Gewalttat in Kanada: Neun Tote nach Schüssen an Schule - Polizei enthüllt Details zu Verdächtiger (18) 

Die kanadische Gemeinde Tumbler Ridge wurde am Dienstag durch einen entsetzlichen Schusswaffenangriff erschüttert. Mehrere Menschen starben oder wurden zum Teil schwer verletzt. Nun gibt es neue Infos zur Tatverdächtigen, die ebenfalls starb.

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An der Tumbler Ridge Secondary School in Kanada kam es zu einem tödlichen Schusswaffenangriff. (Foto) Suche
An der Tumbler Ridge Secondary School in Kanada kam es zu einem tödlichen Schusswaffenangriff. Bild: picture alliance/dpa/The Canadian Press via AP | Jesse Boily
  • Mehrere Tote nach Schusswaffenangriff in Tumbler Ridge, Kanada
  • Weitere Menschen bei Gewalttat zum Teil schwer verletzt
  • Verdächtige tötete Familienangehörige

Nach dem tödlichen Angriff in einer Schule im Westen Kanadas richtet sich der Blick der Ermittler vor allem auf das Motiv der 18 Jahre alten Tatverdächtigen - und die Herkunft der verwendeten Schusswaffen. Man befinde sich noch am Anfang der Ermittlungen, sagte ein Polizeibeamter der westlichen Provinz British Columbia vor Journalisten, und bat um Geduld.

Schusswaffenangriff an Schule in Tumbler Ridge, Kanada - neun Tote

Die Polizei war am Dienstag (Ortszeit) zu einer weiterführenden Schule in dem Ort Tumbler Ridge in der Provinz British Columbia gerufen worden. Die mutmaßliche Schützin - identifiziert als eine junge Frau aus dem Ort - tötete laut Polizeiangaben sechs Menschen in der Schule und später sich selbst. Zwei weitere Tote wurden in einem Wohnhaus gefunden. Dabei handelt es sich der Polizei zufolge um die Mutter und den Stiefbruder der Tatverdächtigen. Die Polizei hatte zunächst von insgesamt zehn Toten gesprochen, die Angabe aber später auf neun korrigiert.

Verdächtige (18) mit "psychischen Gesundheitsproblemen"

Die Verdächtige verwendete laut Behördenangaben mehrere Schusswaffen. Wie sie an die Tatwaffen gelangt sein könnte, sei bisher aber unklar. Einem Ermittler zufolge waren keine Waffen auf sie registriert. Der Beamte gab auch bekannt, dass Einsatzkräfte in den vergangenen Jahren mehrfach an der Wohnadresse der Verdächtigen im Einsatz gewesen seien. Dabei seien etwa auch Waffen sichergestellt worden. Er sprach auch von "psychischen Gesundheitsproblemen" der mutmaßlichen Täterin, ohne weitere Details zu nennen.

Zwei Verletzte weiter in kritischem Zustand

Die 18-Jährige soll zunächst ihre Familienangehörigen getötet und sich dann auf den Weg zur Schule gemacht haben. Die Polizei habe die Toten unter anderem im Treppenhaus und in der Bibliothek der Schule gefunden.

Darunter ist eine Lehrkraft, drei Schülerinnen und zwei Schüler. Etwa zwei Dutzend weitere wurden verletzt, mindestens zwei davon seien in kritischem Zustand, hieß es von den Ermittlern. Es gebe ganz unterschiedliche Verletzungen. Einige davon seien entstanden, als die Menschen in der Schule versuchten, sich zu verbarrikadieren und sich in Sicherheit zu bringen. Über das Motiv ist weiterhin nichts bekannt. Die Beziehung zwischen der Täterin und den Opfern sei Teil der Ermittlung, so die Polizei.

Der Fall hat weltweit große Anteilnahme ausgelöst. Die kleine Gemeinde und mit ihr das ganze Land stehen seither unter Schock. Bei der Bekanntgabe von Informationen gehe es den Ermittlern nun vor allem darum, sensibel gegenüber denen zu handeln, die jemanden verloren haben, erklärte die Polizei.

Kanada-Premier Mark Carney reagiert nach Schusswaffenangriff "zutiefst erschüttert"

Kanadas Regierungschef Mark Carney reagierte bestürzt auf die Gewalttat. Er sei "zutiefst erschüttert", teilte er auf der Plattform X mit. "Meine Gebete und mein tiefstes Beileid gelten den Familien und Freunden, die durch diese schrecklichen Gewalttaten Angehörige verloren haben."

Tödlichster Vorfall seit 1989

Es handelt sich laut kanadischen Medien um den tödlichsten Vorfall dieser Art an einer Ausbildungsstätte in dem nordamerikanischen Land seit 1989. Damals erschoss ein 25-Jähriger an einer Fachhochschule in Montreal 14 Studentinnen, bevor er sich selbst das Leben nahm.

In Kanada gibt es viel seltener Schusswaffengewalt als im südlichen Nachbarland USA, wo es auch immer mal wieder zu Taten mit Schüssen an Schulen kommt. Experten führen das auf die deutlich strengeren kanadischen Waffengesetze zurück

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/bos/news.de/dpa

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