Polizeifahndung Bremen, 13.05.26: HZA Bremen: 1,5 Tonnen Kokain sichergestellt, 3,8 Milliarden Euro Einnahmen, Schwarzarbeit bekämpft
Das Zollamt meldet einen aktuellen Fall in Bremen von heute (Mi), dem 13.05.26. Was ist heute passiert?
Erstellt von Team Datenjournalismus - Uhr
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Das Hauptzollamt Bremen legt heute im Nachgang zur bundesweiten Bilanz des Zolls seine regionalen Ergebnisse vor. Die Statistik für das Jahr 2025 mit ausführlichen Informationen des Hauptzollamts Bremen kann digital über presse.hza-bremen@zoll.bund.de angefordert werden.
Drogensicherstellungen und HafensicherheitDas Hauptzollamt Bremen hat im letzten Jahr über 1,5 Tonnen Kokain sichergestellt. Damit liegt die Sicherstellungsmenge nahe an der Rekordmarke aus dem Jahr 2023 mit 1,8 Tonnen und deutlich über dem Vorjahreswert mit rund 400 kg sichergestelltem Kokain. Seit dem Jahr 2017 hat der Zoll bereits zum fünften Mal mehr als eine Tonne Kokain innerhalb eines Jahres in Bremerhaven entdeckt.Der hohen Sicherstellungsmenge liegt ein Großaufgriff vom 26. Juni 2025 zugrunde, bei dem in einem Seecontainer aus Kolumbien über 1.100Kilo Kokain geborgen werden konnte. Der mit Kaffee gefüllte Containerwurde vorab aufgrund einer Risikoanalyse des Hauptzollamts Bremen zurKontrolle ausgewählt. Tatsächlich könnten dann auch nahe der Containertür insgesamt 41 wasserfest verpackte Gebinde aus Kokainpaketen festgestellt werden. Die Art der Verpackung lässt vermuten, dass die Gebinde auf See hätten über Bord geschmissen und dort von kleineren Booten geborgen und verdeckt an Land gebracht werden sollten, einem sogenannten Drop-Off-Schmuggel. Ein zur Sicherheit zusätzlich durchgeführtes Röntgen des Containers ergab keine weiteren Feststellungen. Die weiteren Ermittlungen hatte das Zollfahndungsamt Hamburg aufgenommen. Das Kokain hatte einen geschätzten Straßenverkaufswert von über 60 Millionen Euro. Aus ermittlungstaktischen Gründen konnte der Fall erst jetzt bekannt gegeben werden.
Weiterhin wird bei Schmuggelversuchen die Rip-Off-Schmuggelmethode angewendet, bei der Schmugglerbanden auf einem Terminal in Südamerikadie Drogen unbemerkt in einem Seecontainer nahe der Containertür odereinem anderen leicht zugänglichem Versteck ablegen, damit sie in Europa in einem unbeobachteten Moment schnell wieder aus dem Container entfernt werden können.
"Der zweitgrößte Containerhafen Deutschlands in Bremerhaven bleibt wie alle großen Seehäfen weiterhin Einfallstor für den Rauschgiftschmuggel. Wir führen daher unsere intensiven und risikoorientierten Kontrollen im Hafen weiterhin konsequent durch", erläutert Nicole Tödter, Leiterin des Hauptzollamts Bremen und führt fort "Unsere Sicherstellungserfolge geben unserem Kontrollansatz recht. Die Anzahl an Kontrollkräften bleibt weiterhin hoch. Natürlichsind wir auch in einem ständigen Austausch mit den angrenzenden Hauptzollämtern, den Zollfahndungsämtern und unseren Partnerbehörden.Die Allianz der Seehäfen zur Bekämpfung des Rauschgiftschmuggels ist ein weiterer wichtiger Baustein im Kampf gegen den Drogenschmuggel".
