30.05.2021, 11.43 Uhr

"Plötzlich arm, plötzlich reich" abgesetzt: TV-Aus für Skandal-Show! SO reagiert Twitter auf die Sat.1-Entscheidung

"Gewissenlose Quotenjagd auf dem Rücken missbrauchter Kinder" hatte Ikke Hüftgold dem Sender Sat.1 bei der TV-Show "Plötzlich arm, plötzlich reich" vorgeworfen. Der Sender reagierte nun und setzte die Skandal-Show mit sofortiger Wirkung ab. Twitter bebt nach der Sat.1-Entscheidung.

Sat.1 hat "Plötzlich arm, plötzlich reich" aus dem TV-Programm genommen. Bild: AdobeStock/ денис климов (Symbolbild)

Nach dem Wirbel um die Sat.1-Reihe "Plötzlich arm, plötzlich reich" hat der Sender das Reality-Format jetzt abgesetzt. Die Sendung sei mit "sofortiger Wirkung" beendet, teilte Sat.1 am Samstag auf Twitter mit - und räumte ein, dass bei einer Folge der Reihe "Fehler passiert" seien.

Ikke Hüftgold erhebt schwere Missbrauchsvorwürfe gegen Sat.1

In der Episode hätte der Kandidat Matthias Distel, bekannt als Schlagersänger Ikke Hüftgold, mit einer Mutter und ihren Kindern Wohnung und Alltag tauschen sollen. Distel hatte die Dreharbeiten jedoch abgebrochen und den Machern der Sendung vor wenigen Tagen öffentlich "gewissenlose Quotenjagd" vorgeworfen. "Das Kindeswohl von zwei schwer traumatisierten Kindern wurde von den verantwortlichen Medienanstalten mit Füßen getreten", so Distel damals.

TV-Aus! Sat.1 setzt Skandal-Show "Plötzlich arm, plötzlich reich" sofort ab

Sat.1 kommentierte den Fall am Samstag: "Die Aufarbeitung des letzten Drehs von 'Plötzlich arm, plötzlich reich' läuft noch. Es steht aber außer Frage, dass hier Fehler passiert sind, für die wir die Öffentlichkeit und die Familie um Entschuldigung bitten." Doch damit sei es nicht getan. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass diese Sendung nicht mehr zu dem Sat.1 passt, das wir gemeinsam mit und für unsere Zuschauer (...) weiterentwickeln wollen. Deshalb wird es keine neuen Folgen geben. Deshalb werden wir gedrehte Folgen nicht zeigen."

An oberster Stelle stehe das Wohl der Kinder und der Familie, mit der man in engem Austausch stehe, so der Sender zu dem letzten Dreh. "Auch in den Monaten, die vor uns liegen, werden wir die Familie bestmöglich in ihrem Sinne finanziell und menschlich unterstützen. Es war und ist niemals Ziel von Sat.1, Menschen zu verletzen."

Produktionsfirma Imago TV entschuldigt sich ebenfalls nach Missbrauchsvorwürfen

Auch die Produktionsfirma Imago TV äußerte sich: "Wir bedauern vor allem, dass eine an den Dreharbeiten beteiligte Familie in die öffentliche Auseinandersetzung hineingezogen worden ist. Wir stehen weiter in Kontakt mit der Familie und wünschen vor allem den Kindern, dass sie von diesen Auseinandersetzungen möglichst wenig mitbekommen."

Ikke Hüftgold macht Vorgänge bei "Plötzlich arm, plötzlich reich" öffentlich

Distel hatte unter anderem die Frage in den Raum gestellt, "ob man Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren, die offensichtlich psychische Probleme haben, rechtlich und moralisch gesehen in ein Fernsehformat ziehen kann, bei dem 8 Tage am Stück bis zu 10 Stunden gearbeitet werden sollte".

Twitter tobt nach TV-Aus von "Plötzlich arm, plötzlich reich"

Auf Twitter wurde die Sat.1-Entscheidung rege kommentiert. Einige Nutzer warfen Sat.1 Heuchelei vor. "Seid doch einfach ehrlich und schreibt: 'Durch die negativen Schlagzeilen ist das Image der Sendung irreparabel beschädigt und wird deswegen voraussichtlich nicht die (Mindest)Quote erfüllen, damit die Sendung rentabel ist.'", hieß es in einem Tweet.

Auch andere fordern weitreichendere Konsequenzen für alle Beteiligten. "Glaubhaft wird das erst wenn alle (!) Verantwortlichen, die davon gewusst haben, entweder freiwillig gegangen sind oder rausgeworfen wurden. So etwas Menschenverachtendes nicht nur zu dulden, sondern sogar zu decken und darauf abzuzielen spottet jeglicher Beschreibung!", heißt es in einem anderen Tweet. "Die Zusammenarbeit mit imagotv sofort beenden!! Nur so ist es glaubwürdig, alles andere ist nur Heuchelei! Meiner Meinung nach könnt ihr euch eh nicht mehr gut stellen, nachdem ihr ikke als Lügner darstellen wolltet", kritisiert auch dieser Twitter-User.

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fka/news.de/dpa

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