Bundestagswahl 2021

Wahlsonntag im Live-Ticker - Probleme in einigen Berliner Wahllokalen

Heute wählt Deutschland einen neuen Bundestag. Selten waren die Prognosen zum Wahlergebnis vorab so knapp wie diesmal. Alle aktuellen News zum Wahlsonntag, Prognosen und Hochrechnungen gibt es hier.

mehr »
Uhr

Hochwasserkatastrophe 2021 im News-Ticker: Kanzlerin Merkel informiert sich über Lage in Katastrophengebiet

Immer mehr Tote und Vermisste, ganze Orte, die in den Fluten versinken. Es ist eine Katastrophe, wie sie Deutschland lange nicht erlebt hat. Am Freitag stiegt die Zahl der Unwettertoten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen auf 106. Alle aktuellen Informationen rund um die Hochwasser-Lage in Deutschland lesen Sie hier.

Blick auf den Ort im Kreis Ahrweiler am Tag nach dem Unwetter mit Hochwasser. Mindestens sechs Häuser wurden durch die Fluten zerstört.   Bild: picture alliance/dpa | Thomas Frey

Die Aufräum- und Bergungsarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe im Westen von Deutschland gehen am Freitag weiter. Über 106 Menschen kamen bislang ums Leben. Noch werden Dutzende Menschen vermisst, nachdem stundenlanger Starkregen aus kleinen Flüssen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz reißende Wassermassen gemacht hatte. Allein im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler werden rund 1300 Menschen vermisst, wie die Kreisverwaltung am Abend mitteilte.

FOTOS: Unwetter Deutschland aktuell Alles unter Wasser! Die Schock-Bilder der Flutkatastrophe
zurück Weiter Drohnenaufnahmen von Autos in einem ausgespültem Teil des Ortsteils Blessem (Foto) Foto: picture alliance/dpa Kamera

Mehr zur aktuellen Wetter-Prognose: Schon wieder Unwetter! DIESE Regionen trifft es heute mit voller Wucht

Hochwasserkatastrophe in Deutschland: Alle aktuellen Informationen zum Flut-Drama im News-Ticker

Alle aktuellen Informationen rund um die Wetter- und Hochwasserlage in Deutschland lesen Sie hier.

+++ 16.07.2021: Kanzlerin Merkel informiert sich per Videoschalte über Lage in NRW +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Freitagabend in einer Videokonferenz von der Koordinierungsgruppe des nordrhein-westfälischen Innenministeriums über die aktuelle Lage im Katastrophengebiet informieren lassen. Laut Mitteilung einer Sprecherin der Bundesregierung waren auch Ministerpräsident Armin Laschet und Innenminister Herbert Reul (beide CDU) beim Gespräch mit der Kanzlerin dabei. Merkel sicherte dabei kurz- und langfristige Unterstützung durch den Bund für die betroffenen Menschen in den Hochwassergebieten zu.

+++ 16.07.2021: NRW-Finanzverwaltung setzt Katastrophenerlass in Kraft +++

Nordrhein-Westfalens Finanzverwaltung hat zur Entlastung der vom Unwetter betroffenen Bürger einen Katastrophenerlass in Kraft gesetzt. Laut Mitteilung von Freitag sind mit dem Erlass über 30 steuerliche Unterstützungsmaßnahmen möglich. So können die Wirtschaft und Privatpersonen Sonderabschreibungsmöglichkeiten für den Wiederaufbau nutzen. Auch die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung und die Beseitigung von Schäden am selbst genutzten Wohneigentum kann als außergewöhnliche Belastung steuerlich berücksichtigt werden.

Auch sollen die Finanzämter den betroffenen Steuerzahlern mit Stundungen von Steuern und geminderten Vorauszahlungen entgegenkommen. "Mit den Maßnahmen aus dem Katastrophenerlass können wir schnell und unbürokratisch dort helfen, wo Hilfe dringend benötigt wird. Die unmittelbare Unterstützung für betroffene Bürgerinnen und Bürger steht für uns an erster Stelle", so Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU).

+++ 16.07.2021: Bundespräsident Steinmeier besucht am Samstag Erftstadt +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt am Samstag in den von der Unwetterkatastrophe besonders getroffenen Rhein-Erft-Kreis. Nach Angaben der NRW-Staatskanzlei besucht das Staatsoberhaupt am Mittag zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet Erftstadt, wo zahlreiche Häuser und Autos weggespült worden waren. Steinmeier will sich in der Feuerwehrleitzentrale ein Bild von der aktuellen Lage machen und mit Rettungskräften sprechen.

+++ 16.07.2021: Nach Unwetter weiterhin über 100.000 Menschen ohne Strom +++

Im Westen Deutschlands waren nach dem verheerenden Unwetter auch am Freitagnachmittag noch rund 102 000 Menschen ohne Strom. Das Unwetter und die daraus entstandenen Überflutungen sorgten weiterhin für Ausfälle in der Stromversorgung in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, teilte der zum Eon-Konzern gehörende Energieversorger Westenergie in Essen mit.

Westenergie betonte, es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Stromversorgung wiederherzustellen. Etwa zehn Umspannanlagen des Verteilnetzbetreibers Westnetz seien derzeit aber noch von den Überschwemmungen direkt betroffen. Einzelne Anlagen seien nach wie vor schwer erreichbar, in anderen stehe immer noch das Wasser.

Bevor sie wieder in Betrieb genommen werden könnten, müssten sie geprüft und gereinigt werden. Bei größeren Schäden an den Umspannanlagen werde daran gearbeitet, die Stromversorgung über Umschaltungen aus anderen Anlagen oder durch Notstromaggregate wieder herzustellen.

In der Spitze lag die Zahl der nicht mit Strom versorgten Menschen laut Westenergie sogar bei 200 000. Doch sei es durch die Wiedereinschaltung von Anlagen, Umleitungen und Notstromaggregate mittlerweile gelungen, in zahlreichen Fällen die Stromversorgung wieder herzustellen.

+++ 16.07.2021: Trauerbeflaggung für Opfer der Unwetterkatastrophe +++

Zum Gedenken an die Opfer der Unwetterkatastrophe werden die Fahnen an zahlreichen Gebäuden in Nordrhein-Westfalen bis Montag auf Halbmast wehen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) ordnete am Freitag für alle Dienstgebäude des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände Trauerbeflaggung an, wie das Innenministerium mitteilte.

+++ 16.07.2021: Mehr als 105 Tote bei Flutkatastrophe - Lage bleibt angespannt +++

Die Naturkatastrophe im Westen Deutschlands nimmt immer größere Ausmaße an. Die Zahl der Toten und Verletzten steigt weiter, die Lage bleibt kritisch. Die Spendenbereitschaft in Gesellschaft und Bevölkerung wächst. Die Zahl der Opfer bei der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands steigt weiter an. Bis Freitagnachmittag wurden 106 Tote gezählt - in Rheinland-Pfalz kamen nach offiziellen Angaben mindestens 63 Menschen ums Leben, in Nordrhein-Westfalen waren es mindestens 43. In beiden Bundesländern wurden zudem noch viele Menschen vermisst, ihre genaue Zahl war unklar. Rund 900 Soldatinnen und Soldaten helfen derzeit bei der Bewältigung der Katastrophe. Die Rettung von Menschenleben stehe dabei im Vordergrund, die Bundeswehr unterstütze aber auch mit "helfenden Händen" und Material, teilte die Streitkräftebasis am Freitag in Bonn mit.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach von einer Tragödie. "Das macht mich fassungslos", sagte er am Freitag in Berlin. In Gedanken sei er bei den Hinterbliebenen der Opfer. "Ihr Schicksal trifft mich ins Herz." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwägt einen baldigen Besuch im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz. Sie ist mit der Landesregierung über einen baldigen Besuch im Katastrophengebiet im Gespräch, wie der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, am Freitag mitteilte.

+++ 16.07.2021: Sat.1-Spendengala sammelt für Unwetter-Opfer +++

Sat.1 plant eine Spendengala für Geschädigte der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Der Fernsehsender arbeitet mit dem Bündnis deutscher Hilfsorganisationen, "Aktion Deutschland Hilft", zusammen, wie am Freitag in Unterföhring bei München mitgeteilt wurde. "Zahlreiche Stars unterstützen die große Live-Gala im Studio und nehmen am Telefon Spenden entgegen." Die Sendung sei für Samstag, dem 24. Juli, um 20.15 Uhr angesetzt.

Sat.1-Chef Daniel Rosemann sagte laut Mitteilung: "In manchen Situationen kann man kaum die richtigen Worte finden. Aber helfen kann man immer." Man wolle dazu einladen, "die Menschen, die durch das Hochwasser in Rheinland-Pfalz und NRW innerhalb von Sekunden alles verloren haben, zu unterstützen. Schnell. Und unbürokratisch."

+++ 16.07.2021: Zwei Festnahmen wegen Einbruch im Katastrophengebiet +++

Im Unwetterkatastrophengebiet im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz sind am Donnerstag zwei Menschen wegen des Verdachts des Einbruchdiebstahls festgenommen worden. Die Beschuldigten seien dem Haftrichter vorgeführt worden, aber kein Haftbefehl erlassen worden, weil ein dringender Tatverdacht fehlte, teilte die Staatsanwaltschaft in Koblenz am Freitag mit. Die Ermittlungen dauerten an. Darüber hinaus hätten einige die Lage für Diebstähle ausgenutzt, hieß es bei der Polizei. Zahlen dazu waren zunächst nicht bekannt.

+++ 16.07.2021: Gasversorger: Lage im Kreis Ahrweiler nach Hochwasser dramatisch +++

Der Versorger Energienetze Mittelrhein hat die Situation nach der Hochwasserkatastrophe im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz als dramatisch bezeichnet. "Die Gasleitung ist komplett gerissen. Wirklich zerstört", sagte Unternehmenssprecher Marcelo Peerenboom am Freitag in Koblenz. Mehrere Kilometer Leitung müssten komplett neu gebaut werden. "Das wird leider Wochen oder Monate dauern, bis dort wieder Gasversorgung ist. Das heißt für die Bürger: kaltes Wasser, und wenn die Heizperiode kommt, auch kalte Wohnung."

Das Unternehmen denke darüber nach, wie den Menschen geholfen werden könne. Derzeit komme der Versorger jedoch nicht einmal an alle Schadensstellen heran. "Eine Gasregelstation zum Beispiel liegt komplett unter Wasser", sagte Peerenboom. "Da müssen wir warten, bis Monteure an die Anlagen kommen." Dann könne man sich ein komplettes Bild von der Lage machen. "Bis dahin können Sie nur schätzen."

Zur Stromversorgung im Kreis Ahrweiler hatte das Unternehmen Westnetz von erheblichen Beschädigungen an den Verteilungsanlagen durch Starkregen und Überschwemmungen gesprochen. Zahlreiche Städte und Ortsgemeinden seien von Stromausfällen betroffen. "Die Arbeiten und Erreichbarkeit der Stromanlagen werden zum Teil durch überflutete Straßen erschwert", hieß es in einer Mitteilung. Eine Aussage zur Wiederaufnahme der kompletten Versorgung sei vorerst nicht möglich.

+++ 16.07.2021: Mindestens 63 Tote in Rheinland-Pfalz +++

Die Hochwasserkatastrophe an Ahr und Mosel in Rheinland-Pfalz hat mindestens 63 Menschen das Leben gekostet. Die Zahl werde vermutlich noch steigen, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Mainz. Eine nicht genau bekannte Zahl von Menschen wird noch vermisst. Allein in der Verbandsgemeinde Adenau (Kreis Ahrweiler) waren dies etwa 30 Bewohner.

"Das Leid nimmt auch gar kein Ende", sagte Dreyer bei einem Besuch der Berufsfeuerwehr in Trier. Die Zahl der Toten steige weiter. Überall gehe jetzt das Wasser zurück, daher würden nun Menschen gefunden, die bei der Katastrophe ertrunken seien. "Und da könnte man eigentlich nur noch weinen. Das ist ein Horror."

