Kriminalität: Anklage im Hamburger "White Tiger"-Prozess zu Ende verlesen
Der Prozess um den mutmaßlichen Pädokriminellen "White Tiger" sorgt international für Aufsehen, er wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Wie ging es Tag zwei weiter?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Der nicht-öffentliche Prozess um den mutmaßlichen Pädokriminellen "White Tiger" ist vor dem Landgericht Hamburg fortgesetzt worden. Am zweiten Prozesstag war die Anklage zu Ende verlesen worden, wie die Verteidigerin des Anklagten der Deutschen Presse-Agentur sagte.
Die Anklage wird stets zu Beginn eines Prozesses von der Staatsanwaltschaft verlesen. In diesem Fall war sie so lang, dass dafür zwei Tage nötig waren. Für den Nachmittag steht zudem das Eröffnungs-Statement der Verteidigerin auf dem Plan. Zeugen sollen noch nicht gehört werden.
204 Straftaten werden dem 21-Jährigen vorgeworfen
Dem 21 Jahre alten Deutsch-Iraner werden zwischen 2021 und 2023 insgesamt 204 Straftaten vorgeworfen. Der Angeklagte soll unter seinem Foren-Namen "White Tiger" und als Kopf des internationalen Sadisten-Netzwerks "764" über das Internet und Kontinente hinweg Kinder und Jugendliche missbraucht haben. Meist soll er zunächst ihr Vertrauen gewonnen und sie dann mit pornografischen Bildern und Videos erpresst und vor laufender Kamera zu immer heftigeren Selbstverletzungen gezwungen haben - bis hin zum Suizid.
Ihm wird deshalb auch Mord in einem Fall und versuchter Mord in fünf Fällen vorgeworfen. Seine mehr als 30 Opfer kamen der Anklage zufolge unter anderem aus Deutschland, England, Kanada und den USA.
Termine bis Dezember geplant
Der Prozess wird wegen des minderjährigen Alters des Angeklagten bei der Begehung der Taten unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor einer Jugendkammer des Landgerichts geführt. Insgesamt sind bis Dezember 82 Verhandlungstermine anberaumt. Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes drohen dem Angeklagten nach Jugendstrafrecht maximal zehn Jahre Gefängnis.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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