Berlin: Wim Wenders zur Juryarbeit: Hitzige Debatten und Drohungen

Der Präsident der Berlinale-Jury, Wim Wenders, blickt auf kontroverse Preisverleihungen zurück – und verrät, warum Entscheidungen oft für Unmut sorgen.

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Das Berliner Reichstagsgebäude und die Spree. Aktuelle Nachrichten aus und über Berlin hier auf news.de. Bild: Adobe Stock / neirfy

Regisseur Wim Wenders (80), dieses Jahr Jurypräsident der Berlinale, war schon 1989 beim Filmfestival von Cannes Chef des Preisgerichts – und erinnert sich an dramatische Reaktionen einiger Künstler. "In Cannes war Spike Lee nach der Preisverleihung stinksauer, dass sein Film "Do the Right Thing" keinen Preis bekommen hat, und verkündete dann öffentlich, dass er in einer dunklen Gasse in New York mit einem Baseballschläger auf den Wenders wartet", berichtete der 80-Jährige im "Tagesspiegel" von der wohl nicht ganz ernst gemeinten Wutrede des US-Regisseurs. Wenders weiter: "Gut, sein Film war klasse und bei der Presse sogar der Favorit. Aber eben nicht bei der Jury." Man habe nicht genug Preise für so viele tolle Filme gehabt.

Auf die Frage, ob er auch jetzt Angst habe, dass die Berlinale-Jury einen Fehler mache, sagte er: "Eigentlich nicht, wenn man sich gut und ehrlich ausgesprochen hat. Dann mögen zwar viele sagen, wir hätten die falschen Entscheidungen gefällt, aber das liegt in der Natur der Sache. Irgendjemand will immer den Baseballschläger rausholen." Er ergänzte: "Wenn ich’s mir recht überlege, gibt es nur einen Fehler, der Jurys unterlaufen kann: Wenn Jurymitglieder für einen Film kämpfen, weil er aus ihrem Land ist. Nationalität allein kann kein Kriterium sein."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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