+++ 16.07.2021: Flutkatastrophe: Fußballprofis sprechen Mitgefühl aus +++

Mehrere Fußballprofis haben den betroffenen Menschen der Flutkatastrophe ihr Mitgefühl ausgesprochen. "Meine Gedanken sind bei all den betroffenen und vermissten Menschen der Flutkatastrophe in Deutschland. Haltet durch. Danke an alle Einsatzkräfte vor Ort für den unermüdlichen Einsatz", schrieb Ex-Nationalspieler Mesut Özil am Freitag auf Twitter. Der deutsche Weltmeister von 2014 spielt mittlerweile bei Fenerbahce Istanbul in der Türkei.

Ebenso meldete sich Ex-Nationalspieler Jerome Boateng auf Twitter zu Wort und verwies auf eine Spendenaktion des Deutschen Roten Kreuz: "Die Überschwemmungen in NRW und Rheinland-Pfalz bedrohen die Existenzen vieler Menschen, oder haben sie bereits zerstört. Lasst uns helfen, jede Spende hilft!"

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hatte zuvor finanzielle Hilfe für die Opfer angekündigt.

+++ 16.07.2021: Hochwasser-Betroffene von Trier-Ehrang sollen nur kurz in ihre Häuser +++

Trotz abfließenden Wassers sollen die Bewohner von Trier-Ehrang noch nicht in ihre Häuser zurückkehren. Noch könne nicht abschließend beurteilt werden, ob alle von Flutschäden betroffenen Häuser im Ortskern standsicher seien, teilte die Stadt Trier mit. Dies solle zunächst von Statik-Experten geprüft werden. Dennoch: Bürgern werde das kurzfristige Begehen von Wohnungen ermöglicht, um wichtige persönliche Dinge wie Handys oder Geldbeutel herauszuholen.

"Wer nicht unbedingt in sein Haus muss, sollte warten, bis die Lage gesichert ist und die Straßen wieder begehbar sind", sagte Baudezernent Andreas Ludwig (CDU). Die Polizei sei mit Einsatzkräften vor Ort und achte verstärkt darauf, dass sich nicht Unbefugte Zugang in offen stehende Häuser verschafften.

Wegen akuter Gefahr werde davor gewarnt, mit Sicherungskästen oder anderen elektrischen Geräten in den Häusern zu hantieren. Die Stadtwerke arbeiteten daran, die Stromversorgung im Stadtteil nach und nach wieder herzustellen. "Die Lage bleibt angespannt", hieß es. Noch stünden Teile des Ortsteils unter Wasser.

+++ 16.07.2021: Reul: Drei Häuser und Teil der Burg in Erfstadt eingestürzt +++

Im besonders schwer von der Unwetterkatastrophe betroffenen Erftstadt-Blessem sind nach aktuellem Stand drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg eingestürzt. "Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht", sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag in Düsseldorf. Im bisher durchforsteten östlichen Teil des Ortes gebe es keine Todesopfer, alle dort lebenden Menschen seien in Sicherheit. "Aber das ist noch nicht die ganze Stadt." Die Lage in Erftstadt sei "wegen der Dynamik" zurzeit "ganz besonders kritisch" und noch sehr unübersichtlich.

+++ 16.07.2021: Polizei Köln: Rund 60 Menschen weiterhin vermisst +++

Im Raum Euskirchen sucht die Polizei weiterhin nach 40 vermissten Menschen. Im Raum Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis werden ebenfalls noch 19 Menschen vermisst, wie die Polizei Köln am Freitag mitteilte. Bei der Hotline für vermisste Personen des Rhein-Sieg-Kreises seien mehr als 300 Nachfragen eingegangen. Viele der Anrufe seien auf das zusammengebrochene Mobilfunknetz zurückzuführen.

Am Freitagmorgen hatte die Polizei Köln von 24 Toten im Kreis Euskirchen und sechs Toten im Rhein-Sieg-Kreis berichtet. Noch immer seien nicht alle der Leichen geborgen, hieß es in der Mitteilung. Die Überprüfung der Vermisstenmeldungen laufe.

+++ 16.07.2021: Teile von A1-Standstreifen brechen ab und stürzen in die Erft +++

In der Nähe der vom Hochwasser heimgesuchten Ortschaft Erftstadt-Blessem sind Teile der gesperrten Autobahn 1 in den Fluss Erft gestürzt. Dies berichtete ein dpa-Reporter als Augenzeuge. Nach seinen Angaben brachen schätzungsweise mehr als 40 Meter des Standstreifens in mehreren Stücken mit einem Knacken ab und fielen in den Fluss. Auf den Abschnitten hätten sich keine Fahrzeuge befunden. Auch ein Stück Lärmschutzwand sei eingestürzt.

+++ 16.07.2021: Überschwemmte Fahrbahn - Strecken auf A1 und A61 gesperrt +++

Wegen überschwemmter Fahrbahnen sind mehrere Abschnitte auf der Autobahn 1 und der Autobahn 61 gesperrt. Betroffen sei etwa die Strecke zwischen der Anschlussstelle Wermelskirchen und dem Autobahnkreuz Leverkusen, teilte die Autobahn GmbH Rheinland am Freitag auf Twitter mit. Das Kreuz Leverkusen sei voll gesperrt. In Fahrtrichtung Dortmund werde der Verkehr auf die A3 abgeleitet. Auch die Strecke zwischen den Kreuzen Köln-West und Bliesheim ist laut Polizei in beide Richtungen nicht befahrbar. Auf der A61 gebe es eine Vollsperrung zwischen den Autobahnkreuzen Kerpen und Meckenheim.

+++ 16.07.2021: Überschwemmung: A44 bei Jülich nach Vollsperrung wieder frei +++

Nach einer Vollsperrung der Autobahn 44 bei Jülich wegen einer überschwemmten Fahrbahn ist die Strecke wieder frei. Das hat die Autobahn GmbH Rheinland am Freitagmittag per Twitter mitgeteilt. Die Strecke zwischen den Anschlussstellen Jülich-Ost und Jülich-West war am Freitagmorgen zunächst in beide Richtungen nicht befahrbar.

+++ 16.07.2021: Bislang mindestens 103 Tote durch die Flut-Katastrophe +++

Nach Angaben der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), sind in Rheinland-Pfalz durch die Flut bislang mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt gab es damit mindestens 103 Tote durch das Hochwasser.

+++ 16.07.2021: Lage an Steinbachtalsperre weiter angespannt +++

Die Situation an der Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen bleibt weiter angespannt. "Die Lage ist stabil, aber nicht unkritisch", teilte der Kreis am Freitagvormittag mit. Der Pegelstand habe sich über Nacht bis zum Einsetzen des Regens um etwa zwei Zentimeter abgesenkt und danach gehalten werden können.

Der Grundablass der Steinbachtalsperre sei aber weiterhin nicht in Funktion. Ein Überlaufrohr werde freigepumpt, um weiteres Wasser abzulassen. Die Evakuierung der gefährdeten Gebiete sei vollständig abgeschlossen, teilte der Kreis weiter mit. "Wie lange die Situation anhält, lässt sich zur Zeit nicht sagen." Die Polizei Köln meldete zwischenzeitlich 24 Tote im Zusammenhang mit dem Hochwasser im Kreis Euskirchen.

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass durch Rohrbrüche und Starkregen Keime ins Trinkwassernetz gelangt sind. Daher rät der Kreis Euskirchen dazu, das Trinkwasser abzukochen und nicht direkt aus dem Hahn zu trinken. Ab dem Abend könne es zudem in einigen Ortschaften zu verfärbtem Wasser kommen, da das Wasserwerk in Satzvey in Betrieb genommen werde.

+++ 16.07.2021: Lage an Steinbachtalsperre weiter angespannt +++

Die Situation an der Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen bleibt weiter angespannt. "Die Lage ist stabil, aber nicht unkritisch", teilte der Kreis am Freitagvormittag mit. Der Pegelstand habe sich über Nacht bis zum Einsetzen des Regens um etwa zwei Zentimeter abgesenkt und danach gehalten werden können. Der Grundablass der Steinbachtalsperre sei aber weiterhin nicht in Funktion. Ein Überlaufrohr werde freigepumpt, um weiteres Wasser abzulassen.

Die Evakuierung der gefährdeten Gebiete sei vollständig abgeschlossen, teilte der Kreis weiter mit. "Wie lange die Situation anhält, lässt sich zur Zeit nicht sagen." Die Polizei Köln meldete zwischenzeitlich 24 Tote im Zusammenhang mit dem Hochwasser im Kreis Euskirchen.

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass durch Rohrbrüche und Starkregen Keime ins Trinkwassernetz gelangt sind. Daher rät der Kreis Euskirchen dazu, das Trinkwasser abzukochen und nicht direkt aus dem Hahn zu trinken. Ab dem Abend könne es zudem in einigen Ortschaften zu verfärbtem Wasser kommen, da das Wasserwerk in Satzvey in Betrieb genommen werde.

+++ 16.06.2021: Plünderungen nach Flut! Fünf Festnahmen in NRW +++

Wie "Focus Online"am Freitag berichtet, sind bei dem dem Versuch, Geschäfte in den vom Hochwasser stark betroffenen Städten Eschweiler und Stolberg in Nordrhein-Westfalen zu bestehlen, fünf Menschen vorläufig festgenommen worden. In allen Fällen schrieben Beamte eine Anzeige wegen Diebstahls, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Ein 32 Jahre alter Mann versuchte demnach am Donnerstag in Stolberg, einen Gegenstand aus einem Juweliergeschäft zu stehlen. Als Zeugen ihn ansprachen, ließ er seine Beute wieder fallen.

+++ 16.06.2021: Überlauf aus Bevertalsperre reduziert: Anwohner können zurück +++

Die Anwohner von Hückeswagen im Bergischen Land können nach den starken Regenfällen wieder zurück in ihre Wohnungen. Die Evakuierung der Häuser, die durch einen drohenden Dammbruch des Beverteiches gefährdet waren, ist aufgehoben, wie die Stadt am Freitagvormittag mitteilte. Das betreffe rund 800 Menschen.

Der Damm sei standsicher und auch der Überlauf aus der Bevertalsperre habe deutlich reduziert werden können. "Der Wasserpegel sinkt daher weiterhin konstant, so dass kein Bruch des Dammes mehr zu befürchten ist", teilte die Stadt weiter mit. Die Wasserbehörde und der Wupperverband werden demnach den Zustand des Dammes aber weiterhin überprüfen.

Die Menschen hatten in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ihre Häuser verlassen müssen. An der nahe gelegenen Bevertalsperre war ein unkontrollierter Überlauf befürchtet worden.

+++ 16.06.2021: Zahl der Vermissten weiter unklar - Rettungsmaßnahmen laufen noch +++

Die Zahl der vermissten Menschen nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz ist weiterhin unklar. "Das Handynetz ist zum großen Teil noch nicht funktionsfähig", sagte der Koblenzer Polizeisprecher, Ulrich Sopart, am Freitag. Es sei auch davon auszugehen, dass eine Reihe von Menschen mehrfach vermisst gemeldet wurden. Genau lasse sich das noch nicht sagen. Mehr als 50 Menschen seien ums Leben gekommen. "Ich befürchte, die Zahl wird sich noch erhöhen."

Noch immer würden Menschen gerettet, sagte Sopart. Schwerpunkte der Einsätze seien die Orte Schuld, Insul und Ahrbrück. Für Menschen, die ihre Wohnungen und Häuser verloren haben, seien Unterkünfte eingerichtet worden. Wie viele Menschen durch das verheerende Unwetter obdachlos geworden sind, lasse sich aber noch nicht abschätzen.

