Vorverlegte Eisheilige: Minusgrade bedrohen Obstblüte – Kältewelle rollt über Deutschland
Deutschland erlebt derzeit eine ungewöhnliche Kältewelle. Meteorologen sprechen von "vorgezogenen Eisheiligen". Besonders im Norden drohen Schäden an Obstbäumen.
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Wetterdienst warnt vor nächtlichem Frost bis minus 4 Grad
- Obstblüte im Alten Land akut bedroht
- Tagsüber sonnig und mild – aber Glättegefahr bleibt
Deutschland erlebt derzeit ein ungewöhnliches Wetterphänomen: eisige Nächte mitten im Frühling. Meteorologen sprechen von "vorverlegten Eisheiligen" und warnen vor Frost bis zu minus vier Grad. Besonders der Norden der Bundesrepublik ist betroffen: In der Region zwischen dem südlichen Schleswig-Holstein und Uelzen in der Lüneburger Heide fallen die Temperaturen nachts auf bis zu minus vier Grad. "Dort ist Nachtfrost von minus zwei bis zu minus vier Grad zu erwarten", erklärt Wetter-Experte Karsten Brandt von "donnerwetter.de" gegenüber "Bild".
Tagsüber zeigt sich hingegen ein völlig anderes Bild: Hoch Uli beschert Deutschland angenehme Temperaturen zwischen 15 und 22 Grad sowie reichlich Sonnenschein. Autofahrer sollten dennoch in den Morgen- und Nachtstunden mit Glatteis rechnen.
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Besonders brisant ist die Kältewelle für Deutschlands größtes Obstanbaugebiet. Im Alten Land vor den Toren Hamburgs stehen die Bäume bereits in voller Blüte. Die nächtlichen Minusgrade können hier erhebliche Frostschäden verursachen, die später zu deutlichen Ertragseinbußen führen könnten. "Da wird's richtig gefährlich", warnt Brandt. Die Obstbauern in der Region sind jedoch nicht schutzlos: Mit speziellen Beregnungsanlagen können sie Eiskugeln um die empfindlichen Blüten erzeugen, die paradoxerweise vor dem Frost schützen. Hobbygärtnern wird empfohlen, frostempfindliche Pflanzen abzudecken.
Klimawandel verschiebt die Eisheiligen nach vorn
Traditionell fallen die Eisheiligen auf den Zeitraum vom 11. bis 15. Mai. Doch durch den Klimawandel hat sich diese Phase mit erhöhter Frostgefahr zeitlich nach vorn verlagert. Die aktuelle Kältewelle trifft Deutschland daher bereits vor dem eigentlichen Termin. Die Ursache für das Kälteloch im Norden liegt im eigentlich schönen Wetter selbst. "Es ist der Preis für an sich schönes Wetter. Aber die Sonne wärmt noch nicht genug, damit das auch nachts bei wolkenlosem Himmel die Temperatur über null Grad hält", erläutert Brandt.
Sonnenschein und bis zu 23 Grad am Wochenende
Trotz der frostigen Nächte dürfen sich die Menschen tagsüber auf freundliches Frühlingswetter freuen. Am Mittwoch steigen die Temperaturen auf angenehme 15 bis 21 Grad. Für die Nacht zum Donnerstag hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) erneut eine Frost-Warnung herausgegeben. Demnach drohe an großen Flussniederungen in West- und Südwestdeutschland leichter Frost bis minus 3 Grad. Der Donnerstag beginnt im Norden mit zähem Hochnebel, der sich jedoch im Laufe des Tages auflöst. Im Süden und an der Ostsee scheint dagegen von Anfang an die Sonne.
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bua/sfx/news.de
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