Weimar: Frauen im Fokus beim "Yiddish Summer Weimar"
Das Festival schaut dieses Jahr besonders auf die kreative Kraft von Frauen. Denn deren Wirken war bedeutend für die jiddische Kultur, wie die neue Gastkuratorin erklärt.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Beim Festival "Yiddish Summer Weimar" sollen in diesem Jahr besonders Frauenstimmen zu hören sein. "Jiddisch-sprachige Kulturgeschichte ist etwas, das über die Jahrhunderte hinweg durch Frauen be- und gefördert wurde", sagte die diesjährige Gastkuratorin Diana Matut bei der Programmvorstellung in Weimar.
Jiddisch ist eine Umgangssprache mancher Juden, wird aber auch von anderen Menschen gelernt und gesprochen. Die Wurzeln der Sprache reichen lange zurück, in ihr haben sich etwa Hebräisch und Deutsch vermischt. Vor der systematischen Vernichtung der Juden im Nationalsozialismus sprachen Schätzungen zufolge elf Millionen Menschen Jiddisch, heute sind es deutlich weniger.
Jiddisch-sprachige Frauen als Kulturtreiberinnen
"Jiddisch sprechende Frauen waren Mäzeninnen, haben Literatur produzieren und adaptieren lassen, sie waren Liedschreiberinnen und Musikerinnen." Das sei alles in Quellen belegt und dokumentiert, so Matut weiter. Entsprechend steht die diesjährige Auflage unter dem Titel "Yiddish Wo:men – Eine andere Geschichte der Moderne".
Zu den speziell für das Thema konzipierten Veranstaltungen gehört etwa das Musiktheater "Rose Shoshana Kahan – A Yiddish Story of Shanghai". Es basiert auf dem Tagebuch der gleichnamigen jüdischen Schauspielerin und Händlerin (1895 - 1968).
Auf dem Programm stehen auch etliche Konzerte und andere Aufführungen vor allem in Weimar, aber auch in Erfurt und Eisenach und im Ausland. Wie immer können Interessierte in der Festivalwoche vom 1. bis zum 8. August etwa auch kostenfreie Schnupperkurse rund um die jiddische Kultur besuchen, darunter Sprach- und Musik-Workshops.
Workshops zum Schnuppern und für Profis
Dazu kommen an Profi-Musiker und anderweitig fortgeschrittene Interessierte gerichtete Musik-, Gesangs und Sprach-Workshops sowie Meisterklassen, die bereits Mitte Juli beginnen. Ergebnisse dieser Kurse werden bei kostenlosen Jam Sessions zu hören sein.
Eröffnet wird das Festival offiziell am 16. Juli mit einem Konzert des YAM Ensemble. Das Musikprojekt wurde innerhalb des Festivals entwickelt und bringt junge Musiker aus verschiedenen Ländern zusammen.
Kulturstaatssekretär Steffen Teichert lobte die besondere künstlerische Idee hinter dem Festival, dessen Anfang im Jahr 1999 liegt. Das Festival strahle weit über Thüringen hinaus. Der Yiddish Summer zählt neben den Jüdisch-Israelischen Kulturtagen und den Achava-Festspielen zu den drei jüdisch geprägten Festivals in Thüringen.
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