+++ 16.07.2021: Zahl der Todesopfer steigt in Nordrhein-Westfalen auf 43 - Bislang 93 Unwetter-Tote in Deutschland +++

Die Zahl der Unwettertoten ist in Nordhrein-Westfalen auf mindestens 43 gestiegen. Das bestätigte das NRW-Innenministerium am Freitag. Bislang war die Zahl auf 30 beziffert worden. Zusammen mit den 50 Toten in Rheinland-Pfalz sind bislang 93 Menschen in den Fluten ums Leben gekommen.

+++ 16.07.2021: Trinkwasserversorgung in Stolberg ist noch angespannt +++

In der schwer vom Hochwasser getroffenen Stadt Stolberg bei Aachen ist auch am Freitagvormittag die Trinkwasserversorgung kritisch. Sie sei zurzeit eingeschränkt, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Bürgerinnen und Bürger sollten Trinkwasser vor dem Gebrauch abkochen. Zur Sicherstellung der Versorgung seien in allen Ortsteilen Trinkwasserbehälter aufgestellt worden, wo sich die Betroffenen bedienen könnten. Im Übrigen kümmere sich die Stadt um die Koordination von Geld- und Sachspenden. Nähere Infos dazu sollten später folgen.

Am Donnerstag wurde aufgrund des Hochwassers das Trinkwassernetz beschädigt, wodurch es zu Druckabfällen im Netz gekommen ist.

+++ 16.07.2021:Todesopfer nach Hauseinstürzen in Erftstadt +++

Beim Einsturz von Häusern in Erftstadt-Blessem sind offenbar Menschen ums Leben gekommen. "Es gibt Todesopfer", sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln am Freitag. In der Ortschaft war es zu massiven und schnell fortschreitenden Unterspülungen von Häusern gekommen. Erste Bilder zeigen dramatische Lage in Erftstadt-Blessem.

+++ 16.07.2021: Überschwemmte Fahrbahn - A1 bei Kreuz Leverkusen gesperrt +++

Wegen einer überschwemmten Fahrbahn ist die Autobahn 1 bei Leverkusen in beide Richtung voll gesperrt. Betroffen sei die Strecke zwischen der Anschlussstelle Wermelskirchen und dem Autobahnkreuz Leverkusen, teilte die Autobahn GmbH Rheinland am Freitag auf Twitter mit. Die Strecke soll demnach "so schnell wie möglich" wieder freigegeben werden.

+++ 16.07.2021: 12 Menschen mit Behinderung sterben in Wohnheim in Sinzig +++

Im rheinland-pfälzischen Sinzig (Kreis Ahrweiler) sind in der Nacht auf Donnerstag zwölf Menschen mit Behinderung in den Fluten ums Leben gekommen! Die Flutopfer lebten in einem Haus des Vereins Lebenshilfe Kreisvereinigung Ahrweiler.Eine Flutwelle hatte das Wohnheim getroffen, bevor es evakuiert werden konnte.

+++ 16.07.2021: A 44 bei Jülich wegen Überschwemmung voll gesperrt +++

Die Autobahn 44 ist bei Jülich wegen einer überschwemmten Fahrbahn in beiden Fahrtrichtungen voll gesperrt. Das hat die Autobahn GmbH Rheinland am Freitag mitgeteilt. Die Sperrung sei zwischen den Anschlussstellen Jülich-Ost und Jülich-West. Die Strecke soll so schnell wie möglich wieder frei gegeben werden.

+++ 16.07.2021: Lewentz: Zahl von 50 Toten in Rheinland-Pfalz überschritten +++

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) rechnet bei den Bergungsarbeiten in Rheinland-Pfalz damit, dass Rettungskräfte weitere Tote finden. Die Zahl von 50 Toten sei inzwischen überschritten, sagte Lewentz am Freitag im Deutschlandfunk. Aus Sicht der Polizei würden knapp unter 100 Menschen vermisst. Im Zusammenhang mit der Frage, wie sich die Zahl der Toten im Bundesland entwickeln könne, mache er sich Angaben zu insgesamt 1300 Vermissten nicht zu eigen. "Allerdings war das gestern auch ein Tag, wo die Übersicht sehr schwierig zu erlangen war. Die Menschen haben fluchtartig ihre Gebäude verlassen", sagte er.

+++ 16.07.2021: Wetter-Lage aktuell: In Rheinland-Pfalz und im Saarland drohen heute weitere Unwetter +++

Während es in Nordrhein-Westfalen am Freitag nur noch vereinzelt Schauer geben wird, kündigen sich in Rheinland-Pfalz und im Saarland heute weitere Unwetter an. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Freitagmorgen vor örtlichen Gewittern mit Starkregen von 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter sowie Hagel und stürmischen Böen. Im Südosten seien bis zu 40 Liter pro Quadratmeter und Überschwemmungen möglich. Dann seien auch lokale Überschwemmungen wieder möglich.

+++ 16.07.2021: Wohngebiet in Wangen im Allgäu überschwemmt +++

In Wangen im Allgäu im Landkreis Ravensburg ist aufgrund des Starkregens am späten Donnerstagabend ein Wohngebiet überflutet worden. Wie das Polizeipräsidium Ravensburg am frühen Freitagmorgen mitteilte, wurden zunächst zwei Brückendurchflüsse des Epplingser Bachs durch Treibgut blockiert. Dadurch sei das Wasser über die Ufer getreten und habe das angrenzende Wohngebiet Epplingser Halde überschwemmt.

Nach Angaben der Einsatzkräfte stand das Wasser im Wohngebiet zum Teil kniehoch - zahlreiche Keller und Garagen liefen voll mit Wasser. In einem Blockheizkraftwerk stand das Wasser demnach bis zu 1,60 Meter hoch. Wie viele Häuser von der Überflutung betroffen sind, war zunächst unklar.

+++ 16.07.2021: Bislang mindestens 80 Tote nach Flut-Katastrophe - Zahl der Toten in Rheinland-Pfalz steigt auf 50 +++

Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Toten auf 50 gestiegen. "Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz am Freitagmorgen. Damit sind im Westen Deutschlands bislang mindestens 80 Menschen durch die Todesflut gestorben.

+++ 16.07.2021: 23 Landkreise in NRW von Überschwemmungen betroffen +++

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerung und Katastrophenschutz (BBK) in Bonn 23 Städte und Landkreise von Überschwemmungen betroffen.

Nach Angaben des BBK auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur waren dies (Stand Donnerstagabend):

- Oberbergischer Kreis - Rhein-Sieg-Kreis - Mettmann - Heinsberg - Düren - Hochsauerlandkreis - Rheinisch-Bergischer Kreis - Wuppertal - Rhein-Erft-Kreis - Bochum - Hagen - Mülheim an der Ruhr - Euskirchen - Essen - Ennepe-Ruhr-Kreis - Köln - Leverkusen - Solingen - Märkischer Kreis - Oberhausen - Unna - Düsseldorf - Bottrop

+++ 16.07.2021: Hochwasser: Merkel verspricht Hilfen +++

Bundeskanzlerin Merkel sicherte den Betroffenen in den Hochwassergebieten Hilfen zu. "Wir werden sie in dieser schwierigen, schrecklichen Stunde nicht alleine lassen und werden auch helfen, wenn es um den Wiederaufbau geht", sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden in Washington. Sie habe mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) bereits über Hilfen gesprochen. Merkel sprach von einer "Tragödie". Biden hatte Merkel sein Beileid angesichts der vielen Toten der Katastrophe ausgesprochen.

+++ 16.07.2021: 1300 Vermisste im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler +++

Nach der schweren Hochwasserkatastrophe werden im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler 1300 Menschen vermisst. Das teilte die Kreisverwaltung am Donnerstagabend mit. Eine Sprecherin erklärte, das Mobilfunknetz sei lahmgelegt - und daher gebe es keinen Handy-Empfang und viele Menschen seien nicht erreichbar. "Wir hoffen, dass sich das klärt", sagte sie zu der hohen Zahl. Zugleich teilte der Kreis mit, dass es weitere Todesopfer gebe. Zahlen wollte die Sprecherin dazu noch nicht nennen.

Nach wie vor seien über 1000 Angehörige von Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, THW, DRK und weiterer Katastrophenschutzeinheiten aus weiten Teilen von Rheinland-Pfalz, dem südlichen NRW sowie dem angrenzenden Baden-Württemberg im Einsatz. "Weitere Einsatzkräfte, unter anderem Sanitäts- und Transporteinheiten sowie Kräfte der Bundeswehr, wurden nachgefordert".

Es werde intensiv an der Wiederherstellung der Strom-, Gas- und Wasserversorgung gearbeitet. Das THW beispielsweise bereite den Aufbau von Trinkwasseraufbereitungsanlagen vor. Rund 3500 Menschen seien aktuell in mehreren Betreuungseinrichtungen im gesamten Kreisgebiet untergebracht. Alle kreiseigenen Schulen bleiben am Freitag geschlossen.

Ein Feuerwehrmann steht an einer, durch die Überschwemmungen, aufgerissenen Straße im Raum Lüttich. Bild: picture alliance/dpa/NÖLFK/APA | Matthias Fischer

+++ 16.07.2021: Hauseinstürze in Erftstadt - Lage dramatisch +++

In Erftstadt-Blessem ist eine Reihe von Häusern ganz oder teilweise eingestürzt. Das hat die Kölner Bezirksregierung am Freitagmorgen mitgeteilt. Ursache seien massive und schnell fortschreitende Unterspülungen der Häuser. Aus den Häusern kämen immer wieder Notrufe. Menschen könnten derzeit aber nur mit Booten vom Wasser aus gerettet werden. Dazu erschwere ein nicht abstellbarer Gasaustritt die Rettungsarbeiten. Mehrere Pflegeheime würden geräumt.

+++ 16.07.2021: Drei Schwerverletzte aus dem Fluss Wurm gerettet +++

Die Feuerwehr hat am Donnerstagabend drei Menschen aus dem Fluss Wurm gerettet, die dort gedroht hatten zu ertrinken. Wie die Kreispolizeibehörde Heinsberg mitteilte, waren zwei Männer und eine Frau ersten Erkenntnissen nach auf einem Boot bei Übach-Palenberg (Kreis Heinsberg) auf der Wurm unterwegs. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten sie in Sicherheit bringen, ein Rettungswagen brachte sie schwer verletzt in ein Krankenhaus.

In der Nähe sei außerdem eine weitere Person aufgefunden worden, die anschließend im Rettungswagen medizinisch behandelt wurde, teilte die Polizei weiter mit. Auch sie war offenbar auf einem Boot auf dem Fluss unterwegs gewesen, wie erste Ermittlungen der Polizei ergaben. Da nicht ausgeschlossen werden könne, dass sich noch weitere Personen auf den Booten befanden, suchten Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei sowie der Rettungsdienst nach weiteren möglichen Verletzten.

Die Polizei rief ausdrücklich dazu auf, zu Hause zu bleiben und damit die Arbeiten der Rettungskräfte im Kreis Heinsberg zu unterstützen. "Bringen Sie sich nicht selbst und andere Menschen nicht in Gefahr." Die Flüsse seien durch die Regenfälle so stark angestiegen, dass es lebensgefährlich sei, sich in die Nähe zu begeben oder sie gar mit Booten zu befahren, warnte die Polizei.

+++ 16.07.2021: Wasserverband: Rurtalsperre läuft "mit geringer Dynamik" über +++

Die Rurtalsperre läuft infolge der immensen Regenmengen bei Unwettern in Nordrhein-Westfalen nun über. Wie der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) in der Nacht zu Freitag mitteilte, läuft die Talsperre seit 23.50 Uhr "mit einer geringen Dynamik" über. Zunächst hatte der Verband damit gegen 20 Uhr gerechnet. Die Zuflüsse zu den Talsperren hätten sich aber in den vergangenen Stunden "erfreulich reduziert". Zuvor war laut Verband bereits die Urfttalsperre übergelaufen, die der Rurtalsperre vorgelagert ist. Dadurch füllte sich letztere schneller.

