammen auf das Reetdach über. Beim bis dato letzten Vorfall am 5. Mai befand sich ein Bewohner zum Zeitpunkt des Brandausbruchs in dem Gebäude, konnte dieses aber selbstständig und unverletzt verlassen. Im Rahmen der Löscharbeiten riss die Feuerwehr das Haus ein.
Viele haben Überwachungskameras installiert
Nach Angaben von Pries haben Bewohnerinnen und Bewohner an ihren Häusern Videokameras zur Überwachung installiert und auch mit Feuermeldern und Feuerlöschern aufgerüstet. "Bei zwei der Brände konnte Schlimmeres verhindert werden, weil Feuerlöscher griffbereit waren", sagte die Bürgermeisterin.
Nach mittlerweile dreieinhalb Wochen ohne Brand sei man "vorsichtig optimistisch", dass es so ruhig bleibe, berichtete Pries. Ganz verschwunden aus den Köpfen sei die Brandserie aber natürlich nicht.
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