Kriminalität: Kleine Tochter jahrelang eingesperrt - Mutter vor Gericht
Keine Kita, keine Kontakte: Eine Achtjährige wurde 2022 aus einem Haus im Sauerland in NRW befreit. Ihre Mutter und Großeltern sind jetzt angeklagt. Der Prozess beginnt aber nicht wie geplant.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Der Prozess gegen eine Mutter, die ihre kleine Tochter fast ihr ganzes Leben in einem Haus im Sauerland versteckt haben soll, ist kurz nach Beginn unterbrochen worden. Die Frau soll das Mädchen völlig von der Außenwelt abgeschottet haben. Die damals Achtjährige wurde 2022 von der Polizei aus dem Einfamilienhaus der Großeltern in Attendorn befreit.
Der mitangeklagte Großvater des Kindes erschien am Mittwoch nicht im Landgericht Siegen. Der 83-Jährige wurde nach Angaben seines Rechtsvertreters erst am Vortag aus dem Krankenhaus entlassen und sei bettlägerig.
Die Vorsitzende Richterin Sabine Metz-Horst sagte, es liege kein ärztliches Attest vor. Der Mann sei somit "unentschuldigt abwesend". Deswegen könne die Anklageschrift nicht verlesen werden. Die Verhandlung wurde nach rund einer halben Stunde unterbrochen und soll am 12. Januar wie geplant fortgesetzt werden. Offen ist nach Angaben der Richterin, ob das Verfahren gegen den Großvater abgetrennt werden muss.
Die Vorwürfe: Freiheitsberaubung und Körperverletzung
Der 49-jährigen Mutter des Kindes werden die Entziehung Minderjähriger, Freiheitsberaubung, Misshandlung von Schutzbefohlenen, Körperverletzung und die Verletzung von Fürsorge- und Erziehungspflichten vorgeworfen. Sie soll das Mädchen schon seit frühem Kleinkindalter rund sieben Jahre lang im Haus der Großeltern eingesperrt haben. Der Fall aus Nordrhein-Westfalen hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.
Wegen Beihilfe mitangeklagt ist neben dem Großvater auch die Großmutter. Die 80-Jährige war beim Prozessauftakt anwesend. Dem Kind war laut Anklage seit 2015 ein normales Leben mit Kita, Schule sowie jeglichen Kontakten zu anderen Menschen verwehrt worden. Es soll in der Isolation erhebliche Entwicklungsrückstände erlitten haben und ist inzwischen zwölf Jahre alt.
Richterin bot ein Rechtsgespräch an
Am Mittwoch erklärte Metz-Horst, sie habe der Mutter und den Großeltern des Kindes bereits zuvor ein Rechtsgespräch angeboten. Dieses Angebot erneuerte sie nun. Ob darauf eingegangen wird, blieb zunächst unklar. Bei einem Rechtsgespräch wird versucht, zwischen den Prozessbeteiligten eine Verständigung zu erreichen, unter anderem um die Dauer des Verfahrens zu verkürzen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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