Im Nachgang sei mit Überschwemmungen im Unterlauf der Rur zu rechnen. Überflutungen von Kellern und Häusern seien zu erwarten. Der Kreis Düren hatte bereits vor der Gefahr von Überflutungen in den Städten Heimbach, Nideggen und der Gemeinde Kreuzau gewarnt. Am frühen Freitagmorgen twitterte der Kreis, der Pegel-Anstieg der Rur könnte sich etwa drei Stunden nach dem Überlauf in Obermaubach bemerkbar machen, in Düren nach ca. vier und in Jülich nach 6 bis 7 Stunden.

Der Wasserverband warnte, Menschen sollten sich nicht in Flussnähe aufhalten, da die Gefahr bestehe, mitgerissen zu werden. Auch sollten vollgelaufene Keller nicht betreten werden, weil die Gefahr von Stromschlägen bestehe. Nach Möglichkeit sollte der Strom vorher abgeschaltet werden. An besonders von Hochwasser betroffenen Stellen sei auch mit Evakuierungen zu rechnen. Auch könne es zur Sperrung von Straßen kommen.

+++ 15.07.2021: Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz steigt auf 28 +++

Die extremen Fluten in Rheinland-Pfalz haben neun weitere Menschenleben gefordert. Die Bundeswehr hilft mit weiteren Soldaten. Durch die Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz haben neun weitere Menschen ihr Leben verloren. Damit erhöht sich die Zahl der Toten auf 28. "Wir gehen davon aus, dass wir neun weitere Tote bergen konnten durch die Feuerwehr, das ist jedenfalls die Meldung der technischen Einsatzleitung", sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Donnerstagabend im SWR Fernsehen. Auch mögliche weitere Opfer seien angesichts der großen Zahl von rund 40 bis 60 weiterhin vermissten Menschen zu befürchten, machte der Innenminister deutlich.

"Wenn Menschen über so viele Stunden vermisst sind und man natürlich überall um die Katastrophe weiß, dann sind es einige, die sich aus welchen Gründen auch immer - hier muss man das Schlimmste denken - nicht zurückgemeldet haben, so dass die Nacht, die nächsten Tage möglicherweise auch diese Zahl noch einmal nach oben schnellen lässt", sagte Lewentz.

+++ 15.07.2021: Hunderte Häuser im Kreis Trier-Saarburg durch Wassermassen beschädigt +++

Der extreme Starkregen hat im Landkreis Trier-Saarburg immense Schäden angerichtet. Hunderte Häuser seien in Mitleidenschaft gezogen worden, sagte ein Sprecher des Landkreises am Donnerstagabend in Konz. Die Schäden reichten von vollgelaufenen Kellern bis hin zu Totalschäden an Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden wie beispielsweise einer Kläranlage. Schwerpunkte seien die Gemeinde Kordel am Mosel-Nebenfluss Kyll sowie der Trierer Stadtteil Ehrang. In der Südeifel seien zudem am Mosel-Zufluss Sauer vier bis fünf Orte teils überspült worden.

In Kordel hätten Einsatzkräfte bereits rund 100 Menschen in Sicherheit gebracht, weitere 60 Menschen sollten am Nachmittag und Abend folgen. Der Hochwasserschutz in Kordel, der nach einem Höchststand der Kyll von 4,80 Meter im Jahr 1995 errichtet worden war, sei "gnadenlos abgesoffen", sagte der Sprecher, am Donnerstag sei ein Pegelstand von 7,80 Metern erreicht worden. Dank spezieller Fahrzeuge der Bundeswehr habe man die teils bettlägerigen Bewohner eines Altenheims in Sicherheit bringen können, da die Zufahrtstraßen unpassierbar gewesen seien. Die zwischenzeitlich ausgefallene Trinkwasserversorgung in Kordel habe man mittlerweile wieder herstellen können.

Auch der Trierer Ortsteil Ehrang musste nach einem Dammbruch zu großen Teilen evakuiert werden. In den Orten an der Sauer hätten sich rund 400 Menschen selbst in Sicherheit gebracht, sagte der Sprecher. "Unter den Umständen ist es fast schon ein Wunder, dass es keine Verletzten und Toten gab."

+++ 15.07.2021: "Es gibt Tote, es gibt Vermisste" - mehr als 49 Menschen nach Dauerregen gestorben +++

Die Wassermassen wälzen sich regelrecht durch die Straßen, ganze Orte versinken in braunen Fluten. Es sind unfassbare Bilder und Szenen, die sich am Donnerstag in der Eifel und in Teilen von Nordrhein-Westfalen abspielen. Das, was die meisten Menschen in Deutschland bislang nur aus weiter Ferne kannten, ist plötzlich ganz nah.

Mehr als 40 Menschen sterben nach Überflutungen und Dauerregen. In Rheinland-Pfalz werden auch am Nachmittag noch Dutzende vermisst. Mehrere Häuser sind eingestürzt, viele instabil. Menschen fliehen in Not auf ihre Hausdächer und warten auf Rettung.

Als die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) im Landtag in Mainz das Wort ergreift, wird deutlich, welche Katastrophe sich gerade ereignet hat - und noch ereignet. "Es gibt Tote, es gibt Vermisste, es gibt viele, die noch in Gefahr sind", sagt Dreyer. "Es ist wirklich verheerend." Ganze Orte seien überflutet, Häuser einfach weggeschwommen.

Polizeihubschrauber sind unterwegs, um Menschen von Hausdächern zu retten. Es gebe sehr viele Vermisste, sagt Dreyer. Es sei unklar, ob sie sich selbst hätten retten können. Sie zu erreichen, sei schwierig, da das Mobilfunknetz zum Teil ausgefallen sei.

Auch in Nordrhein-Westfalen bleiben nach der Katastrophe Zerstörung und Verwüstung. Mindestens 24 Menschen sterben im Zusammenhang mit dem Hochwasser, allein im Kreis Euskirchen im Süden des Landes kommen nach Behördenangaben 15 Menschen ums Leben. In Solingen retteten Einsatzkräfte etwa 130 Menschen aus akuter Not vor den Fluten. "Wir haben die Menschen über Drehleitern, Boote, Bojen herausgeholt", sagte ein Feuerwehrsprecher. Es sind Bilder, mitten aus Deutschland, die hilflos machen.

1300 Menschen werden im Kreis Ahrweiler vermisst. Bild: dpa

+++ 15.07.2021: Merkel sagt Menschen in Hochwassergebieten Unterstützung zu +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Menschen in den Hochwassergebieten in Deutschland Unterstützung zugesagt. Wo die Bundesregierung helfen könne, werde sie das tun, sagte Merkel am Donnerstag am Rande ihres Besuches in Washington. "Dies sind für die Menschen in den Überschwemmungsgebieten entsetzliche Tage. Meine Gedanken sind bei ihnen. Und sie können darauf vertrauen, dass alle Kräfte unseres Staates - von Bund, Ländern und Gemeinden - gemeinsam alles daran setzen werden, auch unter schwierigsten Bedingungen Leben zu retten, Gefahren abzuwenden und Not zu lindern."

+++ 15.07.2021: Sondersendungen zur Hochwasserkatastrophe im Westen von Deutschland +++

Mehrere Fernsehsender haben am Donnerstag Sondersendungen zur Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands ins Programm genommen. RTL und ntv sendeten ab 15 Uhr eine zweieinhalbstündige Sendung mit dem Titel "RTL/ntv Spezial: Wetterkatastrophe in Deutschland", wie die Sender mitteilten. Um 20.15 Uhr sollte dann ein dreißigminütiges "RTL Aktuell Spezial: Wetterkatastrophe in Deutschland" folgen.

Das WDR Fernsehen plante nach eigenen Angaben weitere Sondersendungen um 17 Uhr und um 20.45 Uhr über die Auswirkungen des Unwetters in NRW. Die Ausstrahlung von "Hier und Heute" wurde demnach auf 15 Uhr vorgezogen. Um 20.15 Uhr übernehme man zudem den ARD-"Brennpunkt". Das Erste sendete einer Mitteilung zufolge zusätzlich zum "Brennpunkt" auch "verlängerte "Tagesschau"-Ausgaben um 12 und 15 Uhr".

Das ZDF kündigte eine "hallo deutschland"-Sendung zum Thema ab 17.10 Uhr und ein "ZDF spezial" Sondersendung ab 19.25 Uhr an. Zudem wurde beim Polittalk "maybrit illner" das Thema geändert. Es sollte nun über "Regenflut und Hitzerekorde - schutzlos in der Klimakrise?" debattiert werden. Nach Unwettern im Westen Deutschlands sind mindestens 42 Menschen gestorben. In Rheinland-Pfalz werden Dutzende Menschen vermisst.

+++ 15.07.2021: Experte: Hochwasserlage in NRW bleibt "dynamisch und sehr angespannt" +++

Nach historischen Wasserständen an vielen Flüssen in Nordrhein-Westfalen bleibt die Hochwasserlage auch am Donnerstag angespannt. Zwar sinken laut Hochwasserinformationsdienst des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) an den kleineren Gewässern wie etwa der Volme die Pegelstände langsam, doch die Lage bleibe "dynamisch und sehr angespannt", hieß es am Mittag. Auch für die Ruhr zeichne sich ein "außerordentliches Hochwasser mit historischen Pegelständen" ab, sagte der Leiter des Hochwasserinformationsdienstes Bernd Mehlig, am Mittwoch in Duisburg. Insbesondere die Orte entlang der Ruhr ab Hagen, wo Volme und Lenne in die Ruhr münden, seien betroffen.

Etliche Pegel von Gewässern vor allem im Süden und Südwesten NRWs hatten den Angaben zufolge in der Nacht historische Höchststände erreicht, waren über die Ufer getreten und hatten Innenstädte überschwemmt.

"Die Wasserstände auch an kleineren vielen Flüssen insbesondere in der Eifel befinden sich immer noch auf sehr hohem Niveau", sagte Mehlig am Donnerstagnachmittag. "Die Lage ist weiter sehr unübersichtlich." Bei sinkenden Pegelständen beginne das Aufräumen erst, betonte Mehlig. "Es wird dann nicht mehr schlimmer, aber deswegen ist es noch lange nicht gut", so der Experte.

Die Scheitelwelle des Rheins wird erst für Samstag erwartet. "Der Rhein bei Köln wird seinen Scheitel am Samstagvormittag voraussichtlich bei 8,50 Meter haben", sagte Mehlig. "Das ist für den Sommer außerordentlich ungewöhnlich. Aber man muss nicht von einer ernsthaften Gefahrensituation ausgehen."

+++ 15.07.2021: Fluss Inde läuft in Tagebau - Suche nach Vermisstem unterbrochen +++

Der Hochwasser führende Fluss Inde hat am Donnerstag einen Deich in der Nähe des Braunkohletagebaus Inden bei Aachen überspült und ist in den Tagebau geflossen. Die Suche nach einem dort vermissten Mitarbeiter sei am Nachmittag unterbrochen worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Suche mit Hubschrauber und Wärmebildkamera habe bislang keinen Erfolg gehabt. Nach Angaben des Tagebaubetreibers RWE blieb der Abbaubetrieb unterbrochen. Das Wasser der Inde fließe weiter in den Tagebau ein, jedoch falle der Wasserstand.

Ein RWE-Sprecher sagte, der Fluss sei am Donnerstag gegen 6.30 Uhr bei Lamersdorf über den Deich geschwappt. Die Inde ist nach heftigen Regenfällen in den vergangenen Tagen stark angeschwollen. Der Fluss verläuft in der Nähe des Tagebaus. Die oberhalb an der Inde liegenden Städte Eschweiler und Stolberg sowie Aachen-Kornelimünster sind ebenfalls stark vom Hochwasser betroffen.

