Studie zur Jugendsexualität: Umfrage: Viele junge Menschen erfahren sexualisierte Gewalt
Ein Drittel der jungen Befragten einer Studie gab an, körperliche sexualisierte Gewalt erlebt zu haben. Noch höher ist der Anteil derjenigen, die online oder verbal herabgewürdigt wurden.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Knapp zwei Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland haben schon einmal sexuelle Beleidigungen, digitale sexualisierte Gewalt oder Belästigungen erlebt. Das zeigt eine Umfrage des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) unter mehr als 5.800 jungen Menschen zwischen 14 und 25 Jahren.
Demnach haben 64 Prozent der Befragten schon mindestens eine Form sexualisierter Gewalt ohne Körperkontakt erfahren, wie das BIÖG in Köln mitteilte. Dazu zählten zum Beispiel sexualisierte Beleidigungen, das Zusenden sexueller Bilder oder Filme sowie das sogenannte Cybergrooming, also das gezielte Anbahnen sexueller Kontakte mit Minderjährigen im Internet.
Ein Drittel hat körperliche sexuelle Gewalt erlebt
Knapp ein Drittel der Befragten (29 Prozent) gab an, mindestens einmal sexualisierte Gewalt mit Körperkontakt erlebt zu haben - also erzwungene körperliche Berührungen oder sexuelle Handlungen. Junge Frauen sind laut Befragung davon doppelt so häufig betroffen wie junge Männer.
Die Daten stammen aus der zehnten Analyse zur Jugendsexualität, aus der im Januar bereits Ergebnisse aus anderen Teilbereichen veröffentlicht worden waren.
Die Täter sind häufig Gleichaltrige
Die Auswertung zeige, dass Jugendliche häufig durch Gleichaltrige sexualisierte Gewalt erfahren. Oft seien auch andere Gleichaltrige bei den Taten dabei oder wüssten davon. Die meisten Betroffenen vertrauten sich nach der ersten körperlichen Gewalterfahrung einer Vertrauensperson an, etwa Freundinnen und Freunden (51 Prozent) oder Eltern (33 Prozent).
"Unsere Jugendsexualitätsstudie zeigt sehr klar: Viele junge Menschen erleben sexualisierte Gewalt unter Gleichaltrigen, online genauso wie offline", sagte Mechthild Paul, stellvertretende Leiterin des BIÖG. "Deshalb ist es wichtig, dass sie lernen, Übergriffe zu erkennen und klar zu benennen. Gleichzeitig müssen wir sie darin bestärken, in riskanten Situationen sich und andere zu schützen sowie Betroffenen zur Seite zu stehen."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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