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"Titan"-U-Boot verschollen: Experte offenbart düstere Prognose! Sind die Passagiere längst tot?

Die Suche nach dem U-Boot "Titan" ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Der Sauerstoffvorrat sinkt stündlich. Das hat gefährliche Auswirkungen für die Insassen. Ein Experte vermutet sogar, dass die Passagiere schon tot sein könnten. 

Das U-Boot "Titan", in dem eine Gruppe von fünf Personen die "Titanic" sehen wollte, ist verschollen. Den Insassen bliebt nicht mehr viel Zeit, denn der Sauerstoffvorrat geht stündlich zur Neige. Das wiederum minimiert die Überlebenschancen deutlich. Ein Experte geht sogar davon aus, dass die Männer bereits tot sein könnten.

Alle aktuellen Informationen rund um das verschollene U-Boot finden Sie hier.

"Titan"-U-Boot verschollen! Kommandant prognostiziert: Passagiere könnten bereits tot sein

Der frühere Kommandant Andy Coles vermutet, dass die Passagiere bereits an einer Kohlendioxidvergiftung oder Unterkühlung gestorben sind. "Ich glaube nicht, dass das U-Boot über eine Möglichkeit verfügt, das CO2 zu entfernen und die Luft wieder umzuwälzen. Sie werden also wahrscheinlich einschlafen, bevor sie nicht völlig erstickt sind. Außerdem muss man bedenken, dass es in 3.800 Metern Tiefe unglaublich kalt ist", sagte er gegenüber dem "Daily Mirror".

Er fügte hinzu: "Ich würde sagen, man hat weniger als 50 Prozent Chance, sie lebend nach oben zu bringen, selbst wenn man sie findet." Sie könnten nicht nach oben fahren, weil ihnen der Strom fehlt. Außerdem können sie sich nicht selbst befreien, weil die Luke von außen geschlossen ist. Er rechnet damit, dass das U-Boot erst in zwei Monaten geborgen wird.

So gefährlich ist ein Sauerstoffmangel im U-Boot "Titan"

Noch ist völlig unklar, was mit dem Tauchboot "Titan" im Atlantik passiert ist. Sollte es aber noch intakt sein, setzt der vorhandene Sauerstoffvorrat Grenzen für ein Überleben an Bord. "Es gibt schönere Tode", sagt Lungenfacharzt Rainer Schädlich. "Der Prozess dauert lange, da sich der Sauerstoff langsam aufbraucht und zusätzlich CO2 durch Atmung entsteht." Üblicherweise enthält Luft etwa 21 Volumenprozent Sauerstoff (O2). Steigt der Anteil an Kohlendioxid, sinkt der von O2. "Sinkt der Sauerstoffgehalt unter 15 Volumenprozent, wird die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zunehmend vermindert", so Schädlich, der Facharzt für Innere Medizin, Lungen-und Bronchialheilkunde, Allergologie und Umweltmedizin in Straelen ist.

Zwar hätten Tauch- und U-Boote Kohlendioxid-Filter, um das Gas aufzufangen, erklärt Professor Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Aber: "Sind die Kapazitäten der Kohlendioxid-Filter erschöpft, dann steigt das Kohlendioxid an."

Das sind die Symptome eines Sauerstoffmangels

Bei zunehmendem Sauerstoffmangel kommt es demnach zu Kopfschmerzen sowie zu Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, aber auch Atemnot, Verwirrtheit, Schwindel und Benommenheit bis zur Apathie. "Die bei einem Sauerstoffmangel auftretenden Symptome, insbesondere die Atemnot, können sehr unangenehm sein. Insofern würde ich nicht von einem milden Tod sprechen." Wie schnell der Sauerstoff verbraucht werde, hänge stark von Atmung und Aktivität der Menschen an Bord ab, sagt der Hamburger Intensivmediziner. Wenn man so wenig wie möglich tue oder schlafe, sei der Verbrauch wesentlich geringer als bei hektischem Tun oder Panik. Beim Tauchboot komme hinzu, dass es womöglich tief unten in eisiger Kälte liege. Wenn es auch im Inneren der "Titan" kalt sei, könnten die Menschen an Bord aufgrund des Muskelzitterns einen erhöhten Sauerstoffverbrauch haben.

Das bei Sauerstoffmangel am schnellsten geschädigte Organ sei das Gehirn, so Kluge. Selbst wenn im Zustand der Bewusstlosigkeit eine Rettung erfolge, drohten irreversible Schäden. "Eine zeitnahe Sauerstoffgabe kann in einzelnen Fällen schwere Schäden vermeiden." Sauerstoff ist lebensnotwendig für die Energiegewinnung in den Zellen, die sogenannte Zellatmung, wie Schädlich erklärt. "Ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr werden die Zellen geschädigt."

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Drama um "Titan"-U-Boot: Experten rechnen mit geringen Überlebenschancen

Schädlich sieht für die Männer auf der "Titan" aus historischer Sicht nicht viel Anlass zu Hoffnung: "In der Geschichte gesunkener U-Boote sind mehr Männer gestorben als überlebt haben", sagte er. Ihr Todeskampf habe verschiedene Phasen: "Am Anfang versuchen sie noch hektisch, die mechanischen Probleme zu lösen. Es folgt eine ruhigere Phase angespannten Schweigens und Nachdenkens." Dann kämen die ersten Symptome, später Bewusstlosigkeit und der Tod.

Marineexperte vermutet: "Titanic"-Expeditions-U-Boot liegt wahrscheinlich auf dem Meeresgrund

Wie schwer die Suche wirklich ist, erklärteIgor Kurdin, Vorsitzender des St. Petersburger Klubs der U-Bootfahrer und Marineveteranen und Kapitän im ersten Rang gegenüber der Zeitung "Moskovskij Komsomolets": "Wenn es jetzt nicht mit Hilfe des Notabwurfs von Ballast aufgetaucht ist, muss man leider davon ausgehen, dass es auf dem Meeresgrund liegt." Möglicherweise habe sich das U-Boot auch bereits durch den Druckabfall mit Wasser gefüllt.

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/fka/news.de/dpa

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