+++ 15.07.2021: Söder: Hochwasser zeigt Bedarf für vorausschauenden Klimaschutz +++

Die Hochwasser-Katastrophen in Westdeutschland zeigen nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder die hohe Bedeutung für einen langfristig angelegten Klimaschutz. "Der Klimawandel wird uns weiter beschäftigen. Deswegen ist es einfach notwendig, dass wir bei diesem Thema nicht nur Klima-Anpassungsmaßnahmen und Klima-Hilfen machen, sondern vorausschauenden Klimaschutz betreiben. Ich glaube, das ist am Ende ganz entscheidend", sagte der bayerische Ministerpräsident am Donnerstag zum Abschluss der CSU-Klausur im oberbayerischen Kloster Seeon. Heimat bewahren, Klima gestalten und gleichzeitig Wohlstand zu sichern, dies seien die Herausforderungen, vor denen alle stünden.

Angesichts der Hochwasser-Katastrophe hatte zuvor auch CDU-Chef Armin Laschet weltweit mehr Tempo beim Klimaschutz gefordert. Die zunehmenden Starkregen- und Hitzereignisse seien mit dem Klimawandel verbunden, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und Unionskanzlerkandidat am Donnerstag bei einem Ortsbesuch in der besonders vom Hochwasser betroffenen Stadt Hagen. Mit solchen Extremwetter-Ereignissen sei auch in Zukunft immer wieder zu rechnen. Deshalb sei nun mehr Dynamik beim Klimaschutz und der nötigen Anpassung an den Wandel erforderlich, betonte Laschet.

+++ 15.07.2021: Polizei Köln meldet 20 Tote nach Unwetter in NRW +++

Nach dem schweren Unwetter in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei Köln von 20 Toten in der Region berichtet. Neben zwei in Köln gefundenen Toten seien bislang aus Euskirchen 15 und aus Rheinbach drei Tote gemeldet worden, teilte die Polizei am Donnerstagnachmittag mit.

+++ 15.07.2021: Merkel will sich in Washington zur Hochwasserkatastrophe äußern +++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will gegen 16.00 Uhr deutscher Zeit am Rande ihres USA-Besuches zur Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Stellung nehmen. Merkel werde sich nach ihrem Treffen mit Vizepräsidentin Kamala Harris in der deutschen Botschaft äußern, teilte ein Regierungssprecher mit.

Merkel hatte sich zuvor bereits im Kurznachrichtendienst Twitter erschüttert zu dem Hochwasser geäußert. "Ich bin erschüttert über die Katastrophe, die so viele Menschen in den Hochwassergebieten durchleiden müssen", erklärte die Kanzlerin in einem Tweet von Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag. "Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Vermissten. Den vielen unermüdlichen Helfern und Einsatzkräften danke ich von Herzen."

Merkel hält sich derzeit zu ihrem wohl letzten USA-Besuch als Kanzlerin in Washington auf. Am Nachmittag will sie US-Präsident Joe Biden treffen.

+++ 15.07.2021: 33 Tote und noch etliche Vermisste! +++

Die Zahl der Unwettertoten im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler ist auf 18 gestiegen. Die Polizei in Koblenz teilte am Donnerstag mit, dass sich die zuletzt mit fünf angegebene Zahl der Todesopfer in dem Kreis entsprechend erhöht habe. Damit starben in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen insgesamt mindestens 33 Menschen.

+++ 15.07.2021: Mehrere Brücken in Hagen nach Unwetter zerstört +++

In Hagen sind durch das Hochwasser mehrere Brücken zerstört worden. Ein Polizeisprecherin berichtete am Donnerstag, die Rebecke-Brücke über den Fluss Volme sei vollständig eingestürzt. Bei einer weiteren Brücke über den Fluss sei der Mittelträger zusammengebrochen. Außerdem sei eine Fußgängerbrücke über die Volme durch die Fluten weggerissen worden. Zwei weitere Brücken in der Innenstadt waren nach Angaben der Polizei am Donnerstag für den Verkehr gesperrt. Die Volme ist ein Nebenfluss der Ruhr. Er fließt auf gut 20 Kilometern Länge durch das Stadtgebiet von Hagen.

+++ 15.07.2021: Unwetter: NRW-Innenminister und Annalena Baerbock brechen Urlaub ab +++

Wegen des schweren Unwetters in Nordrhein-Westfalen mit vermutlich 15 Toten hat NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) seinen Urlaub in Schleswig-Holstein abgebrochen. Reul befand sich nach dpa-Informationen am Donnerstag auf der Rückfahrt, um sich in den besonders betroffenen Regionen über die Lage zu informieren.

Auch Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock reiste vorzeitig aus dem Urlaub zurück. "Das zerstörerische Ausmaß der Überschwemmungen ist erschütternd", teilte die Parteivorsitzende in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung mit. "Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Menschen, die um Angehörige trauern, sich um Vermisste sorgen und um Verletzte kümmern."

Als "unglaubliche Leistung" würdigte die Grünen-Chefin die Arbeit der Rettungskräfte. Gleichzeitig betonte Baerbock, wie wichtig nun die Unterstützung von Bund und Ländern sei: "Den Menschen, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen, weil ihr Hab und Gut, ihre Häuser einfach weggeschwemmt wurden, muss nun schnell und unbürokratisch geholfen werden."

+++ 15.07.2021: Mehrere hundert Menschen mit Booten aus Kordel gerettet +++

In der Gemeinde Kordel im Landkreis Trier-Saarburg sind wegen des Hochwassers mehrere hundert Menschen mit Booten in Sicherheit gebracht worden. Meldungen über Vermisste, Tote oder Verletzte gebe es aus Kordel nicht, teilte ein Sprecher des Kreises mit. Wegen überschwemmter Zufahrtswege war der Ort mit 2000 Einwohnern abgeschnitten. Nach Angaben des Kreises war auch die Bundeswehr im Einsatz, um Menschen zu retten. Unter anderem sei ein Altenheim geräumt worden. Kordel liegt an der Kyll, einem Mosel-Zufluss.

+++ 15.07.2021: "Jahrhunderthochwasser": 130 Menschen in Solingen gerettet +++

Die Einsatzkräfte in Solingen haben in den vergangenen Stunden etwa 130 Menschen im Stadtgebiet aus akuter Not vor dem Hochwasser gerettet. Das sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Donnerstag. "Wir haben die Menschen über Drehleitern, Boote, Bojen herausgeholt. Es war alles improvisiert." In zwei Situationen hätten sich Einsatzkräfte zudem auf Tanklöschfahrzeugen in Sicherheit bringen müssen.

Die Einsatzkräfte sprechen nach den starken Regenfällen in Solingen nach Angaben eines Stadtsprechers von einem "Jahrhunderthochwasser". "Unsere Heimatstadt ist von einer großen Katastrophe heimgesucht worden", sagte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). "Dieses Ausmaß an Überflutung ist nicht mehr zu bekämpfen. Das Wasser ist stärker." Kurzbach hatte am Morgen den besonders betroffenen Stadtteil Unterburg besucht. Die dortige Lage beschrieb er als "bedrohlich und beängstigend".

+++ 15.07.2021: Damm von Talsperre droht zu brechen - Ortsteile werden evakuiert +++

Wegen der Gefahr eines Dammbruchs an der Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen werden zwei Ortsteile von Rheinbach evakuiert. Das teilte die Feuerwehr Rheinbach am Donnerstag mit. "Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, da nicht sicher ist, ob der Damm der Steinbachtalsperre gehalten werden kann", heißt es in der Mitteilung.

Bei der Evakuierung von Oberdrees und Niederdrees würden auch Lastwagen der Bundeswehr eingesetzt. Wer nicht bei Familienangehörigen oder Bekannten unterkommen könne, finde eine Notunterkunft in der Stadthalle Rheinbach.

+++ 15.07.2021: Wasserstände von Volme und Lenne im Sauerland sinken +++

Nach dem extremen Hochwasser sinken im Sauerland die Pegelstände von Volme und Lenne langsam. "Die Situation beginnt sich zu entspannen", sagte ein Sprecher des Hochwasserwarndienstes der Bezirksregierung Arnsberg am Donnerstag. Der Wasserstand der Ruhr verharre aber noch auf hohem Niveau.

Das Hochwasser von Lenne und Volme hat in Altena und Hagen für schwere Schäden gesorgt. "In den vergangenen 30 Jahren hatten wir solche Wasserstände nicht", sagte der Sprecher des Warndienstes. Bei der Volme könne man sogar von einem Hochwasser sprechen, wie es im Durchschnitt einmal in 100 Jahren auftrete.

+++ 15.07.2021: Merkel äußert sich erschüttert zu Überschwemmungen - Dank an Helfer +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erschüttert zu den Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen geäußert und den Helfern gedankt. "Ich bin erschüttert über die Katastrophe, die so viele Menschen in den Hochwassergebieten durchleiden müssen", erklärte Merkel laut einem Tweet von Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag. "Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Vermissten. Den vielen unermüdlichen Helfern und Einsatzkräften danke ich von Herzen."

Merkel hält sich derzeit zu ihrem wohl letzten USA-Besuch als Kanzlerin in Washington auf. Am Nachmittag will sie US-Präsident Joe Biden treffen. Bei der Bundestagswahl im September tritt Merkel nicht mehr an.

+++ 15.07.2021: Fluss Inde überspült Deich und läuft in Tagebau - ein Vermisster +++

Der Hochwasser führende Fluss Inde hat einen Deich in der Nähe des Braunkohletagebaus Inden bei Aachen überspült und läuft seit dem Morgen in den Tagebau. Ein Sprecher des Energieunternehmens RWE sagte am Donnerstag, ein Mitarbeiter dort werde vermisst. Nach dem Mann werde mit einem Hubschrauber gesucht. Der Abbaubetrieb sei eingestellt worden. Der Zufluss des Wassers dauere an.

Der Sprecher sagte, der Fluss sei gegen 6.30 Uhr bei Lamerdorf über den Deich geschwappt. Die Inde ist nach heftigen Regenfällen in den vergangenen Tagen stark angeschwollen. Der Fluss verläuft in der Nähe des Tagebaus. Die oberhalb an der Inde liegenden Städte Eschweiler und Stolberg sowie Aachen-Kornelimünster sind ebenfalls heftig von Hochwasser betroffen.

+++ 15.07.2021: Ministerpräsident Laschet in Hagen eingetroffen +++

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ist in Hagen eingetroffen. Am Donnerstagmittag ließ er sich vom Krisenstab und von Oberbürgermeister Erik O. Schulz (parteilos) über die aktuelle Hochwasser-Lage informieren. Anschließend wollte Laschet vor die Presse treten.

+++ 15.07.2021: Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz auf fünf gestiegen +++

Die Zahl der Todesopfer nach den schweren Unwettern im nördlichen Rheinland-Pfalz ist nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD) auf fünf gestiegen. Alle seien nach bisherigen Erkenntnissen im Kreis Ahrweiler in den Fluten ums Leben gekommen. Der Minister fügte hinzu, dass noch 50 bis 70 Menschen in der Katastrophenregion vermisst würden. Unklar sei zurzeit, ob es sich dabei um Menschen handle, die vielleicht in Urlaub seien, oder ob sie im Unwetter bei Bekannten untergekommen oder in einer schwierigen Situation seien.

+++ 15.07.2021: Trinkwasser in Eschweiler ausgefallen - Krankenhaus wird evakuiert +++

Infolge des Starkregens ist in Eschweiler bei Aachen am Donnerstag die Trinkwasserversorgung ausgefallen. Es sei eine Wasserleitung gebrochen, die die Innenstadt versorge, teilte die Städteregion Aachen mit. Die Einwohner von Eschweiler sollten auf unnötigen Wasserverbrauch durch Duschen oder Toilettenspülungen verzichten. Das ebenfalls betroffene Krankenhaus mit derzeit rund 400 Patienten werde im Laufe des Tages geräumt.

+++ 15.07.2021: Historisch hohe Mosel-Wasserstände - Entspannung erst am Nachmittag +++

Der Wasserstand der Mosel wird Vorhersagen zufolge im Laufe des Donnerstags zunächst weiter steigen. Die Hochwasservorhersagezentrale des rheinland-pfälzischen Landesumweltamtes rechnete erst für den späten Nachmittag mit einer Entspannung. "Zahlreiche Zufluss-Pegel verzeichnen bereits jetzt historische Höchststände", teilte die Behörde mit.

