Polizeimeldung Halle (Saale), 11.05.2026: Bilanz der Kontrollwoche „Truck & Bus“ – Zahlreiche Verstöße und erhebliche Sicherheitsmängel festgestellt
Die Polizeiinspektion Halle (Saale) informiert am Nachmittag über ein Vergehen. Aktuelle Fälle von Montag, dem 11.05.2026 im Überblick.
Erstellt von Team Datenjournalismus - Uhr
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Für den Landkreis Halle (Saale) hat die Polizei eine neue Meldung veröffentlicht. In dieser heißt es:
I m Rahmen der bundesweiten Kontrollaktion „Truck & Bus“ führten die Bediensteten des Zentralen Verkehrs- und Autobahndienstes (ZVAD) der Polizeiinspektion Halle (Saale) in der vergangenen Woche umfangreiche Kontrollen des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs auf den Autobahnen und Bundesstraßen des südlichen Sachsen-Anhalts durch. Ziel unserer polizeilichen Kontrollmaßnahmen war es, die Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie die konsequente Ahndung von verkehrsrechtlichen Verstößen.
Insgesamt wurden 131 Fahrzeuge des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs kontrolliert. Von diesen mussten 57 Fahrzeuge beanstandet werden. Die Beamten des ZVAD stellten unter anderem technische Mängel an Bremsanlagen und Lenkeinrichtungen, defekte Beleuchtungseinrichtungen, erhebliche Mängel an der Bereifung sowie Schäden am Fahrgestell fest. Darüber hinaus wurden Verstöße gegen die Vorschriften zur Ladungssicherung, gegen die Sozialvorschriften im Straßenverkehr – insbesondere Lenk- und Ruhezeiten –, Fehler bei der Bedienung des Fahrtenschreibers sowie Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. In vier Fällen mussten die Beamten die Weiterfahrt aufgrund erheblicher Sicherheitsmängel untersagen.
Bereits am ersten Kontrolltag, dem 04. Mai 2026, kontrollierten unsere Einsatzkräfte auf dem Autohof Zorbau nahe der Autobahn 9 bei Weißenfels einen polnischen Lastzug Scania. Im Rahmen der technischen Überprüfung wurde festgestellt, dass auf dem Motorsteuergerät unzulässigerweise eine Euro-5-Software installiert war, obwohl das Fahrzeug als Euro-6-Fahrzeug zugelassen ist. Durch diese Manipulation erlosch die EG-Typgenehmigung des Fahrzeugs. Zudem lag ein Verstoß gegen das Bundesfernstraßenmautgesetz vor. Die Weiterfahrt wurde untersagt. Zur Durchsetzung der Maßnahme brachten die Beamten eine Radkralle an dem Fahrzeug an. Gegen den 33-jährigen ukrainischen Fahrer mit Wohnsitz in Polen wurde eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1.000,- Euro erhoben. Zusätzlich führen die Kolleginnen und Kollegen des Bundesamtes für Logistik und Mobilität (BALM) eine Mautnacherhebung durch. Gegen das verantwortliche Unternehmen können dadurch Bußgelder im höheren fünfstelligen Bereich erhoben werden.
Ebenfalls am ersten Kontrolltag, gegen 15:30 Uhr, wurde auf der Autobahn 38 auf dem Parkplatz Rohnetal ein ungarischer Sattelzug kontrolliert. Bei der Überprüfung der sogenannten Doppelbesatzung konnten erhebliche Geschwindigkeitsverstöße festgestellt werden. Darüber hinaus wies ein Reifen auf der Antriebsachse der Zugmaschine massive Beschädigungen auf, sodass die Weiterfahrt untersagt werden musste. Beide Fahrer gaben übereinstimmend an, dass der Mangel dem Fahrzeughalter bereits seit etwa einem Monat bekannt sei, jedoch keine Reparatur veranlasst wurde. Hinsichtlich der Geschwindigkeitsverstöße erklärten die Fahrer, sie müssten täglich eine vom Unternehmer vorgegebene Mindeststrecke von 700 Kilometern fahren. Für das Erreichen dieser Vorgabe würden Prämien gezahlt. Eine derartige Praxis verstößt gegen das Fahrpersonalgesetz und kann mit Bußgeldern von bis zu 7.500 Euro je Einzelfall geahndet werden. Gegen den Unternehmer wurde Anzeige erstattet.
Am Donnerstag, dem 07. Mai 2026, kontrollierten Beamte gegen 08:00 Uhr auf der Autobahn 9 nahe der Anschlussstelle Bad Dürrenberg einen weiteren Sattelzug. Dabei wurde festgestellt, dass das Antiblockiersystem (ABS) der Fahrzeugkombination nicht funktionierte. Aufgrund dieses erheblichen Sicherheitsmangels wurde dem 39-jährigen ukrainischen Fahrer die Weiterfahrt untersagt.
Neben den Kontrollen des gewerblichen Verkehrs führten die Einsatzkräfte auch mobile Verkehrskontrollen des Privatverkehrs durch. Hierbei wurden insgesamt 98 Ordnungswidrigkeiten festgestellt und geahndet. Beanstandet wurden unter anderem technische Mängel an Fahrzeugen, Parkverstöße, Überladungen, abgelaufene Hauptuntersuchungen und Sicherheitsprüfungen sowie Verstöße gegen bestehende Überholverbote.
Darüber hinaus wurden mehrere Straftaten festgestellt und zur Anzeige gebracht, darunter Fahren ohne Fahrerlaubnis, Urkundenfälschung sowie Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz. So kontrollierten Beamte am 09. Mai 2026 gegen 13:30 Uhr auf der Autobahn 9 nahe der Anschlussstelle Weißenfels einen 48-jährigen polnischen Staatsbürger mit Wohnsitz in Bad Kreuznach, der mit einem Pkw Opel unterwegs war. Das Fahrzeug war bereits seit September 2025 außer Betrieb gesetzt und daher nicht versichert. Zudem gehörten die am Fahrzeug angebrachten Kennzeichentafeln zu einem Pkw VW. Der Fahrer war außerdem nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis.
Gestern kontrollierten Beamte gegen 13:30 Uhr auf der Autobahn 38 nahe der Anschlussstelle Merseburg-Nord einen 30-jährigen polnischen Staatsbürger mit Wohnsitz in Polen, der einen Pkw Audi unter dem Einfluss von Amphetamin führte.
Im Rahmen der Kontrollwoche führten die Einsatzkräfte zudem insgesamt 24 Geschwindigkeitskontrollen auf und abseits der Autobahnen durch. Dabei wurden 14.258 Fahrzeuge gemessen. Insgesamt stellten die Beamten 452 Geschwindigkeitsverstöße fest und leiteten entsprechende Verfahren ein.
Präventionshinweise der Polizei: Die Polizei weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, dass technische Mängel, Übermüdung, Zeitdruck sowie Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten erhebliche Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer darstellen können. Insbesondere im gewerblichen Güterverkehr können mangelhaft gewartete Fahrzeuge schwerwiegende Verkehrsunfälle verursachen.
Die Polizei wird auch künftig zielgerichtete Kontrollen durchführen, um die Sicherheit auf den Autobahnen und Straßen des Landes nachhaltig zu erhöhen.
Die Bilder in der Anlage dürfen für die Berichterstattung verwendet werden.
Bilder zum Fall finden Sie in der Originalmeldung der Polizei.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Polizeiinspektion Halle (Saale). Teilweise werden Reports erst nach einem Tag nachgemeldet; es kann daher vorkommen, dass Meldungen mit einer Verzögerung von bis 24 Stunden veröffentlicht werden. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben erstellt und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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