Feuer-Drama in Crans-Montana: Ermittlungen gegen Barbetreiber wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet
Nach dem tödlichen Brand in Crans-Montana in der Silvesternacht gehen die Ermittler einem Anfangsverdacht gegen die Barbetreiber nach. Gab es in dem Todes-Lokal zu wenige Notausgänge und unsichere Materialien?
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Feuer-Inferno in der Silvesternacht: Brand in Crans-Montana fordert 40 Menschenleben
- Strafrechtliche Ermittlungen gegen Bar-Betreiber eingeleitet
- Verdacht auf fahrlässige Tötung - waren die Sicherheitsvorkehrungen in der "Bar Constellation" unzureichend?
Eine unbeschwerte Silvesterparty zum Jahreswechsel 2025/26 endete für Hunderte Besucher der "Bar Constellation" in Crans-Montana in der Schweiz mit einer unfassbaren Tragödie: Als in den frühen Morgenstunden des 1. Januar 2026 ein Feuer in dem Lokal ausbrach, kamen 40 Menschen ums Leben, weitere 119 Personen erlitten überwiegend schwere Verletzungen. Nun sind seitens der Walliser Staatsanwaltschaft strafrechtliche Ermittlungen gegen die Betreiber der Bar eingeleitet worden.
Strafrechtliche Ermittlungen gegen Bar-Betreiber in Crans-Montana nach tödlicher Katastrophe
Das französische Ehepaar Jessica (40) und Jacques Moretti (49) muss sich demnach wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst verantworten. Die Polizei des Kantons Wallis betonte in ihrer Mitteilung ausdrücklich: "Es wird daran erinnert, dass bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt."
Das französische Ehepaar wurde nicht festgenommen und unterliegt auch keinen Reisebeschränkungen, wie ein Polizeisprecher auf Nachfrage präzisierte. Es handele sich zunächst um eine Strafuntersuchung. Ob Anklage erhoben werde, entscheide die Staatsanwaltschaft zu einem späteren Zeitpunkt. Das Betreiber-Ehepaar zeigte sich gegenüber Medien zutiefst erschüttert von dem Unglück. Jessica und Jacques Moretti erklärten, sie seien am Boden zerstört und würden vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten, um die Ursachen der Katastrophe aufzuklären. Die Strafuntersuchung wurde am Freitagabend nach Abschluss der ersten Ermittlungen offiziell eröffnet.
Feuer-Inferno in Crans-Montana: Partyfontänen lösten Feuersbrunst in der Silvesternacht aus
Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler entfachten funkensprühende Partyfontänen das verheerende Feuer. Die Funken setzten Schaumstoffmaterial an der Decke des Lokals in Brand, das vermutlich zur Schalldämpfung angebracht worden war. Innerhalb kürzester Zeit breiteten sich die Flammen im gesamten Kellerbereich der Bar aus.
Die Gäste hatten kaum eine Chance zu entkommen. Das Feuer forderte 40 Menschenleben und hinterließ 119 Verletzte, von denen die meisten schwere Brandverletzungen davontrugen. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis leitete die ersten Untersuchungen unmittelbar nach der Katastrophe ein.
Sicherheitsvorkehrungen unzureichend? Brandschutzexperten stellen kritische Fragen
Fachleute für Brandschutz äußerten bereits erhebliche Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen in dem Lokal. Sie hinterfragten, ob ausreichend Fluchtwege vorhanden waren und ob das an der Decke des Lokals zur Schalldämpfung verbaute Material den gesetzlichen Anforderungen entsprach. "Die Fluchtwegsituation vom Gebäude war sicher nicht ideal, weil Leute von Untergeschoss - glaube ich - nur eine Ausgangsmöglichkeit hatten", sagt Dumeng Wehrli, Präsident der Interessengemeinschaft der Brandschutzingenieure Schweiz, dem Sender SRF. Allein anhand der Zahl der Opfer ist klar, dass sich in den Räumen der Bar mehr als 150 Menschen aufgehalten haben.
Ein einziger Notausgang reiche nach den Vorschriften nur in einem Raum mit bis zu 50 Personen, sagt Wehrli. Bei mehr als 50 seien zwei Notausgänge vorgeschrieben. Ab 200 Personen müsse es mehrere und breitere Fluchtwege und Ausgänge geben. Die funkensprühenden Partyfontänen, die auf Videos und Bildern zu sehen sind, hält er auch für problematisch. "Pyrotechnische Gegenstände haben aus meiner Sicht im Inneren von Gebäuden nichts zu suchen", sagt er.
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loc/news.de/dpa/stg
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