Am Pegel Trier sei die Meldehöhe von sechs Metern am Mittwochabend überschritten worden und der Wasserstand steige weiterhin stark an. "Zum Nachmittag hin ist ein Anstieg der Wasserstände bis in den Bereich um 940 cm möglich», teilte die Zentrale am Donnerstagvormittag mit. «Anschließend werden die Pegelstände fallen."

Auch in der Sauer stiegen die Wasserstände am Donnerstag noch an. Die Experten rechneten damit, dass am Mittag ein Höchststand von 6,10 bis 6,20 Meter erreicht wird. "Anschließend werden auch hier fallende Wasserstände vorhergesagt." An zahlreichen Eifel- sowie Sauer-Zuflüssen seien die Wasserstände in der vergangenen Nacht extrem gestiegen und hätten historische Höchststände erreicht.

+++ 15.07.2021: Polizei: Lebensgefahr in Trierer Stadtteil wegen Überflutungen +++

Die Polizei in Trier hat die Menschen eindringlich dazu aufgerufen, den Stadtteil Ehrang wegen Überflutungen zu meiden. Es bestehe Lebensgefahr, warnte die Polizei am Donnerstag per Twitter. Nach Angaben der Stadt Trier läuft aktuell der Ortskern von Ehrang voll. "In großen Teilen des Ortes gibt es keinen Strom. Bitte folgen sie den Evakuierungsdurchsagen", schrieb die Stadtverwaltung.

Die mit einer Drohne gefertigte Aufnahme zeigt die Verwüstungen die das Hochwasser der Ahr in dem Eifel-Ort Schuld angerichtet hat. Bild: dpa

+++ 15.07.2021: Weiterhin Dutzende Vermisste nach Unwettern in der Eifel +++

Nach den schweren Unwettern im Eifel-Ort Schuld im Landkreis Ahrweil werden weiterhin Dutzende Menschen vermisst. In der Nacht zum Donnerstag waren dort laut Polizei Koblenz infolge der Überflutungen vier Häuser komplett und zwei weitere Häuser zur Hälfte weggespült worden. Eine Vielzahl weiterer Gebäude sei instabil, es bestehe Einsturzgefahr.

Mindestens vier Menschen kamen den Angaben zufolge bei der Unwetterkatastrophe im Landkreis Ahrweiler ums Leben. Ob die Todesfälle mit den Hauseinstürzen in Verbindung stehen, war zunächst unklar. Die Toten wurden einem Polizeisprecher zufolge an verschiedenen Orten im Landkreis gefunden. Die genaue Anzahl der Vermissten nach dem Einsturz der Häuser in Schuld ist laut Polizei ungewiss. Einige der zunächst etwa 70 Fälle hätten sich zwischenzeitlich wohl aufgeklärt, sagte ein Sprecher am Donnerstagvormittag.

Der gesamte Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz ist von der Unwetterlage betroffen. Mehrere Orte waren laut Polizei wegen des Hochwassers von der Außenwelt abgeschnitten. Ungefähr 50 Menschen befanden sich demnach zeitweilig auf Hausdächern. Die Rettungsmaßnahmen halten aktuell noch an. Die Polizei hat für Angehörige, die Menschen vermissen, eine Hotline unter der Nummer 0800-6565651 eingerichtet. Die Nummer 110 bittet sie nur in Notfällen anzurufen.

Das Hochwasser in NRW hat ganze Autos weggespült. Bild: dpa

+++ 15.07.2021: Kreis Euskirchen berichtet nach Unwetter von acht Toten +++

Bei dem schweren Unwetter im Kreis Euskirchen im Süden von Nordrhein-Westfalen sind nach ersten Erkenntnissen der Behörden mehrere Menschen ums Leben gekommen. "Derzeit sind uns acht Todesfälle bekannt", hieß es am Donnerstag auf der Facebook-Seite des Kreises. Genauere Angaben - etwa weshalb genau die Menschen im Zusammenhang mit dem Unwetter starben - machte der Kreis zunächst nicht.

In mehreren Orten sei die Lage sehr kritisch. "Es finden Menschenrettungen statt", hieß es weiter. Teilweise bestehe kein Zugang zu den Orten. Im Kreisgebiet sei die Kommunikation weitgehend ausgefallen. Auch der Feuerwehr-Notruf 112 und die Kreisverwaltung seien nicht zu erreichen. Wegen der Verbindungsprobleme könne der Kreis derzeit nur unregelmäßig informieren.

+++ 15.07.2021: Frau stirbt in Rheinbach - Wohl Zusammenhang mit Unwetter +++

In Rheinbach bei Bonn ist am frühen Donnerstagmorgen eine tote Frau auf einer Straße entdeckt worden. Ein Zusammenhang mit dem Unwetter, von dem auch Rheinbach mit überfluteten Straßen stark betroffen war, sei wahrscheinlich, erklärte die Bonner Polizei. Die Tote habe noch nicht identifiziert werden können. Weitere Angaben wurden zunächst nicht gemacht.

+++ 15.07.2021: Niederschläge von 148 Litern pro Quadratmeter in Rheinland-Pfalz +++

Bei den Unwettern im Norden von Rheinland-Pfalz sind bis zu 148 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Diese Menge ging im Laufe des Mittwochs und in der Nacht nieder, wie das Klimaschutzministerium in Mainz mitteilte. Für den Hochsommer sei das "ein neues Phänomen", erklärte Ministerin Anne Spiegel (Grüne). "Die aktuellen Extremwetterereignisse in Form von Starkregen sind dramatisch." Aus kleinen Bächen seien unberechenbare Fluten geworden. Am stärksten betroffen seien die Landkreise Ahrweiler, Bitburg-Prüm, Vulkaneifel und Trier-Saarburg.

Auch an der Mosel verschärft sich die Lage nach Angaben des Ministeriums. Zurzeit werde am Pegel Trier ein Wasserstand bis 9,15 Metern erwartet. Am Oberrhein bilde sich am Pegel Maxau ein erster Hochwasserscheitel aus. Nach kurzem, leichtem Rückgang seien wegen der für den Südwesten vorhergesagten Niederschläge dann ab Donnerstagabend wieder steigende Wasserstände zu erwarten.

+++ 15.07.2021: Zwei Tote in vollgelaufenen Kellern in Köln entdeckt +++

In Köln sind zwei Menschen tot in ihren mit Wasser vollgelaufenen Kellern entdeckt worden. Die Feuerwehr habe die tote Frau sowie den toten Mann am späten Mittwochabend bei Einsätzen gefunden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. "In beiden Fällen hat die Polizei Ermittlungen zur genauen Todesursache aufgenommen", erklärten die Ermittler. Die Leiche der 72 Jahre alten Frau war kurz nach 21.30 Uhr, die des 54-jährigen Bewohners eines Einfamilienhauses kurz vor Mitternacht gefunden worden.

+++ 15.07.2021: Dreyer: Mobilfunknetz in Katastrophengebieten teils ausgefallen +++

Nach der Hochwasserkatastrophe in Teilen von Rheinland-Pfalz läuft seit Stunden ein großangelegter Rettungseinsatz. Polizeihubschrauber seien unterwegs, um Menschen von Hausdächern oder aus Bäumen zu retten, berichtete Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag zu Beginn der Landtagsplenarsitzung in Mainz. Auch die Bundeswehr helfe mit rund 200 Soldaten. Es gebe sehr viele Vermisste, sagte Dreyer. Es sei unklar, ob sie sich selbst hatten retten können. Sie zu erreichen sei schwierig, da das Mobilfunknetz zum Teil ausgefallen sei.

+++ 15.07.2021: Netzbetreiber: Zahlreiche Haushalte in der Eifel ohne Strom +++

Die Unwetter und Überschwemmungen in der Eifel haben zu einem großflächigen Stromausfall geführt. Wie eine Sprecherin des Netzbetreibers Westnetz sagte, seien in Rheinland-Pfalz besonders die Kreise Ahrweiler, Vulkaneifel, Mayen-Koblenz, Bitburg-Prüm und Trier-Saarburg betroffen. Dort ständen zahlreiche Ortsnetzstationen unter Wasser und hätten abgeschaltet werden müssen, wie Westnetz in Saffig mitteilte. Im Landkreis Bernkastel-Wittlich seien vereinzelte Ortschaften ohne Strom. Mehr als 100 Kolleginnen und Kollegen der Westnetz in Rheinland-Pfalz seien im Dauereinsatz, um an den Orten, wo es möglich ist, die Stromversorgung wieder in Gang zu bringen, sagte die Sprecherin.

+++ 15.07.2021: Minister: Weitere Gebäude im Kreis Ahrweiler von Einsturz bedroht +++

In der Katastrophenregion im nördlichen Rheinland-Pfalz sind nach Angaben des Mainzer Innenministeriums weitere Häuser vom Einsturz bedroht. "Die schlimmen Unwetter haben Rheinland-Pfalz mit erbarmungsloser Wucht getroffen und schon innerhalb weniger Stunden zum Einsturz gleich mehrerer Wohnhäuser im Landkreis Ahrweiler geführt", erklärte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Donnerstag.

Das genaue Ausmaß der Katastrophe in mehreren Landkreisen und kreisfreien Städten des Bundeslandes sei derzeit noch nicht absehbar. Bei der Rettung von Menschen sei am Mittwochabend auch ein Polizeihubschrauber mit Seilwinde eingesetzt worden. Lewentz sagte, er habe in der Nacht Kontakt zur Bundeswehr aufgenommen.

Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) habe in der Nacht dafür gesorgt, dass Einsatzkräfte abgelöst werden konnten. Dafür kamen Helfer aus dem Süden des Landes. "In solchen Situationen zeigt sich der starke Zusammenhalt im Land", erklärte Lewentz. Der Minister hatte sich am frühen Mittwochabend gemeinsam mit Landrat Jürgen Pföhler (CDU) ein Bild von der Lage im Kreis Ahrweiler gemacht und mit dem Krisenstab der Kreisverwaltung gesprochen.

+++ 15.07.2021: Ort mit 2000 Einwohnern bei Trier durch Hochwasser abgeschnitten +++

Wegen des Hochwassers sind alle Zufahrtswege zur Gemeinde Kordel im Landkreis Trier-Saarburg abgeschnitten. Der Ort mit rund 2000 Einwohnern sei momentan nicht erreichbar, sagte ein Kreissprecher am Donnerstag. Man versuche nun mit Hilfe der Bundeswehr mit Wasserfahrzeugen die Bewohner zu erreichen. Meldungen über Tote und Vermisste gebe es bisher nicht. Ähnliche Rettungsaktionen gebe es auch an dem wenige Kilometer entfernten Fluss Sauer.

+++ 15.07.2021: Keller unter Wasser - 77-Jähriger in Kamen ums Leben gekommen +++

Bei den Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen ist ein 77 Jahre alter Mann aus Kamen gestorben. Der Mann sei in dem unter Wasser stehenden Keller seines Wohnhauses ums Leben gekommen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Hinweise auf ein Fremdverschulden lägen nicht vor. Die Kriminalpolizei ermittele die Todesumstände.

+++ 15.07.2021: Bahnverkehr in NRW nach Überflutungen massiv gestört +++

Durch die Überflutungen und den Dauerregen ist der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen massiv beeinträchtigt. Die Bahn rief dazu auf, Fahrten von und nach Nordrhein-Westfalen nach Möglichkeit zu verschieben. Aufgrund von Streckensperrungen fahren zahlreiche S-Bahn- und Regionallinien nicht oder nur eingeschränkt, wie die Deutsche Bahn am Donnerstag mitteilte. Auch auf den Autobahnen gibt es erhebliche Wetter-Folgen.

