Prozess (Gericht): Todesschüsse auf Hochzeit - Angeklagter schweigt vor Gericht

Auf einer fröhlichen Hochzeitsfeier fallen sechs Schüsse. Ein Mann stirbt. Was sind die Gründe für die Bluttat vor den Augen der vielen Gäste?

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Ein wegen tödlicher Schüsse auf einer Hochzeitsfeier im mittelfränkischen Fürth angeklagter 27-Jähriger schweigt vor Gericht zu den Vorwürfen. Sein Mandant werde sich dazu nicht äußern, sagte sein Verteidiger vor dem Landgericht in Nürnberg.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Franzosen vor, den Vater seiner ehemaligen Lebensgefährtin auf einer Hochzeitsfeier vor den Augen der zahlreichen Gäste heimtückisch ermordet zu haben. Das Motiv soll ein Streit um Unterhaltszahlungen für die beiden Kinder des Angeklagten und seiner Ex-Freundin gewesen sein, die nach der Trennung wieder nach Deutschland zog.

Staatsanwalt: Opfer war arg- und wehrlos

Den Ermittlungen zufolge war der Angeklagte im vergangenen März begleitet von mehreren Verwandten zu der Hochzeitsfeier gegangen, zu der auch das spätere Opfer eingeladen war. "Der Angeschuldigte nutzte die Arg- und Wehrlosigkeit des Geschädigten und gab unmittelbar sechs Schüsse aus der Waffe gezielt auf den Oberkörper des Geschädigten ab, die alle trafen", sagte Staatsanwalt Roland Fleury. Der 47-Jährige starb kurz danach im Krankenhaus.

Der Verdächtige floh laut Staatsanwaltschaft mit seinen Begleitern nach Frankreich. Dort stellte er sich in derselben Nacht noch der Polizei und räumte die Tat ein. Seitdem hat er zu den Vorwürfen laut den Ermittlern geschwiegen.

Drohungen per Telefon und Facebook

Die Hintergründe stehen dennoch für die Staatsanwaltschaft fest: Wegen der Unterhaltsansprüche habe es auch Verhandlungen vor einem nicht-staatlichen Roma-Gericht in Frankreich gegeben, sagte Fleury. Als die Familie der Frau die festgelegte Summe nicht gezahlt habe, habe die Familie des Angeklagten telefonisch und per Facebook damit gedroht, deren Angehörige zu töten.

Der Angeklagte sitzt seit Anfang April in Deutschland in Untersuchungshaft. Einen Teil seiner Begleiter konnte die Polizei identifizieren. Die Staatsanwaltschaft hat den Vater und zwei Brüder des mutmaßlichen Schützen wegen gemeinschaftlichen Mordes am Landgericht angeklagt. Die Franzosen sitzen laut einer Gerichtssprecherin inzwischen ebenfalls in Deutschland in Untersuchungshaft.

Das Landgericht Nürnberg hat für den Prozess gegen den 27-Jährigen 15 weitere Verhandlungstermine angesetzt. Ein Urteil könnte Ende März fallen.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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