Berlin: Regisseur Çatak kritisiert Debattenklima bei Berlinale

İlker Çatak kritisiert die aufgeheizten Debatten bei der Berlinale. Komplexe politische Fragen ließen sich nicht in kurzen Presse-Statements klären - es brauche mehr Raum und Kontext.

Erstellt von - Uhr

Das Berliner Reichstagsgebäude und die Spree. Aktuelle Nachrichten aus und über Berlin hier auf news.de. (Foto) Suche
Das Berliner Reichstagsgebäude und die Spree. Aktuelle Nachrichten aus und über Berlin hier auf news.de. Bild: Adobe Stock / neirfy

Regisseur İlker Çatak hat die hitzige politische Diskussionskultur bei der diesjährigen Berlinale kritisiert. "Die Diskussion zu führen ist gut und richtig", sagte der 42-Jährige. "Nur ich denke, man muss es in einem anderen Kontext machen, denn die Fragen sind sehr komplex, und die Möglichkeiten zu antworten sind sehr begrenzt."

Man sitze in einer Pressekonferenz, "und da ist Druck drauf, da laufen Kameras und man muss irgendwie in zwei, drei pointierten Sätzen Antworten auf die extrem komplexen Fragen dieser Welt geben. Und das ist nicht fair."

Er hätte sich gewünscht, "dass man irgendwie andere Räume schafft, wo man diese Fragen auf eine andere Weise diskutieren kann. Denn wir leben ja in dieser Zeit, wo alles nur als Snippet auf Social Media endet. Und das ist eben fatal. Das ist falsch. Das reißt die Dinge aus dem Kontext. Und ich wünsche mir, dass wir alle die Geduld aufbringen, uns gegenseitig in längeren Gesprächen zuzuhören."

Mehrmals wurden Jury und Schauspieler während der Filmfestspiele aufgefordert, etwa zum Nahost-Konflikt Stellung zu beziehen. In einem offenen Brief hatten Filmschaffende der Berlinale vorgeworfen, sich nicht ausreichend zum Gaza-Krieg zu positionieren.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere aktuelle News im Ressort "Medien":

/roj/news.de

Themen:

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.