Die Bahnstrecke Köln - Wuppertal - Hagen - Dortmund ist derzeit nicht befahrbar. Der Hauptbahnhof Hagen sei wegen eines Wassereinbruchs gesperrt. Auch auf der Strecke von Köln nach Koblenz über Bonn Hauptbahnhof könnten keine Züge fahren. Erhebliche Einschränkungen gebe es zudem auf der Strecke von Köln nach Dortmund durchs Ruhrgebiet. Züge aus dem Norden und Osten endeten in Münster, Hamm und Dortmund. Aus dem Süden endeten die Verbindungen in Koblenz oder Köln.

An vielen Stellen sei es zu überspülten Gleisen, Fahrbahnstörungen und Beschädigungen von Betriebsanlagen gekommen. Eine Erfassung der Unwetterschäden sei erst mit abfließenden Wassermassen möglich.

+++ 15.07.2021: Hotline zur Hochwasserkatastrophe für Angehörige von Vermissten +++

Die Polizei hat zur Hochwasserkatastrophe in der rheinland-pfälzischen Eifel eine Hotline für Angehörige sowie ein Internetportal für Videos und Bilder eingerichtet. Unter der Nummer 0800-6565651 könnten sich Menschen melden, die Angehörige vermissen, schrieb das Polizeipräsidium Koblenz am Donnerstag auf Twitter. Unter dem Hinweisportal https://rlp.hinweisportal.de könnten Videosequenzen und Fotos hochgeladen werden, "die Hinweise auf vermisste Personen und Tote geben können".

+++ 15.07.2021: Vier Tote durch Unwetter in rheinland-pfälzischem Kreis Ahrweiler +++

Im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz sind durch die schweren Unwetter vier Menschen ums Leben gekommen. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Polizei. Nach Angaben eines Sprechers der Polizei in Koblenz wurden die Toten an verschiedenen Orten im Landkreis gefunden. Die weiteren Umstände seien noch unklar. Im Kreis Ahrweiler wurde der Katastrophenfall ausgerufen.

+++ 15.07.2021: Kurzschluss durch Hochwasser - Klinik in Leverkusen wird geräumt +++

Wegen einer Störung der Stromversorgung muss in Leverkusen ein Krankenhaus komplett evakuiert werden. Betroffen seien 468 Menschen, teilte das Klinikum Leverkusen am Donnerstagmorgen mit. Die Maßnahme sei mit der Feuerwehr abgesprochen. Alle Operationen, Termine und Eingriffe seien abgesagt.

Bereits in der Nacht sei der Notstrom ausgefallen, einige Stationen seien ohne Licht gewesen. "Die medizinischen Geräte der Intensivstationen mussten teilweise mit Akkus betrieben werden", teilte das Klinikum mit. Bereits in der Nacht seien 12 Kinder und 15 erwachsene Patienten in umliegende Krankenhäuser verlegt worden. Auslöser des Stromausfalls war das Hochwasser des Flüsschens Dhünn. Dadurch wurde ein Kurzschluss an zwei Trafos ausgelöst, der Strom fiel aus. Es sei nicht abzusehen, wann die Stromversorgung wieder zuverlässig funktionieren werde, erklärte das Klinikum.

+++ 15.07.2021: Ortschaft bei Bevertalsperre in NRW mit Boot evakuiert ++

Nach massiven Regenfällen müssen etwa 1500 Menschen in Hückeswagen im Bergischen Land ihre Wohnungen verlassen. "Bei den Evakuierungsmaßnahmen muss viel mit dem Boot gemacht werden, weil die Straßen nicht mehr befahrbar sind", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. Betroffen sei vor allem der Stadtteil Kleineichen unterhalb der Bevertalsperre. Bei den Rettungsmaßnahmen seien zwei DLRG-Helfer verletzt worden.

Die Lage scheint allerdings nicht mehr ganz so angespannt wie noch in der Nacht. "Der Damm, der zu brechen drohte, ist soweit sicher", sagte der Polizeisprecher. In dem Bereich rund um die Talsperre gebe es aber großflächige Überschwemmungen. In der Nacht waren im Oberbergischen Kreis nach Angaben des Polizeisprechers etwa 1000 Kräfte im Einsatz.

+++ 15.07.2021: Mann nach Sturz in überflutetem Keller gestorben +++

In Solingen ist ein 82 Jahre alter Mann nach einem Sturz im überfluteten Keller seines Hauses gestorben. Bei dem Sturz sei er mit dem Kopf unter Wasser geraten, sagte eine Sprecherin der Wuppertaler Polizei am Donnerstag. Nach Angaben der Stadt Solingen war der Mann aus einem Kellerschacht gerettet und wiederbelebt worden. Er sei nach dem Transport ins Krankenhaus gestorben.

+++ 15.07.2021: Hochwasser-Tragödie in der Eifel - 50 bis 60 Menschen nach Hauseinsturz vermisst +++

In Schuld bei Adenau in der Eifel sind nach Starkregen und Hochwasser sechs Häuser eingestürzt. Das berichtet der SWR. 25 weitere sollen einsturzgefährdet sein! 50 bis 60 Menschen werden demnach vermisst. Laut einem Polizeisprecher sei die Lage in der Stadt unübersichtlich. Weitere Vermisstenmeldungen gebe es aus dem gesamten Landkreis.

+++ 15.07.2021: Helfer des Technischen Hilfswerks von Fluten eingeschlossen +++

Auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist die Situation wegen Hochwassers nach Angaben eines Kreis-Sprechers extrem gefährlich. In Messerich in der Eifel wurden nach Angaben des Kreises zwei Helfer des Technischen Hilfswerks von den Fluten eingeschlossen, es besteht Lebensgefahr, wie der SWR berichtete.

Etliche auf Twitter veröffentlichte Videos zeigen das verheerende Ausmaß des Unwetters.

+++ 15.07.2021: Großeinsatz für Feuerwehr nach Gewitter in Schleswig-Holstein +++

Nach einem starken Gewitterschauer sind die Einsatzkräfte der Feuerwehr in Uetersen in Schleswig-Holstein zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. In rund 60 Fällen wurden am Mittwochabend überflutete Keller, Straßen und Grundstücke leergepumpt, wie der Kreisfeuerwehrverband mitteilte.

Besonders heftig trafen demnach die Wassermassen die Fußgängerzone, vier Wohnblocks und das Gelände einer Chemiefirma, bei der die Produktionshallen vollzulaufen drohten. Als die Einsatzkräfte bei der Firma eintrafen, hätten Mitarbeiter des Betriebs die Hallen bereits mit dafür vorgesehenen Barrieren gegen das Wasser geschützt. Die Gefahr eines Gefahrgutaustritts habe zu keiner Zeit bestanden, hieß es.

+++ 15.07.2021: Damm der Steinbachtalsperre droht zu brechen - A61 vollgesperrt +++

Der Damm der Steinbachtalsperre in Euskirchen droht aufgrund des Unwetters zu brechen. Daher sei am Donnerstag die Autobahn 61 zwischen Bliesheim und Meckenheim vollgesperrt worden, teilte die Polizei mit. Zuvor war die A61 bereits gesperrt worden, weil die Autobahn von Wasser überflutet worden sei. Zur Beobachtung des Dammes seien das Technische Hilfswerk (THW) und die Polizei vor Ort. Der Verkehr wird auf die A565 umgeleitet.

+++ 15.07.2021: Deutsche Bahn bittet Bahnreisende NRW zu umfahren +++

Die Deutsche Bahn riet allen Bahnreisenden, Nordrhein-Westfalen weiträumig zu umfahren. «Bitte verschieben Sie Reisen von und nach NRW nach Möglichkeit auf die kommenden Tage», hieß es in einer Mitteilung. Am Mittwoch wurde auf zahlreichen Bahnlinien der Betrieb eingestellt. Die Bahn berichtete unter anderem von Verspätungen und Ausfällen von Zügen zwischen Köln und Düsseldorf sowie zwischen Köln und Wuppertal. Die Strecken zwischen Köln und Koblenz waren auf beiden Seiten des Rheins nicht befahrbar. ICE-Züge zwischen Frankfurt und Brüssel fuhren nur zwischen Frankfurt und Köln.

+++ 15.07.2021: Mehrere Häuser und ein Tierheim in Solingen-Unterburg evakuiert +++

Mehrere Häuser sowie ein Tierheim wurden am frühen Donnerstagmorgen in Solingen-Unterburg aufgrund des Hochwassers evakuiert. Der Wasserzufluss bleibe derzeit unvermindert hoch, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Wuppertal mitteilte. Demnach werde das Wasser momentan von Einsatzkräften der Feuerwehr abgelassen, was sich auf das Stadtgebiet auswirkt. Die Bewohner konnten in Notunterkünften und teilweise bei Bekannten untergebracht werden.

+++ 15.07.2021: Katastrophenfall in der Vulkaneifel ausgerufen - Schulen geschlossen +++

Nach starken Regenfällen und Überschwemmungen hat der Kreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz den Katastrophenfall ausgerufen. "Die Lage ist sehr ernst, wir haben viele überschwemmte Straßen und Ortschaften, die nicht mehr erreichbar sind», sagte Landrätin Julia Gieseking (SPD) am Mittwochabend in Daun. Die Schulen im Kreis sollen am Donnerstag geschlossen bleiben.

"Ich appelliere an die Bevölkerung, dass alle zuhause bleiben und sich schützen vor den Wassermassen", sagte Gieseking. Der Katastrophenfall ermögliche die Unterstützung der Bundeswehr. Es würden auch Fahrzeuge benötigt, um nicht mehr passierbare Straßen zu überwinden. Der Schwerpunkt der Einsätze liege in der Rettung von Menschen. Die Einsatzkräfte könnten sich zunächst kaum um überschwemmte Keller kümmern. "Es gibt so viele Einsatzorte, dass wir Prioritäten setzen müssen."

Der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde (ADD), Thomas Linnertz, sagte, er sei in die Vulkaneifel geeilt, um sich einen Überblick zu verschaffen. Auch in benachbarten Kreisen sei die Lage aufgrund von Starkregen und Hochwasser schwierig.

Der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Kreises Vulkaneifel, Harald Schmitz, sagte, es habe so starke Wassermassen gegeben, "dass komplette Bäche durch Orte fließen". In Hillesheim sei ein Teil des Altenheims geräumt worden. "Wir gehen davon aus, dass die Lage noch länger anhalten wird und deswegen haben wir die Unterstützung angefordert." Abgesehen von Schnittwunden gebe es aber bislang keine Meldungen von größeren Verletzungen Betroffener.

Ein Boot der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist bei Hochwasser unterwegs. Bild: dpa

+++ 15.07.2021: Zwei Feuerwehrmänner bei Unwettereinsätzen ums Leben gekommen +++

Heftiger Regen hat in vielen Teilen Nordrhein-Westfalens für Überschwemmungen und Hochwasser gesorgt - bei Einsätzen im Märkischen Kreis sind dabei zwei Feuerwehrmänner gestorben. In Altena im Sauerland kam bei der Rettung eines Mannes nach dem Starkregen ein 46 Jahre alter Feuerwehrmann ums Leben. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei im Märkischen Kreis am Mittwoch. Nur zwei Stunden später kollabierte ein 52 Jahre alter Feuerwehrmann bei einem Einsatz im Bereich des Kraftwerks Werdohl-Elverlingsen.

Der 46-Jährige war nach Angaben der Polizei im Märkischen Kreis nach einer erfolgreichen Bergung beim Einsteigen ins Feuerwehrfahrzeug ins Wasser gefallen und abgetrieben. Kurze Zeit später habe man ihn nur noch tot bergen können. Er sei ertrunken.

Der 52-jährige Feuerwehrmann sei am Mittwochabend trotz Reanimations- und Hilfsmaßnahmen gestorben, teilte die Polizei mit. Zuvor war er im Rahmen eines unwetterbedingten Einsatzes im Bereich des Kraftwerks kollabiert. Die Polizei gehe von einem gesundheitlichen Notfall aus.

