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Blutbad in Ecuador: 118 Tote bei Knast-Massaker! Gangs enthaupten Insassen

Mit Pistolen und Macheten sind Mitglieder verfeindeter Gangs in einem Gefängnis in Ecuador aufeinander losgegangen. Es geht um die Kontrolle über die Haftanstalt und kriminelle Geschäfte. Mindestens 118 Menschen ließen bislang in dem Machtkampf ihr Leben.

Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Banden sind in dem Gefängnis in Ecuador mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Bild: picture alliance/dpa/XinHua | Policía Nacional de Ecuador

Verfeindete Gangs haben in einem Gefängnis nahe der südamerikanischen Wirtschaftsmetropole Guayaquil in Ecuador ein Blutbad angerichtet: 118 Gefangene kamen bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden in der Haftanstalt Guayas N1 ums Leben, wie die Staatsanwaltschaft des südamerikanischen Landes am Mittwoch mitteilte. Weitere 78 Gefangene und zwei Polizisten seien bei den Kämpfen verletzt worden.

Blutige Bandenkriege in Ecuador: Mindestens 118 Tote bei Massaker in Haftanstalt Guayas N1

"Es ist eine Tragödie, dass die kriminellen Banden im Kampf um die Kontrolle so weit gehen", sagte der Leiter des Strafvollzugs, Bolívar Garzón, im Radiosender FMMundo. Mehrere Opfer sollen enthauptet worden sein. Soldaten zogen einen Sicherheitskordon um die Haftanstalt, um die Arbeit der Ermittler und Forensiker abzusichern.

Bei den Bandenkämpfen kamen demnach auch Schusswaffen und Sprengsätze zum Einsatz. Spezialeinsatzkräfte der Polizei brachten die Haftanstalt danach wieder unter ihre Kontrolle. Rund 400 Beamte seien an dem Einsatz beteiligt gewesen, sagte Polizeichef Fausto Buenaño. Die Polizisten seien beschossen worden. Bei dem Einsatz wurden demnach Schusswaffen, Messer, Munition und Drogen sichergestellt.

Schüsse auf Polizisten - Messer, Munition und Drogen bei Krawallen sichergestellt

Den Banden gelinge es immer wieder, Waffen in das Gefängnis zu schmuggeln, räumte der Leiter des Strafvollzugs, Garzón, ein. Er war zum Zeitpunkt des Massakers gerade einmal einen Tag im Amt. Möglicherweise seien auch Justizvollzugsbeamte in den Schmuggel verwickelt.

Gang-Mitglieder köpfen Gefängnisinsassen in Ecuador

Vor dem Leichenschauhaus in Guayaquil warteten zahlreiche Angehörige von Häftlingen auf Informationen. "Wie soll ich meiner Tochter sagen, dass sie ihrem Vater den Kopf abgeschnitten haben? Das ist die schlimmste Art des Todes", sagte die 35-jährige Nancy der Zeitung "El Universo". Sie habe den Kopf ihres Mannes in einem Video aus dem Gefängnis erkannt. Er habe eine einjährige Freiheitsstrafe abgesessen und wäre in drei Monaten entlassen worden, sagte die Mutter.

Die Lage in dem Gefängnis blieb auch nach dem Ende der Kämpfe angespannt. Die Streitkräfte rückten mit gepanzerten Fahrzeugen in die Haftanstalt ein. Die Gefängnisleitung untersagte zunächst die Lieferung von Lebensmitteln. Damit solle verhindert werden, dass Menschen von außerhalb als Geiseln genommen werden, sagte Garzón. Außerdem schwäche es die Gefangenen und breche den Kampfgeist.

Ecuador verhängt Ausnahmezustand für Gefängnisse

Präsident Guillermo Lasso verhängte für 60 Tage den Ausnahmezustand über den Strafvollzug im ganzen Land. "Es ist bedauerlich, dass die Banden versuchen, die Gefängnisse zu einem Schlachtfeld für ihre Machtkämpfe zu machen", sagte der Staatschef bei einer Pressekonferenz.

In Ecuador kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in Gefängnissen. Im Juli kamen bei Krawallen in Haftanstalten in Cotopaxi und Guayaquil insgesamt 21 Menschen ums Leben. Im Februar waren bei heftigen Zusammenstößen zwischen rivalisierenden Banden in mehreren Gefängnissen 79 Menschen getötet worden.

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In Lateinamerika werden viele Strafanstalten werden von Gangs kontrolliert. Oftmals sorgen die Sicherheitskräfte lediglich dafür, dass die Gefangenen in den Haftanstalten bleiben. Innerhalb der Mauern bleiben sich die Häftlinge weitgehend selbst überlassen. Zahlreiche inhaftierte Gangbosse steuern die Geschäfte ihrer kriminellen Organisationen aus dem Gefängnis heraus.

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loc/news.de/dpa

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