Berlin: Künstler Maurizio Cattelan: Er lässt Hitler zu Boden sinken
Seine festgeklebte Banane wurde für Millionen versteigert. Nun baut der Italiener in seiner ersten Einzelausstellung in Deutschland das Brandenburger Tor nach und lässt einen Adler abstürzen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Dass seine Kunstwerke provozieren können, zeigt zum Beispiel die festgeklebte Banane, die für eine Millionensumme versteigert wurde. Oder seine vergoldete Toilette. Nun wird dem Künstler Maurizio Cattelan (65) seine erste große Einzelausstellung in Deutschland gewidmet und die fällt ernster aus, als man es vielleicht vermuten würde.
Für die Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie in Berlin hat er unter anderem das Brandenburger Tor nachgebaut und die Skulptur "Purgatory" (Fegefeuer) genannt. Etwas entfernt davon kniet eine kleine Figur, die wie der nationalsozialistische Diktator Adolf Hitler aussieht ("Him").
Es sei eine sehr ernste Ausstellung, sagte Museumsdirektor Klaus Biesenbach. "Die Ausstellung ruft in mir Demut hervor." Sie trete auch in einen so noch nie dagewesenen Dialog mit dem berühmten Gebäude. Unter dem Dach wurden zum Beispiel rund 400 ausgestopfte Tauben installiert.
Der Italiener Cattelan ist für seine skurrilen Skulpturen bekannt. Eine von ihm mit Klebeband an der Wand befestigte Banane wurde in New York einmal für 6,2 Millionen Dollar versteigert. Von seiner goldenen Toilette mit dem Titel "America" wurde ein Exemplar in England gestohlen.
"Macht, Religion, Tod, Humor und Erinnerung"
Die Berliner Ausstellung mit dem Titel "Night" (Nacht) zeigt bis März 2027 mehr als ein Dutzend Werke, darunter einige Neuproduktionen. Im Gebäude liegt etwa ein gefallener Adler aus Marmor, von der Decke hängt ein Pferd und mehrere Skulpturen sind abgedeckten Leichen nachempfunden.
"Cattelans Werk ist geprägt von Themen wie Macht, Religion, Tod, Humor und Erinnerung - Fragestellungen, die in Berlin mit seiner komplexen Geschichte besonders präsent sind", hatte die Neue Nationalgalerie über den Künstler geschrieben. Sie sprach ihm den Preis der Nationalgalerie zu.
In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" hatte Cattelan neulich erzählt, es werde mit Sicherheit eine Ausstellung werden, die etwas über Deutschland aussage. "Aber nicht nur über Deutschland: Sie sagt etwas über Werte aus, über Probleme, die wir alle haben. Visuell werden sie als deutsch zu erkennen sein, aber in der Essenz werden sie uns alle angehen."
Eine Installation auf dem Dach zeigt einen trommelnden Jungen, inspiriert von Günter Grass' Roman "Die Blechtrommel". Die Skulptur "Charlie Don't Surf" stellt einen Jungen dar, dessen Hände - ähnlich einer Kreuzigung - mit Bleistiften am Schreibtisch festgemacht sind. Und für das Werk "Dust" hat Cattelan die Asche eines Freundes in einen Feuerlöscher gefüllt.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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