Polarwirbel vor Kollaps: Minus 15 Grad im Osten, Frühling im Westen - Deutschland im Wetter-Extrem
Minus 15 Grad im Osten, plus 12 Grad im Westen: Deutschland erlebt einen extremen Wetter-Gegensatz. Warum der Winter trotzdem noch nicht vorbei ist und was der Polarwirbel damit zu tun hat.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Eisiger Osten, milder Westen: Deutschland steckt mitten im Wetter-Zoff.
- Bis zu minus 15 Grad, zugefrorene Seen – gleichzeitig Frühlingstemperaturen am Rhein.
- Polarwirbel-Split macht den Februar zur Wetter-Lotterie.
Deutschland erlebt derzeit einen extremen Wettergegensatz. Während im Osten und Norden eisige Temperaturen herrschen, ist im Westen bereits deutlich mildere Luft angekommen. Die Kältewelle im Osten der Bundesrepublik zeigt sich eindrucksvoll: Deutschlands größter Binnensee, die Müritz, ist komplett zugefroren. Böden sind gefroren, auf den Flüssen treiben Eisschollen. Am Wochenende können die Temperaturen dort auf bis zu minus 15 Grad sinken. Gleichzeitig kündigt sich für die kommende Woche ein völlig anderes Bild an. Frühlingshafte Luft mit Werten von bis zu 12 Grad erreicht den Westen des Landes. Der Kontrast zwischen den Regionen könnte kaum größer sein.
Arktische Kaltluft trifft den Osten mit voller Wucht -Frühlingsluft erreicht den Westen
Aus der Arktis strömt am Wochenende eisige Luft in Richtung Osteuropa. Ost- und Norddeutschland bekommen diese Kältewelle direkt zu spüren. Besonders frostig wird es in Vorpommern und im Vogtland, wo die Thermometer nachts auf bis zu minus 15 Grad fallen können. Der Dauerfrost hält in diesen Regionen bis Anfang kommender Woche an. Die gefrorenen Böden und vereisten Gewässer werden sich also vorerst nicht erholen. Erst dann kündigt sich eine Wetteränderung an, wenn wärmere Luftmassen aus dem Westen vordringen und die Kälte langsam verdrängen.
In der kommenden Woche ändert sich das Wetterbild grundlegend. Eine kräftige Warmluftblase nähert sich Europa und schiebt die kalten Luftmassen weiter nach Norden und Osten. Am Rhein und im gesamten Westen sind dann Temperaturen von über 10 Grad möglich. Der anhaltende Frost könnte damit gebrochen werden. Nach aktuellen Prognosen geschieht dies möglicherweise sogar ohne gefährliches Blitzeis, obwohl bei solchen Wetterumschwüngen häufig Niederschläge auftreten. Die Berechnungen zeigen positive Temperaturen bis an die Ostseeküste, selbst in Vorpommern. Der Schnee wird dadurch größtenteils verschwinden – nur in höheren Lagen bleibt er liegen.
Polarwirbel-Split macht Februar unberechenbar
Doch bedeutet die Wärme bereits das Ende des Winters? Diese Frage lässt sich derzeit nicht beantworten. Wie "weather.com" meldet, spaltet sich an den kommenden Tagen der Polarwirbel in zwei Teile, was die gesamte atmosphärische Zirkulation auf der Nordhalbkugel durcheinanderbringt. Für Meteorologen bedeutet das: Zuverlässige Vorhersagen für den Februar sind kaum möglich. Die bisherigen Anzeichen deuten jedoch auf eine insgesamt kühle Witterung hin. Die milde Phase nächste Woche wäre demnach nur ein kurzer Frühlingsgruß. Am Wochenende dürfte sich die Lage klären. Dann können die Wettermodelle die Auswirkungen der Polarwirbel-Spaltung besser erfassen und genauere Prognosen liefern.
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