Der Zoll spielt für die Hafensicherheit in den bremischen Überseehäfen und einhergehend für die Bekämpfung des organisierten Rauschgiftschmuggels eine zentrale Rolle. Mit seiner EDV-gestützten Risikoanalyse ist das Hauptzollamt Bremen in der Lage, potentielle Schmuggelware aus den mehr als 4 Millionen Containern (in TEU), die jährlich in Bremerhaven umgeschlagen werden, gezielt herauszufiltern.Das Personal des Zolls für die Kontrollen in Bremerhaven wurde in denletzten Jahren nachhaltig verstärkt. Mit der neuen Röntgenfläche, dieletzten Sommer in Betrieb genommen wurde, können künftig neben Seecontainern auch LKWs gescannt werden. Die ohnehin gute Zusammenarbeit mit den anderen Sicherheitsbehörden und Hafenbetriebenwurde noch einmal intensiviert.Seit dem letzten Jahr können insbesondere Hafenbeschäftigte dem Zoll über eine Telefonhotline verdächtige Vorgänge auf dem Terminalgeländeoder Anwerbeversuche durch Schmugglerbanden melden. Die Rufnummer 0421 5154 7000 ist an jedem Tag rund um die Uhr besetzt. Die Mitteilungen können anonym erfolgen.
Auch die durch das Hauptzollamt Bremen sichergestellte Menge an Marihuana hat sich mit 447 kg gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Ursächlich für die hohe Sicherstellungs-menge war ein Einzelaufgriff durch das Zollamt Bremen im Juni des letzten Jahres. Beamte des Zollamts kontrollierte einen Seecontainer aus Thailand, der laut Zollunterlagen mit Kokosnussschalen beladen sein sollte. Der eingesetzte Zollhund Emma, ein zweijähriger Flat Coated Retriever, zeigte an den Kartons und den darin befindlichen Folienbeutelngroßes Interesse. Nach Öffnen eines der Beutel kam das aufwendig in Originalverpackung eingeschweißte Cannabis zum Vorschein. Die weiteren Ermittlungen hatte das Zollfahndungsamt Hannover übernommen.
SteuereinnahmenDie Gesamtsteuereinnahmen des Hauptzollamts Bremen sind gegenüber demVorjahr um rund 50 Millionen Euro auf über 3,8 Milliarden Euro gestiegen. Ursächlich dafür sind um rund 100 Millionen Euro auf rund 1,2 Millionen Euro erhöhte Einnahmen aus Verbrauch- und Verkehrsteuern.
Die Einnahmen aus den Einfuhrabgaben Zoll und Einfuhrumsatzsteuer hingegen sanken gegenüber dem Vorjahr leicht um 50 Millionen Euro aufrund 2,5 Milliarden Euro. Insgesamt liegen die Einnahmen gegenüber dem Vorjahr im Rahmen der normalen Schwankungsbreite.
"Mit fast 4 Milliarden Euro leistet das Hauptzollamt Bremen weiterhineinen wichtigen Beitrag zu den bundesweiten Einnahmen des Zolls", bewertet Tödter das Ergebnis und stellt klar "Als Partner der Wirtschaft sorgt der Zoll durch seine modernen Strukturen für eine schnelle und reibungslose Abfertigung und trägt zum Schutz der Wirtschaft und Bevölkerung bei.
ProduktfälschungenDer Trend der Vorjahre bleibt unverändert. Weiterhin sind hochpreisige Markenwaren beliebte Fälschungsobjekte. Insgesamt wurdendurch das Hauptzollamt Bremen über 20.000 gefälschte Produkte im Wertvon fast 1,2 Millionen Euro vom Markt ferngehalten."Produktpiraterie unterläuft den fairen Wettbewerb in der Europäischen Union und gefährdet Arbeitsplätze. Die wesentlich geringeren Herstellungskosten gefälschter Produkte gehen häufig nichtnur zu Lasten der Qualität. Nicht eingehaltene Sicherheitsstandards und die Verwendung von gesundheitsgefährdenden Stoffen bei der Herstellung von Produktfälschungen stellen zudem für den Endverbraucher eine Gefahr dar. Der Zoll unterbindet daher im Interesse der Wirtschaft und der Verbraucher die Einfuhren gefälschter Produkte", fügt Tödter an.