+++ 15.07.2021: Bevertalsperre lief über - 1000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen +++

In Hückeswagen im Oberbergischen Kreis lief aufgrund der heftigen Regenfälle die Bevertalsperre über. Das Wasser liefe aktuell unkontrolliert über den Rand der Staumauer, teilte ein Sprecher der Leitstelle am frühen Donnerstagmorgen mit. Mehr als 1000 Menschen mussten demnach ihre Häuser verlassen. Nach enormen Regenfällen haben die Behörden im Bergischen Land einen unkontrollierten Überlauf der Wupper-Talsperre bei Radevormwald befürchtet. Einsatzkräfte der Feuerwehr können das Wasser nach Angaben eines Sprechers der Leitstelle Oberbergischer Kreis mittlerweile jedoch kontrolliert ablaufen lassen. Aus Sicherheitsgründen wurden die Anwohner der Wupper in Radevormwald bereits seit dem späten Abend aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen, auch mit Lautsprecherdurchsagen. Für Betroffene wurde eine Betreuungsstelle in einer Grundschule in Radevormwald eingerichtet.

+++ 15.07.2021: Entwarnung: Wupper-Talsperre läuft kontrolliert ab +++

Nach enormen Regenfällen haben die Behörden im Bergischen Land einen unkontrollierten Überlauf der Wupper-Talsperre bei Radevormwald befürchtet. Einsatzkräfte der Feuerwehr können das Wasser mittlerweile jedoch kontrolliert ablaufen lassen, teilte ein Sprecher der Leitstelle Oberbergischer Kreis am frühen Donnerstagmorgen mit. Nach Angaben von Hans-Uwe Koch vom Amt für Bevölkerungsschutz des Kreises soll durch das Ablaufenlassen Druck vom Sperrdeich genommen werden.

+++ 15.07.2021: Wupper-Talsperre droht überzulaufen: Lebensgefahr für Anwohner +++

Nach enormen Regenfällen rechnen die Behörden im Bergischen Land noch in der Nacht mit einem unkontrollierten Überlauf der Wupper-Talsperre bei Radevormwald. Der Oberbergische Kreis warnte am Abend unter der Überschrift «Evakuierung» davor, dass der Wasserstand der Wupper im Stadtgebiet von Radevormwald in kurzer Zeit sehr stark anschwellen wird. «Es besteht die akute Gefahr der Überflutung», hieß es in der Warnung. Die Anwohner entlang der Wupper im Stadtgebiet wurden aufgefordert, umgehend den Gefahrenbereich zu verlassen. «Es besteht akute Lebensgefahr!»

Nach Angaben der Stadt Wuppertal könnte es bei der aktuellen Fließgeschwindigkeit der Wupper drei Stunden nach dem Überlauf zu Überflutungen in Wuppertal kommen. «Personen sollten sich in der Nacht nicht in der Nähe der Wupper, insbesondere nicht in Muldenlagen aufhalten», hieß es in einer Mitteilung. Anwohner sollten die Lage beobachten und wenn möglich das erste Obergeschoss aufsuchen. Gegebenenfalls müssten auch Trafostationen in diesen Bereichen zeitweilig abgeschaltet werden.

+++ 14.07.2021: Unwetter in NRW: Bahnverkehr auf zahlreichen Linien eingestellt +++

Das Regen-Unwetter in Nordrhein-Westfalen hat den Bahnverkehr am Mittwoch massiv beeinträchtigt. Im Tagesverlauf wurde auf zahlreichen Linien der Betrieb eingestellt. Die Deutsche Bahn berichtete unter anderem von Verspätungen und Ausfällen von Zügen zwischen Köln und Düsseldorf sowie zwischen Köln und Wuppertal.

Die Strecken Köln-Koblenz waren auf beiden Seiten des Rheins nicht befahrbar. Auch auf der Strecke Köln-Aachen war kein Zugverkehr möglich. Am Abend stellte außerdem der vom Bahnunternehmen National Express betriebene RE6 zwischen Köln/Bonn Flughafen und Minden nach mehreren Unwetterschäden seinen Betrieb für den Rest des Tages ein.

ICE-Züge zwischen Frankfurt und Brüssel fuhren nur zwischen Frankfurt und Köln. Die Deutsche Bahn riet allen Bahnreisenden, den Bereich Nordrhein-Westfalen weiträumig zu umfahren. «Bitte verschieben Sie Reisen von und nach NRW nach Möglichkeit auf die kommenden Tage», hieß es in einer Mitteilung.

+++ 14.07.2021: Dach eines Geschäfts stürzt im Starkregen ein - ein Mensch verletzt +++

Im Starkregen ist am Mittwoch das Flachdach eines Einzelhandelsgeschäfts in einem Einkaufszentrum in Würselen bei Aachen eingestürzt. Eine verletzte Person habe sich selbst retten können, teilte die Stadt mit. "Vermutlich hat das Dach den Wassermassen (...) nicht standgehalten." Der Bereich sei mit Rettungshunden abgesucht worden, es wurden jedoch keine weiteren Menschen in dem Gebäude entdeckt. Der Komplex mit mehreren Geschäften wurde zunächst komplett geräumt. Nachdem das Gebäude von Fachleuten in Augenschein genommen wurde, blieb nur der Bereich mit dem eingestürzten Dach gesperrt.

+++ 14.07.2021: Einsatzkräfte an Rhein und Mosel bereiten sich auf Hochwasser vor +++

Angesichts des Dauerregens wappnen sich Orte in Flussnähe gegen Hochwasser. An Rhein und Nahe werden bereits Schutzwände aufgestellt. Das Wasser- und Schifffahrtsamt rechnet damit, dass ab Freitag die Schifffahrt auf dem Mittelrhein eingestellt wird. Ab Freitag wird in Koblenz ein Pegelstand von über 6,50 Metern erwartet. Ab dieser kritischen Marke ist die Schifffahrt verboten. Der Pegel könne wegen der angekündigten starken Regenfälle aber auch noch weiter steigen, hieß es. Der Pegelstand in Koblenz lag am Mittwochvormittag bei 4,34 Meter - rund einen Meter höher als normalerweise in dieser Jahreszeit.

Auch an diesen Flüssen herrscht Hochwasser-Alarm:

Auf der Website der Hochwasserzentrale befindet sich eine Übersicht über die aktuelle Hochwasser-Situation in Deutschland. Aktuell sind gleich mehrere Flüsse von Hochwasser betroffen. Hier ein Überblick über die aktuelle Hochwasser-Lage in den einzelnen Bundesländern:

Nordrhein-Westfalen: Für den Südwesten von Nordrhein-Westfalen besteht noch bis Donnerstagmorgen eine amtliche Unwetterwarnung. Es können stellenweise insgesamt bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Dauerregen hat selbst sonst beschauliche Gewässer stark anschwellen lassen. Die Wurm macht neben dem Rhein aktuell die größten Sorgen.

Baden-Württemberg: Bis Freitag sind heftige Niederschläge vorhergesagt. Dadurch werden - insbesondere im Süden des Landes - die Wasserstände sehr rasch und deutlich ansteigen. Nach aktuellen Vorhersagen werden die markantesten Anstiege in der Nacht zu Donnerstag und am Donnerstag erwartet. Betroffen sind vor allem Hoch- und Oberrhein.

Rheinland-Pfalz: Anhaltender Regen in Rheinland-Pfalz sorgt in den kommenden Tagen für steigende Pegelstände an Rhein, Mosel und Saar.

Saarland: Auch an der Saar und Sauer sind Hochwasser und Sperrungen nicht ausgeschlossen.

Bayern: Auch im westlichen Mittelfranken und Nordschwaben, sowie im Einzugsgebiet der Sächsischen Saale ist mit Hochwasser zu rechnen. Bis Donnerstagmorgen sind lokale Starkregenfälle vor allem im westlichen Bayern vorhergesagt. Lokale Anstiege durch Starkregen sind möglich.

Hessen: Die unbeständige Wetterlage mit potentiell unwetterartigen Niederschlägen hält an. Nach den derzeitigen Prognosen könnte es dabei vor allem in Nordhessen zu Meldestufenüberschreitungen kommen.Auch am hessischen Rhein wird ein erneuter Anstieg der Pegelstände erwartet.

Sachsen: Hier liegen aktuell Hochwasserwarnungen für die Flussgebiete Obere Weiße Elster und Mulde vor.

Thüringen: Hochwasserwarnung für das Flussgebiet der Saale, der Weißen Elster, der Ilm, der Unstrut und der Werra.

Sachsen-Anhalt: Hier gibt es derzeit Hochwasserwarnungen für das Flussgebiet Bode, Flussgebiet Saale und das das Flussgebiet Weiße Elster.

(Stand: 14.06.2021)

+++ 14.07.2021: Hochwasser statt Hochsommer: Tief "Bernd" lässt die Pegelstände drastisch ansteigen +++

Keine Wetter-Entspannung in Sicht: RTL-Meteorologe, Christian Häckl erklärte dazu: "Regensummen im südlichen Nordrhein-Westfalen, in der westlichen Rheinland-Pfalz bis an die 200 Liter pro Quadratmeter, im Saarland und am Oberrhein 100 bis 150 Liter und in angrenzenden Gebieten an die 50 – Bei diesen Mengen sind großflächige Überschwemmungen sehr wahrscheinlich, kleine bis mittlere Flüsse treten über die Ufer, selbst Rhein und Mosel werden größere Sprünge machen. Im großen Rest sind eher die punktuellen Unwetter das Problem mit Hagel Platzregen und Sturmböen."

+++ 14.07.2021: Vollsperrung auf der A46 +++

Vollgelaufene Keller und verstopfte Gullys riefen auch in Wuppertal und Solingen die Feuerwehr auf den Plan. Von einer Baustelle auf der Autobahn 46 in Richtung Wuppertal wurde Kies weggespült, was zeitweise zu einer Vollsperrung führte.

+++ 14.07.2021: Feuerwehr errichtet Hochwasserschutzwände in Koblenz +++

Aufgrund der steigenden Pegel an Rhein und Mosel baut die Feuerwehr in Koblenz Hochwasserschutzwände auf. Im Stadtteil Neuendorf errichten die Einsatzkräfte am Mittwoch die Stützen einer Wand, wie die Feuerwehr mitteilte. Diese soll am Donnerstag verschlossen werden. Eine weitere Schutzwand im selben Stadtgebiet soll demnach im weiteren Verlauf der Maßnahmen aufstellt werden.

Die Feuerwehr appelliert an Anwohner, deren Häuser und Grundstücke bereits bei vergangenen Hochwassern betroffen waren, im Vorfeld nötige Sicherungsmaßnahmen zu treffen. Das Technische Hilfswerk stelle ab Mittwochmittag Sandsäcke bereit.

+++ 14.07.2021: Altena in NRW stark von Erdrutschen getroffen +++

Auch in Altena im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) haben die starken Regenfälle viele Schäden verursacht. Die Einsatzkräfte kämpften gegen Wasser-, Erd- und Geröllmassen, schilderte ein Feuerwehrsprecher am Mittwoch. Von den umliegenden Hängen seien an mehreren Stellen größere Wassermengen auf die Stadt herabgestürzt, es sei zu "massiven Abrutschen" gekommen. Die Feuerwehr werde auch von THW und DRK unterstützt. "Unser Hauptaugenmerk liegt auf dem Stadtzentrum." Bisher habe es keine Verletzten gegeben.

+++ 14.07.2021: Altenheim in Hagen evakuiert +++

In Hagen ist ein Altenheim wegen einströmender Wassermassen evakuiert worden. "Das Seniorenheim ist sehr stark betroffen und unbewohnbar geworden", sagte ein Stadtsprecher am Mittwoch. Die Maßnahme lief am Vormittag noch. Die Lage in Hagen bleibt auch weiterhin angespannt - hier sind örtlich bereits bis zu 200 Liter seit der Nacht gefallen. Mehr dazu hier.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

sba/hos/news.de/dpa