TabakwarenDie Anzahl der sichergestellten Tabakwaren, die nicht dem Tabaksteuerrecht entsprechen, hat sich gegenüber dem Vorjahr zum Teildeutlich erhöht. Die Menge von über 6,2 Millionen sichergestellten Zigaretten ist wesentlich begründet in einer Großsicherstellungsmengevon rund 5,6 Millionen Zigaretten, die in einer als Handläufe getarnte LKW-Ladung im August letzten Jahres aufgefunden wurde. Im Jahr 2024 wurden mit fast 430.000 Zigaretten deutlich weniger Zigaretten sichergestellt.Auch die Sicherstellungsmenge an Wasserpfeifentabak hat sich um etwa 150 Kilo auf über 700 Kilo erhöht. Zudem wurden in Deutschland nicht verkehrsfähige Snus- und Nikotinbeutel und nicht verkehrsfähige E-Zigaretten mit einer zu großen Füllmenge an Liquids dem Markt ferngehalten. Pro Einheit sind maximal 2 ml Füllmenge erlaubt. "Das Hauptzollamt Bremen hat auch im Jahr 2025 verstärkt Kontrollen in Kiosken und Shishabars durchgeführt", erläutert Tödter und ergänzt: "Die dabei sichergestellten Waren verstoßen nicht nur gegen das Tabaksteuerrecht, sondern gefährden auch die Gesundheit der häufig jungen oder gar minderjährigen Verbraucher."
Bekämpfung der SchwarzarbeitDie Bilanz der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Bremenwurde bereits inhaltsgleich am 22. Februar 2026 veröffentlicht.
Im Kampf gegen die Schwarzarbeit blickt das Hauptzollamt Bremen auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück.
Die Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) führten im Jahr 2025 zur Einleitung von knapp 3500 Strafverfahren. Damit lag dieZahl der eingeleiteten Verfahren wieder auf dem Niveau des bisherigenJahreshöchstwertes aus dem Jahr 2023 und rund 400 über dem des Vorjahres.
In Folge der Ermittlungen wurden mit über 660.000 Euro nochmals über 10.000 Euro höhere Geldstrafen als im Vorjahr und insgesamt über 24 Jahre an Freiheitsstrafen ausgesprochen.
Außerdem leitete die FKS über 1.600 Bußgeldverfahren ein und verhängte rund 830.000 Euro an Bußgeldern.
Die festgestellte Schadenssumme, aus unter anderem nicht gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen, nicht gezahlten Steuern und nicht gezahlten Mindestlöhnen, beläuft sich auf über 16 Millionen Euro.
Die Anzahl an Arbeitgeberprüfungen hat sich im letzten Jahr mit rund 370 Prüfungen im Vergleich zu 2024 ebenfalls erhöht. "Qualität vor Quantität". Durch den risikoorientierten Ansatz konzentriert sich die FKS des Hauptzollamts Bremen zielgenau auf die generell für Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung besonders anfälligen Bereiche, wie zum Beispiel das Baugewerbe, den Gaststätten- und Beherbergungsbereich, das Speditions-, Transport- und Logistikwesen und Friseur- und Kosmetiksalons.
"Rund 3500 eingeleitete Strafverfahren und eine erneut hohe festgestellte Schadenssumme von über 16 Millionen Euro im letzten Jahr zeigen, dass sich der risikoorientierte Prüfansatz der FKS bezahlt macht", erklärt Nicole Tödter, Leiterin des Hauptzollamtes Bremen und fährt fort: "Schwarzarbeit ist Wirtschaftskriminalität zu Lasten der Allgemeinheit. Sie schädigt unsere Wirtschaft und gefährdet unsere Sozialsysteme. Der Zoll stellt sich dem durch zielgerichtete Kontrolltätigkeit und intensive Ermittlungen entgegen."
Die Ergebnisse der vorgestellten Jahresbilanz beruhen auf der engagierten und professionellen Aufgabenwahrnehmung der Beschäftigtendes Hauptzollamtes Bremen, bei denen sich die Leiterin ganz herzlich bedankt.
Zusatz:Sollte das Interesse an einer Tätigkeit beim Zoll geweckt worden sein, können die Modalitäten und Voraussetzungen für eine Bewerbung unter Zoll.de/Karriere oder auf zoll-karriere.de eingesehen werden. Der Zoll ist immer bestrebt, engagierte und motivierte Kollegen und Kolleginnen für eine abwechslungsreiche und sinnstiftende Tätigkeit einzustellen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Hauptzollamt Bremen vom 13.05.2026 gegen 13:00 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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